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- Der Alpenkonig und der Menschenfeind - 1/24 -


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Der Alpenkönig und der Menschenfeind

Ferdinand Raimund

Romantisch-komisches Original-Zauberspiel in zwei Aufzügen

Personen:

Astragalus, der Alpenkönig Linarius und Alpanor, Alpengeister

Herr von Rappelkopf, ein reicher Gutsbesitzer Sophie, seine Frau Malchen, seine Tochter dritter Ehe Herr von Silberkern, Sophiens Bruder, Kaufmann in Venedig August Dorn, ein junger Maler Lischen, Malchens Kammermädchen Habakuk, Bedienter bei Rappelkopf Sebastian, Kutscher in Rappelkopfs Dienst Sabine, Köchin in Rappelkopfs Dienst

Christian Glühwurm, ein Kohlenbrenner Marthe, sein Weib Salchen, ihre Tochter Hänschen, Christoph und Andres, ihre Kinder Franzel, ein Holzhauer, Salchens Bräutigam Christians Großmutter

Rappelkopfs verstorbene Weiber: Victorinens Gestalt Wallburgas Gestalt Emerentias Gestalt

Alpengeister. Genien im Tempel der Erkenntnis. Dienerschaft in Rappelkopfs Hause.

Die Handlung geht auf und um Rappelkopfs Landgut vor.

Erster Aufzug

Erster Auftritt

Die Ouvertüre beginnt sanft und drückt fröhlichen Vogelsang aus, dann geht sie in fremdartiges Jagdgetön über, begleitet von Büchsenknall. Beim Aufziehen der Kurtine zeigt sich eine reizende Gegend am Fuß einer Alpe, welche sich im Hintergrunde majestätisch erhebt. Im Vordergrunde zeichnet sich in der Mitte ein Gebüsche von Alpenrosen, links ein abgebrochener Baumstamm und im Vordergrunde rechts ein hoher Fels aus.

Ein Chor von Alpengeistern, dabei Linarius, durchaus grau als Gemsenjäger gekleidet, jeder eine erlegte Gemse über den Rücken hängen, eilt von der Alpe herab und sammelt sich im Vordergrunde der Bühne.

Chor. Stellt die Jagd ein, luftge Schützen! Von den steilen Alpenspitzen Steigt herab ins blumge Tal. Zählt mit wilder Jägerfreude Schnell die frischgefällte Beute Hier im grünen Weidmannssaal.

Zweiter Auftritt

Astragalus, ganz grau gleich den übrigen Geistern als Alpenjäger gekleidet, ein Jagdgewehr über die Schulter.

Astragalus (im rauhen Tone). Holla ho, ihr Jägersleute! Seid genügsam in der Beute. Laßt, ihr jagdberauschten Schergen, Ruhn das Gemsvolk in den Bergen. Lang gedonnert haben wir Heut im steinigten Revier.

Linarius (erster Alpengeist). Großer Fürst, du magst nur winken, Und der Alpen Geister sinken Kraftberaubet in den Staub Wie vorm Sturmwind welkes Laub. Keiner ist hier, der es wagt, Fortzusetzen mehr die Jagd. Doch es kann nichts Schönres geben, Als auf Alpenspitzen schweben Und den Blitz vom Rohre senden, Der Gazelle Leben enden. Ha! wenn aus metallnem Lauf Krachend sich der Schuß entladet Und die goldne Kugel drauf In der Gemse Blut sich badet: Das ist echte Weidmannslust, Das erhebt des Jägers Brust.

Alle. Das ist echte Weidmannslust! Das erhebt des Jägers Brust!

Astragalus. Bei des Eismeers starren Wellen, Ihr seid wackre Jagdgesellen. Oft soll euch die Lust entzücken, Doch auch andre mags beglücken. Denn was wir dem Berg entwenden, Will ins dürftge Tal ich senden. An Bewohner niedrer Hütten, Die um karges Mahl oft bitten, Teilet eure Gemsen aus. Werft sie unsichtbar ins Haus.

Linarius. Edel ist stets dein Beginnen, Und wir eilen schnell von hinnen, Um den mächtgen Herrscherwillen Stolz zu ehren durch Erfüllen. Laßt die Hütten uns umrauschen Und leis dem Entzücken lauschen, Wenn sie in der Tiere Wunden Goldne Kugeln aufgefunden. Dankesperlen, die sie weinen, Wollen wir zu Kränzen einen, Daß sie zieren dann zum Lohn Lieblich deinen Alpenthron.

(Alle ab.)

Dritter Auftritt

Astragalus allein.

Astragalus. Wohl soll in der Geister Walten Lieb und Großmut mächtig schalten, Und ihr Wesen hoher Art, Wo sich Kraft mit Freiheit paart, Soll, befreit von irdschem Band, Schwingen sich an Äthers Rand. Doch, so wies im Menschenleben Bös und gut Gesinnte gibt, Jener haßt und dieser liebt: So ists auch in Geistersphären, Daß nicht all nach oben kehren Ihr entkörpert Schattenhaupt, Und, des liebten Sinns beraubt, Auch der Böse schaut nach unten, An die finstre Macht gebunden. Und so wird der Krieg bedinget, Der die Welt mit Leid umschlinget, Der die Wolken jagt durch Lüfte, Der auf Erden baut die Grüfte, Der den Geist gen Geist entzweiet, Der dem Hai die Kraft verleihet, In des Meeres Flut zu wüten, Der dem Nordhauch schenkt die Blüten, Der den Sturm peitscht gegen Schiffe, Daß zerschmettern sie am Riffe, Der die Menschen reiht in Heere, Daß sie zu des Hasses Ehre Über ihrer Brüder Leichen Sich des Sieges Lorbeer reichen-- Doch ich liebe Geisterfrieden, Bin dem Menschen gut hienieden, Hause nicht in Bergesschlünden, Laß in freier Luft mich finden. Hab auf Höhen, glänzend weiß, Auf des Gletschers kühnstem Eis, Mein kristallnes Schloß erbaut, Das der Sterne Antlitz schaut. Und dort blick aus klaren Räumen Auf der Menschheit eitles Träumen Mitleidsvoll ich oft herab. Doch wenn ich am Pilgerstab Manch Verirrten wandern sehe, Steig von meiner wolkgen Höhe Nieder ich zum Erdenrunde, Reich ihm schnell die Hand zum Bunde Und leit ihn mit Freundessinn Zum Erkenntnistempel hin. (Ab.)


Der Alpenkonig und der Menschenfeind - 1/24

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