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- Gockel, Hinkel und Gackeleia - 39/39 -


Wie es so emporgestiegen, Ließ sein Buch es unten liegen, Hat zu mir sich umgeschaut, Und sprach milde, wie es thaut: "War in Schottland einst geboren, Irrt in Irland lang verloren, Geh ins wahre Engelland An der lieben Engel Hand; Gieb mir Acht auf meine Sachen, Wenn die Kinder all erwachen, Lese ihnen aus dem Buch Von dem Segen, von dem Fluch, Von des Kleinods Heil und Noth, Von der Fahne weiß und roth, Von dem Wolfbrand Hammelstutz Und dem Hego von Vadutz; Jetzt gut Nacht, auf Wiedersehn!" Und da war's um mich geschehn, Kind gieng in den Himmel ein, Und ich blieb allein, allein! Rings die weite, weite Nacht Und der Sterne ernste Pracht, Keiner hat an mich gedacht, Keiner hat mich angelacht. In der Lilien Wunderlicht Sitz ich gleichsam vor Gericht, Und das liebe Kinderstühlchen Ward mein Armesünderstühlchen; In die Nacht hab ich gedichtet, Was gen Morgen wird gelichtet, Und gesichtet und gerichtet; Vor mir ruht das große Buch, Und ich harre auf den Spruch. Horch, wie ernst die Aehren wogen, Horch, der Schnitter kömmt gezogen! Träume thauen von dem Mohn Und vom Schlafe übermannt Sinkt das müde Haupt mir schon Auf des Thronstuhls harten Rand, Und mir träumt, wie zwei Jungfrauen Aus der frühen alten Welt Durch das reiche Aehrenfeld Mild zu mir herüberschauen; Und die Junge fragt die Alte: "Vreneli, was macht das Büblein?" "Amey," sprach die, "dicht am Grüblein Schläft es, o daß Gott sein walte! Seine Sache hats vollbracht, Und daß, wenn der Tag erwacht, In der Erndte es nicht darbe, Leg ihm milde in den Arm Eine kleine feine Garbe, Hart liegt's jetzt, daß Gott erbarm!" Und so that die liebe, gute, Daß mein Haupt nun friedlich ruhte, Flocht dann bei der Sterne Glanz Aemsig an dem Erndtekranz, Neben ihr die andere kniete, Betend: "Büblein ruh in Friede!" Aber ach! es wehrt nicht lange, Horch! es rührt sich auf der Stange Bei der Henne schon der Hahn; Morgenthau rührt mir die Wange Weckend, bald zerrinnt der Wahn; Und der erste Hahnenschrei, Wenn die Kinder auferstehen, Bricht den lieben Traum entzwei; Und sie werden dann verstehen, Wie mir also ist geschehen. Dann wird Alles vorgelesen, Und wird das, was es gewesen, Tretend aus dem trüben Schein Auch in vollem Lichte seyn; Ja dann ist selbst auf ein Härchen Dieses Mährchen mehr kein Mährchen; Und bis so das Mährchen aus, Sing ich in die Nacht hinaus: "O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!"


Gockel, Hinkel und Gackeleia - 39/39

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