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- Die gefesselte Phantasie - 4/16 -


arrogantia (auffahrend). Wer?

vipria (steigend). Wie?

narr (grell für sich). Was?

hermione. Verzeiht, daß ich den harten Ausdruck hab’

gewählt. Ich bitte euch, schont dieses Landes Glück.

vipria. Nicht weiter sprich! Also darum ließest du uns rufen?

arrogantia. Um einen Mentor hier zu spielen?

vipria. So wisse denn, wir hassen dich wie Schlangengift.

hermione. Was hab’ ich euch getan?

vipria. Als wir auf deine Insel kamen, hättest du um Schutz uns flehen sollen; doch mit Verachtung hast du uns empfangen.

arrogantia. Selbst nicht zum Tee hast du uns eingeladen, das hat die Schwester so empört.

vipria (zu Arrogantia). Sprich nicht so albern, schweig’!

arrogantia. Warum? Der Tee ist deine schwache Seite.

narr. Sie hat ja so schon ihren Tee.

vipria (zu Arrogantia). Erzürn’ mich nicht und schweig’!

arrogantia. Was hast du zu befehlen mir?

vipria (heftig). Ich will’s!

arrogantia (ebenso). Ich nicht!

narr. Sie fangen noch zu raufen an.

vipria (zu Arrogantia). Ein andermal! (Zu Hermione.) Zu dir, du freches Weib!

hermione. Halt’ ein, das geht zu weit! Soll denn Gewalt nichts über euch vermögen? Ergreift sie schnell!

alles (will auf sie zu).

beide (spannen ihre Bogen schnell). Wer wagt’s?

distichon (zieht sich erschrocken zurück). Ich nicht!

narr (auch). Detto mit Obers.

vipria. Entfernt euch schnell! Wir lizitieren euer Leben.

(Mit gespanntem Bogen drohend.)

narr. Die Lizitation wart’ ich nicht ab. (Er läuft davon.)

odi. Ich geh’ schon auf den ersten Ruf. (Läuft ab.)

arrogantia (zu Distichon). Nun? Was zahlst du für das deine?

distichon (schnell). Das Fersengeld. (Erschrocken ab.)

vipria (zu Affriduro). Hast du für unsern Pfeil ein überflüssig’ Leben?

affriduro. Ich hab’ nur eins, das brauch’ ich selbst; leb wohl! (Ab.)

arrogantia (zu allen). Und ihr?

alles. Wir laufen schon.

(Alles in Verwirrung ab.)

vipria (triumphierend). Ha, ha, ha! Virtuosen in der Furcht.

7. Szene

hermione. vipria. arrogantia

arrogantia. Verlassen stehst du nun.

vipria. Erkenne unsere Macht!

hermione (weinend). Wehe mir!

arrogantia (höhnend). Was weinst du denn?

vipria (ebenso). Du zartes Turteltäubchen, du!

hermione. Auf euer Haupt zurück den Spott, ihr niedern Zauberdirnen! Entweicht auch ihr, vergiftet nicht den Hain durch euren Hauch.

vipria. So komm! Wir wollen sie verlassen.

arrogantia. Doch unser Haß bleibt ihr zurück.

vipria. Und diese Flur, des Streites bunter Zeuge, die ihn mit farb’gem Aug’ geschaut, verödet soll sie sein. (Nimmt einen Stern hervor.) Du auberstern, der finstern Hekate entwendet, jetzt steh’ mir bei! (Zu Hermione.) Du liebest diesen Blumentempel? So stürz’ ich seine Säulen ein, und eine einzige Distel setz’ ich dafür hin, Verwesung heißet sie; schau her!

(Der Garten stürzt zusammen, Sumpf und verdorrte Bäume zeigen sich. Raben sitzen auf den Ästen und flattern in der Luft. Das ganze ist ein grauser Anblick, der Wind heult gräßlich.)

hermione (schaudernd). Entsetzlich!

vipria. Unersättlich werde meine Rache, gleich dem Hunger des Erysichthons, überall will ich dich necken und verfolgen, in jedem Grashalm will ich dich belauschen.

arrogantia. Aus jedem Unkraut strecke ich meinen Hals.

vipria. Bis die Verzweiflung bittend dich zu meinen Füßen reißt, dann erst ist Vipria versöhnt. (Erschöpft.) Ha, wie wird mir jetzt, ich bin zu schwach für meinen Grimm.

arrogantia (sanft). Du hast dich angegriffen, liebes Schwesterchen, o stütze dich auf meinen Arm!

vipria (höhnisch). Ich danke dir. (Heimlich.) Wie kommst denn du zu dieser Zärtlichkeit?

arrogantia (beiseite). Aus Bosheit, weil sie’s ärgert. (Laut.) Das macht die Eintracht unserer Herzen. Wenn du leidest, leid’ ich auch.

vipria (zart). O gutes Kind! (Umarmt sie zärtlich mit durchbohrendem Blick auf Hermione.) Wart, Schlange! (Matt zu Arrogantia.) Leit’ mich. (Geht gestützt auf Arrogantia ab.)

8. Szene

hermione allein

hermione. O ihr Götter! Wodurch verdient’ ich euren Fluch? Erniedrigt--und vor wem? Vor meinem eigenen Geschlecht. Wenn’s noch ein mächt’ger Zauberer wär’--doch daß es Weiber sind, die mich besiegt, das kränkt mich gar so tief! Und wenn ich, gleich dem Argus, hundert Augen hätte, so würde jedes sich mit Tränen füllen über diese Schmach. O Amphio, könntest du den Schmerz mir tragen helfen! Doch halt! Hat das Orakel nicht bestimmt: daß, wenn ich einen Gatten wähle, die Macht der Zauberbrut vernichtet ist? Doch, darf ich meinem Volke sagen, daß ich einen Hirten liebe? Und kann ich einen andern wählen? Ich vermag es nicht. Es sind nicht Amors Rosenketten, die mich an ihn binden, eherne Bande sind es, die mein Herz an seines schmieden. Doch wie--hat Minerva mich berührt?--So gelingt es --so muß er siegen!--So wird er mein, ich kann auf seinen Geist vertrauen. (Der Narr sieht zur Kulisse herein.) Was suchst du, Narr?

9. Szene

narr. Dann distichon. affriduro. odi. volk. vorige

narr. Ich muß rekognoszieren. Sie trauen sich nicht herein. Nur herein, ihr florianischen Helden, der Feind ist fort, ihr habt gesiegt.

alles (kommt gelaufen und stürzt zu Hermionens Füßen). Heil, Hermione, ewige Treue geloben wir dir!

distichon. Nur einen Augenblick hat uns die Furcht besiegt; sie ist vorbei, jetzt bau’ auf unsre Kraft.

hermione. Ich bau’ auf sie, wie auf die Reize dieser Flur.

alles (blickt hin). Ha, was ist das?

hermione. Ein blühend’ Bild von eurem Mut; er ist so treu, wie dieser Sumpf, wer auf ihn baut, sinkt ein.


Die gefesselte Phantasie - 4/16

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