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- Der Neffe als Onkel - 4/12 -


Sophie. Der gute Vetter!

Fr. v. Mirville. Armer Dorsigny!

Champagne. Nein, es läßt sich gar nicht beschreiben, was mein armer Herr gelitten hat! Aber lieber Herr, sagte ich zu ihm, vielleicht ist noch nicht alles verloren--Geh, Schurke, sagte er zu mir, ich schneide dir die Kehle ab, wenn du zu spät kommst--Er kann zuweilen derb sein, Ihr lieber Neffe.

Dorsigny. Unverschämter!

Champagne. Nun, nun, Sie werden ja ordentlich böse, als wenn ich von Ihnen spräche; was ich sage, geschieht aus lauter Freundschaft für ihn, damit Sie ihn bessern, weil Sie sein Onkel sind.

Fr. v. Mirville. Der gute, redliche Diener! Er will nichts als das Beste seines Herrn!

Fr. v. Dorsigny. Geh, guter Freund, ruhe dich aus, du wirst es nöthig haben.

Champagne. Ja, Ihr Gnaden, ich will mich ausruhen in der Küche. (Ab.)

Neunter Auftritt.

Vorige ohne Champagne.

Dorsigny. Nun, Sophie! was sagst du dazu?

Sophie. Ich erwarte Ihre Befehle, mein Vater!

Dorsigny. Ja, was ist da zu thun?

Fr. v. Dorsigny. Es ist da weiter nichts zu thun; wir müssen sie ihm ohne Zeitverlust zur Frau geben.

Fr. v. Mirville. Aber der Vetter ist ja noch nicht hier.

Fr. v. Dorsigny. Seinem Briefe nach kann er nicht lang ausbleiben.

Dorsigny. Nun--wenn es denn nicht anders ist--und wenn Sie so meinen, meine Liebe--so sei's! Ich bin' s zufrieden und will mich so einrichten, daß der Lärm der Hochzeit--vorbei ist, wenn ich zurückkomme--He da! Bediente!

Zehnter Auftritt.

Zwei Bediente treten ein und warten im Hintergrunde. Vorige.

Fr. v. Dorsigny. Noch Eins! Ihr Pachter hat mir während Ihrer Abwesenheit zweitausend Thaler in Wechseln ausbezahlt--ich habe ihm eine Quittung darüber gegeben--Es ist Ihnen doch recht?

Dorsigny. Mir ist alles recht, was Sie thun, meine Liebe! (Während sie die Wechsel aus einer Schreibtafel hervorholt, zu Frau von Mirville.) Darf ich das Geld wohl nehmen?

Fr. v. Mirville. Nimm es ja, sonst machst du dich verdächtig.

Dorsigny (heimlich zu ihr). In Gottes Namen! Ich will meine Schulden damit bezahlen! (Laut, indem er die Wechsel der Frau von Dorsigny in Empfang nimmt.) Das Geld erinnert mich, daß ein verwünschter Schelm von Wucherer mich schon seit lange um hundert Pistolen plagt, die--mein Neffe von ihm geborgt hat--Wie ist's? Soll ich den Posten bezahlen?

Fr. v. Mirville. Ei, das versteht sich! Sie werden doch meine Base keinem Bruder Liederlich zur Frau geben wollen, der bis an die Ohren in Schulden steckt?

Fr. v. Dorsigny. Meine Nichte hat Recht, und was übrig bleibe kann man zu Hochzeitgeschenken anwenden.

Fr. v. Mirville. Ja, ja, zu Hochzeitgeschenken!

Ein dritter Bedienter (kommt). Die Modehändlerin der Frau von Mirville.

Fr. v. Mirville. Sie kommt wie gerufen. Ich will gleich den Brautanzug bei ihr bestellen. (Ab.)

Eilfter Auftritt.

Vorige ohne Frau von Mirville.

Dorsigny (zu den Bedienten). Kommt her!--(Zur Frau von Dorsigny) Man wird nach dem Herrn Gaspar, unserm Notar, schicken müssen-Fr. v. Dorsigny. Lassen Sie ihn lieber gleich zum Nachtessen einladen; dann können wir alles nach Bequemlichkeit abmachen.

Dorsigny. Das ist wahr! (Zu einem von den Bedienten.) Du, geh zum Juwelier und laß ihn das Neuste herbringen, was er hat--(Zu einem andern.) Du gehst zum Herrn Gaspar, unserm Notar, ich lass' ihn bitten, heute mit mir zu Nacht zu essen.--Dann bestellest du vier Postpferde; Punkt eilf Uhr müssen sie vor dem Hause sein, denn ich muß in der Nacht noch fort.--(Zu einem dritten.) Für dich, Jasmin, hab' ich einen kitzlichen Auftrag--du hast Kopf, dir kann man was anvertrauen.

Jasmin. Gnädiger Herr, das beliebt Ihnen so zu sagen.

Dorsigny. Du weißt, wo Herr Simon wohnt, der Geldmäkler, der sonst meine Geschäfte machte--der meinem Neffen immer mein eignes Geld borgte.

Jasmin. Ei ja wohl! Warum sollt' ich ihn nicht kennen! Ich war ja immer der Postillon des gnädigen Herrn, Ihres Neffen.

Dorsigny. Geh zu ihm, bring ihm diese hundert Pistolen, die mein Neffe ihm schuldig ist und die ich ihm hiermit bezahle! Vergiß aber nicht, dir einen Empfangsschein geben zu lassen.

Jasmin. Warum nicht gar--Ich werde doch kein solcher Esel sein! (Die Bedienten gehen ab.)

Fr. v. Dorsigny. Wie er sich verwundern wird, der gute Junge, wenn er morgen ankommt und die Hochzeitgeschenke eingekauft, die Schulden bezahlt findet.

Dorsigny. Das glaub' ich! Es thut mir nur leid, daß ich nicht Zeuge davon sein kann.

Zwölfter Auftritt.

Vorige. Frau von Mirville.

Fr. v. Mirville (eilt herein, heimlich zu ihrem Bruder). Mach, daß du fortkommst, Bruder! Eben kommt der Onkel mit einem Herrn an, der mir ganz so aussieht, wie der Herr von Lormeuil.

Dorsigny (in ein Kabinet fliehend). Das wäre der Teufel!

Fr. v. Dorsigny. Nun, warum eilen Sie denn so schnell fort, Dorsigny?

Dorsigny. Ich muß--ich habe--Gleich werd' ich wieder da sein.

Fr. v. Mirville (pressiert). Kommen Sie, Tante! Sehen Sie doch die schönen Mützen an, die man mir gebracht hat.

Fr. v. Dorsigny. Du thust recht, mich zu Rath zu ziehen--ich verstehe mich darauf. Ich will dir aussuchen helfen.

Dreizehnter Auftritt.

Oberst Dorsigny. Lormeuil. Frau von Dorsigny. Sophie. Frau von Mirville.

Oberst. Ich komme früher zurück, Madame, als ich gedacht habe, aber desto besser!--Erlauben Sie, daß ich Ihnen hier diesen Herrn-Fr. v. Dorsigny. Bitte tausendmal um Vergebung, meine Herren--die Putzhändlerin wartet auf uns, wir sind gleich wieder da--Komm, meine Tochter! (Ab.)

Oberst. Nun, nun! Diese Putzhändlerin könnte wohl auch einen Augenblick warten, dächt' ich.

Sophie. Eben darum, weil sie nicht warten kann--Entschuldigen Sie, meine Herren. (Ab.)

Oberst. Das mag sein--aber ich sollte doch denken-Fr. v. Mirville. Die Herren, wissen wir wohl, fragen nach Putzhändlerinnen nichts; aber für uns sind das sehr wichtige Personen. (Geht ab, sich tief gegen Lormeuil verneigend.)

Oberst. Zum Teufel, das seh' ich, da man uns ihrentwegen stehen läßt.

Vierzehnter Auftritt.

Oberst Dorsigny. Lormeuil.

Oberst. Ein schöner Empfang, das muß ich sagen!

Lormeuil. Ist das so der Brauch bei den Pariser Damen, daß sie den Putzhändlerinnen nachlaufen, wenn ihre Männer ankommen?

Oberst. Ich weiß gar nicht, was ich daraus machen soll. Ich schrieb, daß ich erst in sechs Wochen zurück sein könnte; ich bin unversehens da, und man ist nicht im geringsten mehr darüber erstaunt, als wenn ich nie aus der Stadt gekommen wäre.


Der Neffe als Onkel - 4/12

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