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- Der Verschwender - 4/22 -


Valentin. Schimpf nicht über mein Metier.

Rosa. Laß mich gehn. Ich nehm mir einen andern. Ich weiß schon, wem ich heirat.

Duett Rosa. Ein Schlosser ist mein schwache Seit, Das ist der erste Mann, Der sorgt für unsre Sicherheit Und schlagt die Schlösser an. Valentin. Mein Kind, da bist du schlecht bericht, Der Tischler kommt zuvor, Der Schlosser ist der Erste nicht, Der Tischler macht das Tor. Rosa. Ein Schlosser ist zu schwarz für mich Und seine Lieb zu heiß. Valentin. Verliebt sich ein Friseur in dich Der macht dir nur was weiß. Rosa. Nein! nein! ein Drechsler! o wie schön! Der ist für mich gemacht. Valentin. Der kann dir eine Nasen drehn, Da nimm du dich in acht. Rosa. Ein Bäck, der ist mir zu solid, Ich fürcht, daß ich mich härm. Valentin. So nimm dir einen Kupferschmied, Der schlagt ein rechten Lärm. Rosa. Mit einem Schneider in der Tat, Da käm ich prächtig draus Valentin. Doch wenn er keine Kunden hat, So geht der Zwirn ihm aus. Rosa. Ein Klampfrer ist ein sichrer Mann, Dem fehlt es nie an Blech. Valentin. Ich ratet dir ein Schuster an Es ist halt wegnem Pech. Rosa. Ein Hutrer wär wohl nicht riskiert, Der hat ein sichres Gut. Valentin. Ja wenn die Welt den Kopf verliert, Da braucht kein Mensch ein Hut. Rosa. Ein Spekulant, o welche Pracht-- Doch hätt ich kaum den Mut. Valentin. Ah, wenn er pfiffig Krida macht, Da gehts ihm erst recht gut. Rosa. Kurzum, ich wend im Kreis herum Vergebens meinen Blick. Drum kehr ich zu dem Tischler um, Er ist mein einzig Glück. Valentin. Verlaß dich auf den Tischlerjung, Der macht dir keinen Gram. Und kriegt das Glück einmal ein Sprung, Der Tischler leimts zusamm. Beide. Ein schöner Stand ist doch auf Ehr Ein wackrer Handwerksmann. Seis Schneider, Schuster, seis Friseur, Ich biet das Glas ihm an.

(Beide ab.)

Siebenter Auftritt

Helm, im Jagdkleide, tritt aus seinem Kabinett. Wolf aus Flottwells Zimmern.

Helm. Nun wie stehts, Herr Kammerdiener, gehts bald los?

Wolf (sehr geschäftig). Jawohl, der gnädge Herr wird gleich erscheinen. (Läuft zum Fenster.) Heda, Jäger, laßt euch hören! Pagen, führt die Pferde vor! Büchsenspanner, schnell herauf!

(Man hört Jagdhörner.)

Helm. Holla, holla, hurtig, meine Herren! kommt heraus, der Tanz geht an.

(Mehrere Gäste kommen teils zur Mitte, teils aus den Seitentüren, auch Pralling. Valentin. Alle sind jagdmäßig gekleidet.)

Pralling. Guten Morgen allerseits!

Alles (gegenseitig). Guten Morgen! Gut geschlafen?

Helm. Potz Donnerwetter, war das eine schlechte Nacht!

Pralling. Mein Schlaf ist wie ein liederlicher Diener, wenn ich ihn rufe, kommt er nicht.

Helm. Er ist ein freier Mann und kommt nur, wenn er will.

Walter. Eine Kokette ist er, die sich ziert, bevor sie uns umarmt.

Achter Auftritt

Vorige. Chevalier Dumont im eleganten Jagdanzug.

Dumont (blickt durch eine einfache Lorgnette). Ah bon jour, mes amis! (Er spricht gebrochen deutsch.) Wie aben Sie geschlafen?

Alle. Ah, unser Naturfreund!

Dumont. Ja, Messieurs, der Natur sein groß. Ick aben wieder geschwelgt in ihren Reizen. Der ganzen Nacht bin ick am Fenster gelegen, um der Gegend zu betrachten. O charmant!

Neunter Auftritt

Vorige. Flottwell. Sockel.

Flottwell. Guten Morgen, edle Freunde!

Alle. Guten Morgen!

(Einige schütteln ihm die Hand.)

Flottwell. Wir kommen spät zur Jagd. Ich hoffe, daß die Herren, die heut zum erstenmal in meinem Schloß geruht, mit der Bedienung so zufrieden waren, als ichs nur immer eifrig wünschen kann. Gern hätt ich Ihren Schlaf mit süßen Träumen auch bewirtet, doch leider stehn die nicht in meinem Sold.

Ein Gast. Mir hat von Lilien geträumt.

Helm. Und mir von einer wilden Sau, der ich den Fang gegeben hab.

Walter. Ich hab die Gastfreundschaft an einem goldnen Tisch gesehen, und deutscher Lorbeer hat ihr Haupt geschmückt.

Pralling. Ich habe all mein Glück auf die Coeur-Dame gesetzt, und als ich es verloren hatte, bin ich aufgewacht.

Flottwell. Und was hat dir geträumt, Freund Valentin?

Valentin. Mir hat geträumt, Euer Gnaden hätten mir vier Dukaten geschenkt.

Flottwell (lachend). Das ist ein eigennützger Traum, doch will ich ihn erfüllen.

Valentin. Ich küß die Hand Euer Gnaden.

Flottwell. Was mir geträumt hat, kann ich euch noch nicht entdecken. Es war ein süßer Traum, dienstfertig meinem höchsten Wunsch, er hat mir meines Lebens Zukunft rosig abgespiegelt.

Helm. Dir hat gewiß von einem Rendezvous geträumt. Spitzbub! Was? Von Augen wie Rubin und solchem dummen Zeuch.

Flottwell (lachend). Du kannst etwas erraten haben, Herzensbruder. Es soll ein Rendezvous fürs ganze Leben werden. Doch still davon, mein Herz ist übermütig heut, es könnte sich verraten.

Pralling. Wir kennen Ihre Schliche schon, Sie haben andre Jagd im Sinn als wir.

Flottwell. So ist es auch. Jagt euren Freuden nach, um mich braucht ihr euch nicht zu kümmern. Wir haben jeder andre Leidenschaft.

Pralling. Ich leide an der Gicht.

Helm. Ich bin ein passionierter Jäger.

Walter. Ich spreche dem Champagner zu.

Dumont. Und ick bewundre der Natur.

Helm. Das nimmt mich wunder, Chevalier. Sie sind ja kurzsichtig.

Dumont. Das sind der Menschen alle.

Pralling. Und wenn Sie fahren, schlafen Sie im Wagen.

Dumont. O, das macken nichts. Ein wahrer Naturfreund müssen ihrer Schönheit auch im Schlaf bewundern können.

Helm. Das kann ich nicht. Mein Liebling ist die Jagd.

Flottwell. Heda! bringt uns Bordeaux. Die Herren sollen sich begeistern.

Dumont. Mackt mir der Fenster auf, daß ick der Landschaft kann betrachten. (Sieht durchs Glas.)

Wolf. Hier ist Bordeaux!

(Er ordnet die Diener, welche schon bereitet standen und ihn in gefüllten Stengelgläsern auf silbernen Tassen präsentieren.)

Walter (ruft). Herrlicher Wein!

Dumont (am Fenster entzückt rufend). Himmlischer Wasserfall!


Der Verschwender - 4/22

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