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- Das Maedchen aus der Feenwelt - 3/20 -


reichen Freier zu wählen, während ihr Herz an einem armen Fischer hängt. Morgen um Mitternacht zählt sie achtzehn Frühlinge, und wenn sie bis dahin nicht die Braut des Fischers ist, ist sie für ihre Mutter verloren. Ich muß hier müßig bleiben und darf sie nicht beschützen. Alle Geister in der Nähe der Feenkönigin habe ich seit zwei Jahren vergebens um Hülfe angefleht, darum habe ich in meiner höchsten Not nun Sie versammeln lassen, und wenn Sie nicht alles aufbieten, mein Kind zu retten, so bin ich die unglücklichste Fee, die je einen Zauberstab geschwungen hat.

Alle (springen auf). Pereat der Neid! Pereat der Bauer!

Zenobius. Lakrimosa soll leben!

Alle. Hurra!

Bustorius. Kommen Sie, Frau, sein Sie nicht traurig. Waren Sie zwar stolzes Weibsbild, aber sein Sie bestraft, sein Sie doch gute Person, haben Sie Ihr Kind gern, das gfallt mir. Geben Sie mir Bussel. (Nimmt sie beim Kopf und küßt sie.) Nit wahr, meine Freunde, wollen wir ihr alle helfen?

Alle. Alle! Alle!

Bustorius. Was wollen Sie mehr, sein das nicht rare Geister? Verlassen Sie sich auf ungarischen Zauberer. Was Ungar verspricht, das halt er. Hat er festes Blut in sich wie Eisenbad in Mehadia. Wir wollen schon einheizen den vertrackten Purzel oder Wurzel, wie der Kerl heißt.

Ajaxerle. Ja, das wollen wir, und ich will die ganze Sache dirigieren. Jetzt lauf ich gleich ins Wirtshaus und laß mir was immer für a Vieherle sattle und reit in die Stadt hinunter und werd alles auskundschafte, und außer der Stadt draußen steht ein verrufenes Bergle, das heißt der Geisterscheckel, da kommen wir in zwei Stunden in dem alten Schloß oben alle zusammen und machen den ganzen Plan aus, und die Nacht da (auf die Nacht zeigend), die muß vor uns herfliegen, damit die Sach kein Aufsehen macht, und heut abend müsse Sie schon Ihr Töchterle habe, und wenn sie auf den Blocksbergle vermählt werde soll.

Alle. Ja, heute noch, Hurra!

Lakrimosa. So sind Sie, wie ich Sie haben wollte, jetzt ist mein Mutterherz getröstet. Ich verlasse mich ganz auf Sie. (Im Konversationstone.) Darf ich Ihnen gschwind noch mit ein Glaserl Punsch aufwarten?

Bustorius. Was Ponsch? Nichts Ponsch, ist schon Tag. Lassen Sie Wagen vorfahren. Wo ist mein Fiaker 243?

Zenobius. Die Wägen herbei. Die Mäntel! Es ist ja noch stockfinster in den Wolken, es muß ein Wetter am Himmel sein.

(Alles bricht auf, nimmt die Mäntel um. Der mittlere Vorhang geht auf, man sieht in eine Wolkenstraße. In der Ferne sind die beleuchteten Fenster einiger Feenschlösser zu sehen. Die Wolkenwagen fahren vor und gerade in die Kulisse ab, nicht durch die Luft. Zwei Diener mit Fackeln leuchten.)

Ein Feendiener (ruft). Fiaker 243, vorfahren!

Fiaker (schreit). Ja! (Fährt vor.)

(Bustorius steigt ein, sein)

Diener (springt hinten auf und ruft). Nach Haus!

(Ein anderer Wagen mit zwei Laternen folgt. Antimonia steigt ein und fährt fort. Zuletzt erscheint eine Wurst, mehrere Zauberer und Feen setzen sich auf und fahren fort.)

Lakrimosa (nachrufend). Kommen S' gut nach Haus! Vergessen S' nicht auf mich! Sie Herr Vetter, ich laß Ihnen einspannen und in den Gasthof führen.

Ajaxerle. Ei bewahr! ich hab ja mein Laternbüble da. (Ruft.) He, rufts ihn doch!

Feendiener. He, Laternbub!

Ein kleiner Genius (mit einer Laterne springt herein). Hier, Euer Gnaden!

Ajaxerle. Voraus, Spitzbüble!

Genius (ihn nachäffend). Voraus, Spitzbüble!

(Unter allgemeinem Lärm und Empfehlungen: Kommen Sie gut nach Haus! usw. fällt der Vorhang vor.)

Vierter Auftritt

Verwandlung

Nobles Gemach in Fortunatus Wurzels Haus, an der Seite ein bronzierter Kleiderschrank. Rechts ein Fenster neben dem Schlafgemach Wurzels. Auf der entgegengesetzten Seite der Eingang.

Lorenz mit zwei Bedienten. Habakuk.

Lorenz läuft zum Fenster und sieht hinaus.

Stimme von unten. Herr Lorenz, der Wein ist da. Gehts einer herunter!

Lorenz (ruft hinab). Gleich, gleich, nur nicht so schreien, da ist den Herrn sein Schlafzimmer! (Zu den Bedienten.) Gehts hinunter zun Wagen, der echte Champagner ist kommen. Tragts die Flaschen in Saal hinauf. Morgen ist Punschgesellschaft, da muß er austrunken werden, aller, sonst wird er hin, er halt sich nur ein paar Tage. (Zwei Bediente gehen ab. Zum dritten.) Und du nimmst ein zehn Flaschen weg und stellst mir s' auf die Seite, ich brauch s' für eine arme Familie, die gern trinkt.

Habakuk. Schon recht, Mußi Lorenz. (Geht ab.)

Lorenz (allein). Was man alles zu tun hat, wenn man erster Kammerdiener in ein Haus ist! Wie ich noch Halter bei ihm war, hab ich lang nicht so viel zu tun ghabt als jetzt. Ja, wenn wir auch von Land sein, deswegen sind wir doch nicht auf den Kopf gfallen. Wie ich Bedienter worden bin, hab ich nicht gwußt, warum die Schneider so große Säck in die Livreen machen, jetzt weiß ichs schon: weil die Bedienten von ihre Herrschaften so viel einstecken müssen. (Sieht durchs Schlüsselloch.) Mir scheint, er steht schon auf. Das war wieder ein Spektakel heut nacht, mit ihm und seine guten Freund. Bis um drei haben s' trunken und gsungen, über achtzig Gläser zusammgschlagen, und so gehts alle Wochen viermal. Mich wundert nur, daß ers aushalt--Und seine guten Freund halten ihn für ein Narren, sie sagen, er wär der gscheideste Mensch von ganz Mamelukien oder wie das Land heißt. Jetzt will er gar ein heimlicher Gelehrter werden, und ich hab schon was wispern ghört, ein Philosoph auch noch. Ein Bauer, es ist schrecklich! und er laßt nicht nach, auf die Wochen gehts schon los, da lernt er 's Lesen, und aufs Jahr schreiben, und da hat er recht. Wenn ein dummer Mensch nur wenigstens schreibt, so kann er sichs doch selber zuschreiben, daß er nichts glernt hat. Da kommt die Lottel, die därf ich gar nimmer zu ihm lassen, wenn die den Fischerkarl nicht laßt, das wird noch eine schöne Metten absetzen.

Fünfter Auftritt

Lottchen. Voriger.

Lottchen (einfach gekleidet). Guten Morgen, lieber Lorenz! Ist mein Vater schon auf?

Lorenz (sich ein Ansehen gebend). Guten Morgen, Fräulein Lottel!

Lottchen. Wieviel hundertmal hab ich dich schon gebeten, du sollst bloß Lottchen zu mir sagen. Ich bin nur ein armes Landmädchen.

Lorenz. Was sind Sie? ein armes Landmädchen? das bringt ja einen Tannenbaum um. Sie sind ja eine Millionistin.

Lottchen. Ich will aber keine sein, denn der Schatz, den der Vater gefunden, hat Unglück über unser ganzes Haus gebracht. Ach, wo ist die schöne Zeit, wo der Vater so gut mit mir war, wo ich täglich meinen Karl sehen durfte, wo noch Schwalben unter unserm Dache nisteten, und keine so hungrigen Raben wie jetzt die falschen Freunde meines Vaters! Ach, wo bist du, glückliche Zeit?

Lorenz. Ja, es kann halt nicht immer so bleiben, hier unter den wächsernen Mond!

Lottchen.


Das Maedchen aus der Feenwelt - 3/20

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