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- Maerchen und Sagen - 6/40 -


mügt. Un as se de Lik utstellden un up eenen Karkhoff in hillige Erd leggen wullen, kunn de arme Broder et nich länger utholden un vörswigen un vörtellde: wo et sick im Spelen so trurig begewen hedd. Un he erinnerde sick ook an den roden Hahn, datt he up dem Tun satt un kraihde, un datt he to em spraken hedd: _Hahn, du swigst._

De witte Fru to Löbnitz

In Löbnitz ging de Red, datt eene witte Fru bi nachtslapender Tid rundging. Ehr Gang was van der Bleke äwer dat Steg, dat achter dem Backhuse up der Beek liggt, dörch dat Backhus üm den Schaapstall un üm de grote Schün, un denn gar langsam dör den Boomgarden un Blomengarden, wo se oft still stund un sick bückte, as wenn se Äppel upsammelde edder Blomen plückte. Van da ging se toletzt in dat Hus, wo se üm Klock een meist ut dem Keller unner der Trepp herupsteeg mit eenem Licht in der Hand, waran blage Fünkschen stöweden un dat hell upgnisterde. So is se oft sehn üm de Gespensterstund; un ook mine selige Moder sede, se hedd se mal schemern sehn. Se plag jümmer an der Trepp stilltostahn un sick wunnerlich ümtokiken ook woll de Husdör to beföhlen, ob se slaten were; denn ging se langsam un potentatisch de Trepp herup un steg to Bänen unner de Oken to den Katten un löschte ehr Licht ut. Dat is enmal wiß, keen Minsch ging to der Tid gern up de Dele un up de Trepp; un dat was dat Besünnlichste, datt keen Hund da je to liggen edder to rasten plegde. Un oft is't schehn, datt Mäge, de de Trepp mit Licht herupgingen edder des Nachts da wat to bestellen hedden, plötzlich as för dood henstörteden un denn elendig krank wurden; un de hebben vörtellt, de witte Fru wer en mit dem blagen gnistrigen Licht in den Weg treden un hedd se anpust't. Van disser witten Fru vörtellde Johann Geese eenmal:

"Mit der witten Fru, de to gewissen Tiden, am meisten im Harwst un Winter to Löbnitz ümgeiht, schall man sick woll in acht nehmen, un den Düwel nich im Äwermod vörsöken. Dat is een erzböses Wif, un se geiht nich vörgäws in der wilden Unruh rund un makt ehrlichen Lüden de Nacht gruwlich. Dat's woll hundert Jahr her un länger, datt se to Löbnitz würklich lewde un regierde. Se was een rikes un vörnehmes Eddelmannswif un se seggen, se kam ut Polen--so schön un witt as de witte Dag, datt ehres Gliken van Schönheit kum up der Welt west is. Äwerst se was eene leidige Hex un falsch un listig van Grund ut, un slimmer as Bollis im Winter; un de olde Fiend hedd ehr den letzten Bloodsdruppen vörgiftet, datt ook nich een god Haar mehr an ehr was. Se was grausam hoffardig un lichtfardig, solang se jung un schön was, un schall ehren olden Mann mit Gift vörgewen hebben. As et äwerst mit ehr gegen dat Older ging un se een, drei Stieg Jahr up dem Puckel hedd, da vörlet se de lustige Düwel, de im Blood sitt, äwergaff se sinem slimmsten Broder, dem hungrigen un kattigen Gitzdüwel, dem Düwel, de nich slapen kann, dem rechten Negendöder der Seelen, as de Herr Pastor seggt. Nu wurd dat olde Wif eene slimme Minschenschinnerin un Lüdplagerin un kratzte ut dem Blood und Sweet der armen Lüde Gold in Hupen tosam un vörgrof't an veelen Stellen. Un as se endlich van disser Welt weg müßt, is't ehr tor Straf sett't, datt se up desülwige Wis, as se annern keene Rauh un Rast günnt hett, ook im Grawe noch keene Rauh finden schull. Darüm mütt se nu ümgahn in der doistern Nacht, wenn alle frame Kreaturen un christlichen Minschen slapen, un de hungrigen Wülw und Vöss un Marten un Ilken un anner sodhan Tüg alleen up den Beenen sünt. Denn mütt se herut in Hagel un Snei un Wind un Regen in dem witten Doodenhemd mit dem gefährlichen Licht in der Hand. Un wiel se im Keller un in der Bleke dat meiste Geld vorgrawen hett, darüm mütt se dar am meisten ümlopen. De Herr hett woll de Löcher sehn, de de Schatzgröwers dissen Winter up der Bleke upwöhlt hebben? Äwerst de dummen Narren! da ward keen Minsch wat finden. Denn je slimmer de Minsch ist, de Geld in der Erd vörgröft, desto grötere Macht hett de Bös äwer den Schatz un desto deeper kann he en to sick heruntertrecken. Un wer seggt uns, wo veele dausend Faden deep he ehre Geldkasten in de Erd herunnerslaken hett? Dat is ook wahr un is dör veele Teken bewist, datt düslike vordammte Seelen, de im Graw keene Rauh hebben, van Gott brukt warden de Slimmen in Tucht to holden. Denn wer in vörbadner Tid as Sliker edder Deef herümlurt un wat söcht, wo he nicks vörlaren hett, un dem witten Wiwe in den Wurf kümmt, mit dem dörft se affahren, as't ehr geföllt, wenn he nich noch tor rechten Tid een himmlisch Gewehr ergrippt, as een Evangelienbook edder een Gebet, dem Gott anmarkt, datt et nich tom Spaß ut der Kehle geiht. Dat hett sick vör een twintig Jahr begewen. Da was in Langenhanshagen een Snider, de het Jakobs un was as een Töwerer un Deef vörropen, de des Nachts selden in sinem Bedd sleep. Den funden se eenes Morgens to Löbnitz an der Eek achter dem Backhus, wo de Steg äwer de Beek geiht. O je! wo bummelde de grote Kramsvagel! un wo frisch weihede dat Sniderhoiken im Wind! He was mit eener frischen grönen Wide upknüppt. Sine Fründschaft sede woll, datt he sick woll sülwst een Leed andhan hedd; äwerst wi weten dat beter: sine Uphengersche lewt noch."

Der Rabenstein

Es gibt viele absonderliche und wunderseltsame Geschichten und Dinge in der Natur, von welchen kein Mensch begreift, wie sie sich begeben und zusammenhängen, und sind doch da. Und wenn die Menschen sie erzählen hören, erstaunen sie und erschrecken, aber wissen können sie sie nicht. So ist es auch mit dem Rabenstein, wovon viele erzählen, aber keiner etwas Gewisses weiß; daß es aber Rabensteine gibt, das weiß man wohl.

Ihr habt auch wohl von Diebslichtern gehört. Die sind fast eben wie der Rabenstein und wie andere unsichtbare Diebslaternen. Es ist aber greulich zu erzählen, wie Diebslichter gewonnen werden. Sie sind die Finger von ungeborenen und unschuldigen Kindlein; denn die Finger von schon geborenen und getauften Kindern kann man dazu nicht gebrauchen. Und was für ungeborene Kindlein sind das? Und wie muß man die Lichter gewinnen? Wenn eine Diebin oder Mörderin sich selbst erhängt oder ersäuft hat oder gehängt oder geköpft worden ist und ein Kind in ihrem Leibe trägt, dann mußt du hingehen um die Mitternacht, auf des Teufels Straßen, und nicht auf Gottes Straßen, mit Beschwörungen und Zaubereien, und nicht mit Gebet und Segen, und mußt ein Beil oder Messer nehmen, das von Henkershänden gebraucht ist, und damit den Bauch der armen Sünderin öffnen, das Kind herausnehmen und seine Finger abschneiden und zu dir stecken. Aber solches muß durchaus um die Mitternacht vollbracht werden und in vollkommenster Einsamkeit und Schweigsamkeit, so daß auch kein leisester Laut, ja kein ach! und kein Seufzer über die Lippen des Suchenden gehen darf. So gewinnst du Lichter, die, wenn du willst, brennen, und, wie kurz sie auch sind, doch nimmer ausbrennen, sondern immer gleich lang bleiben. Diese Zauberlichter haben die sonderliche Natur und Eigenschaft, daß sie augenblicklich brennen, wie und wo ihr diebischer Inhaber nur denkt oder wünscht, daß sie brennen sollen, und ebenso geschwind als sein Wunsch und Gedanke erlöschen. Durch ihre Hilfe kann er in der dichtesten finstersten Nacht, wenn und wo er will, alles sehen; sie leuchten aber nur für ihn und für keinen andern, und er selbst bleibt unsichtbar, wenn sie auch alles andere hell machen. Dabei sitzt noch die Greulichkeit in ihnen, daß sie eine geheime Gewalt über den Schlaf haben und daß in den Zimmern, wo sie angezündet werden, der Schlafende so fest schnarcht, daß man zehn Donnerbüchsen über seinem Kopf losknallen könnte und er doch nicht erwachte. Denke, wie lustig sich da stehlen und nehmen läßt!

Auf diese Weise werden die Diebslichter gewonnen und gebraucht, aber anders der Rabenstein und nicht so greulich, wiewohl auch ein vom Satan und von seinen Gelüsten verblendetes und verhärtetes Herz dazu gehört, sich den Rabenstein in die Tasche zu schaffen. Dies ist aber der Rabenstein, und auf folgende Weise wird er gewonnen:

Die Raben, Krähen, Adler und andre solche Vögel, welche scharfe Schnäbel und Klauen haben und von Gott auf den Raub angewiesen sind, sagen die Leute, werden sehr alt und leben wohl zweihundert und dreihundert Jahre, also viel länger als die ältesten Menschen. Wenn nun ein Rabenpaar hundert Winter miteinander gelebt und geheckt hat, dann legt es erst den Rabenstein, und, wie sie sagen, alle zehn Winter einen neuen Stein. Dieser Rabenstein soll nach der Sage aus den Augen der Diebe herauswachsen, welche die Raben am Galgen ausgehackt haben; und das müssen die Raben an vielen hundert Dieben getan haben, ehe sie einen solchen Wunderstein legen können. Er ist von der Größe einer Wälschen Nuß oder eines Rabeneies, ganz rund und glatt und feuerrot wie ein Karfunkelstein, und die Raben legen ihn in der letzten Nacht des Hornungs: denn noch im Winter legen sie ihre Eier und im ersten Frühling, wann es noch reift und friert, haben sie schon befiederte Jungen. Es hat aber dieser grausige Wunderstein zwei Eigenschaften; die erste, daß er in der Nacht leuchtet wie eine Sonne und alles umher hell, seinen Träger aber unsichtbar macht, so daß sich herrlich mit ihm stehlen läßt: die zweite, daß er zu Galgen und Rad hinlockt.

Wer einen Rabenstein suchen und fangen will, der muß in die hohen Forsten suchen gehen, wo die großen, himmelhohen Bäume stehen; denn auf den schlanksten und schiersten Fichten, Eschen und Buchen, welche der gewandteste Matrose nicht leicht erklettern kann, baut der kluge Vogel Rabe sein Nest. Da muß er lauschen und lugen, wo er Rabentöne aus hoher Luft klingen hören und Rabennester entdecken mag, und zwar an solchen Tagen, wo Schnee gefallen ist; denn dann kann er allein die rechten Nester finden. Er mag nämlich alle Nester ruhig sitzen lassen, unter deren Bäumen Schnee liegt, denn in solchen ist kein Rabenstein. Der Rabenstein nämlich ist so warm von oben, daß es unter seinem Neste nimmer friert noch taut und daß der Schnee in der Minute vergeht, in welcher er fällt. Aber wer dies auch weiß, kann doch wohl hundert Jahre in allen Wäldern und unter allen Bäumen herumlaufen und sich die Augen aus dem Kopfe gucken, und findet doch das Nest mit dem Rabenstein nicht. Denn das Glück oder gottlob leider der Teufel läßt sich nicht immer so leicht greifen, als die einfältigen Leute sich einbilden. Denn überhaupt sind wenige Raben in der Welt, und von diesen wenigen wie wenige werden hundert Jahre alt oder gar zweihundert und dreihundert! Weil strenge Winter, wilde Buben, Jäger und mächtigere Raubvögel die meisten in der Jugend verderben--und ferner, wie schwer auch sind die Rabennester zu finden, da der Rabe nur einen Klang oder Ton macht, wenn er in hoher Luft fliegt oder auf dem Aase sitzt oder im Neste angegriffen wird, sonst aber der verschwiegenste und einsamste aller Vögel ist! Hat nun auch einer einmal einen solchen Baum gefunden, so will es noch ein rechtes Löwenherz, ja Satansherz dazu, den Rabenstein aus dem Neste herunterzuholen. Denn hört, wie das geschehen muß:

Wer den Rabenstein haben will, der muß in der letzten Nacht des besagten Hornungs in den Wald gehen, wo der Baum mit dem hoffnungsvollen Neste steht. Er muß ganz einsam und allein kommen, und auch keine Menschenseele muß wissen, wohin und wofür er ausgegangen ist; und auch keinen Laut, nicht einmal ein Hustchen oder ein Seufzerlein darf er von sich geben. Auf die Glocke der Zeit muß er achtgeben und genau um die Mitternachtstunde zur Stelle sein; denn nur in der Gespensterstunde, zwischen zwölf und eins in der Nacht, läßt der Stein sich gewinnen. Dann muß er sich so splitterfasernackt entkleiden, wie Adam weiland im Unschuldkleide der Natur im Garten Eden gestanden ist; und in diesem Naturkleide muß er nun den Stamm hinaufklettern und zitternd und bebend im Sinn behalten, daß er keinen Ton vernehmen lassen darf; denn alsbald ihm auch nur der leiseste Laut entführe, würde er gleich des Todes sein. Aber nun merkt euch hierbei wieder des Teufels List. Wenn er den armen


Maerchen und Sagen - 6/40

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