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- Der Neffe als Onkel - 5/12 -


Lormeuil. Wer sind die beiden jungen Damen, die mich so höflich grüßten?

Oberst. Die eine ist meine Nichte, und die andere meine Tochter, Ihre bestimmte Braut.

Lormeuil. Sie sind Beide sehr hübsch.

Oberst. Der Henker auch! Die Frauen sind alle hübsch in meiner Familie. Aber es ist nicht genug an dem Hübschsein--man muß sich auch artig betragen.

Fünfzehnter Auftritt.

Vorige. Die drei Bedienten, die nach und nach hereinkommen.

Zweiter Bedienter (zur Linken des Obersten). Der Notar läßt sehr bedauern, daß er mit Euer Gnaden nicht zu Nacht speisen kann--er wird sich aber nach Tische einfinden.

Oberst. Was schwatzt Der da für närrisches Zeug?

Zweiter Bedienter. Die Postpferde werden Schlag eilf Uhr vor dem Hause sein. (Ab.)

Oberst. Die Postpferde, jetzt, da ich eben ankomme!

Erster Bedienter (zu seiner rechten Seite). Der Juwelier, Euer Gnaden, hat Bankerott gemacht und ist diese Nacht auf und davon gegangen. (Ab.)

Oberst. Was geht das mich an? Er war mir nichts schuldig.

Jasmin (an seiner linken Seite). Ich war bei dem Herrn Simon, wie Euer Gnaden befohlen. Er war krank und lag im Bette. Hier schickt er Ihnen die Quittung.

Oberst. Was für eine Quittung, Schurke?

Jasmin. Nun ja, die Quittung, die Sie in der Hand haben. Belieben Sie, sie zu lesen.

Oberst (liest). "Ich Endesunterzeichneter bekenne, von dem Herrn Oberst von Dorsigny zweitausend Livres, welche ich seinem Herrn Neffen vorgeschossen, richtig erhalten zu haben."

Jasmin. Euer Gnaden sehen, daß die Quittung richtig ist. (Ab.)

Oberst. O vollkommen richtig! Das begreife, wer' s kann; mein Verstand steht still--Der ärgste Gauner in ganz Paris ist krank und schickt mir die Quittung über das, was mein Neffe ihm schuldig ist.

Lormeuil. Vielleicht schlägt ihn das Gewissen.

Oberst. Kommen Sie! Kommen Sie, Lormeuil! Suchen wir herauszubringen, was uns diesen angenehmen Empfang verschafft--und hole der Teufel alle Notare, Juweliere, Postpferde, Geldmäkler und Putzmacherinnen! (Beide ab.)

Zweiter Aufzug.

Die Scene ist ein Saal mit einer Thür im Fond, die zu einem Garten führt. Aus beiden Seiten sind Kabinetsthüren.

Erster Auftritt.

Frau von Mirville. Franz von Dorsigny kommt aus einem Zimmer linker Hand und sieht sich sorgfältig um.

Fr. v. Mirville (von der entgegengesetzten Seite). Wie unbesonnen! Der Onkel wird den Augenblick da sein.

Dorsigny. Aber sage mir doch, was mit mir werden soll? Ist alles entdeckt, und weiß meine Tante, daß ihr vorgeblicher Mann nur ihr Neffe war?

Fr. v. Mirville. Nichts weiß man! Nichts ist entdeckt! Die Tante ist noch mit der Modehändlerin eingeschlossen; der Onkel flucht auf seine Frau--Herr von Lormeuil ist ganz verblüfft über die sonderbare Aufnahme, und ich will suchen, die Entwicklung, die nicht mehr lange anstehen kann, so lang als möglich zu verzögern, daß ich Zeit gewinne, den Onkel zu deinem Vortheil zu stimmen, oder, wenn's nicht anders ist, den Lormeuil in mich verliebt zu machen--denn eh' ich zugebe, daß er die Cousine heiratet, nehm' ich ihn lieber selbst.

Zweiter Auftritt.

Vorige. Valcour.

Valcour (kommt schnell). Ah schön, schön, daß ich dich hier finde, Dorsigny. Ich habe dir tausend Sachen zu sagen und in der größten Eile.

Dorsigny. Hol' ihn der Teufel! Der kommt mir jetzt gelegen.

Valcour. Die gnädige Frau darf doch-Dorsigny. Vor meiner Schwester hab' ich kein Geheimniß.

Valcour (zur Frau von Mirville sich wendend). Wie freue ich mich, meine Gnädige, Ihre Bekanntschaft gerade in diesem Augenblicke zu machen, wo ich so glücklich war, Ihrem Herrn Bruder einen wesentlichen Dienst zu erzeigen.

Dorsigny. Was hör' ich? Seine Stimme! (Flieht in das Kabinet, wo er herauskommen.)

Valcour (ohne Dorsignys Flucht zu bemerken, fährt fort). Sollte ich jemals in den Fall kommen, meine Gnädige, Ihnen nützlich sein zu können, so betrachten Sie mich als Ihren ergebensten Diener. (Er bemerkt nicht, daß indeß der Oberst Dorsigny hereingekommen und sich an den Platz des andern gestellt hat.)

Dritter Auftritt.

Vorige. Oberst Dorsigny. Lormeuil.

Oberst. Ja--diese Weiber sind eine wahre Geduldprobe für ihre Männer.

Valcour (kehrt sich um und glaubt mit dem jungen Dorsigny zu reden). Ich wollte dir also sagen, lieber Dorsigny, daß dein Oberstlieutenant nicht todt ist.

Oberst. Mein Oberstlieutenant?

Valcour. Mit dem du die Schlägerei gehabt hast. Er hat an meinen Freund Liancour schreiben lassen; er läßt dir vollkommene Gerechtigkeit widerfahren und bekennt, daß er der Angreifer gewesen sei. Die Familie hat zwar schon angefangen, dich gerichtlich zu verfolgen; aber wir wollen alles anwenden, die Sache bei Zeiten zu unterdrücken. Ich habe mich losgemacht, dir diese gute Nachricht zu überbringen, und muß gleich wieder zu meiner Gesellschaft.

Oberst. Sehr obligiert--aber-Valcour. Du kannst also ganz ruhig schlafen. Ich wache für dich. (Ab.)

Vierter Auftritt.

Frau von Mirville. Oberst Dorsigny. Lormeuil.

Oberst. Sage mir doch, was der Mensch will?

Fr. v. Mirville. Der Mensch ist verrückt, das sehen Sie ja.

Oberst. Dies scheint also eine Epidemie zu sein, die alle Welt ergriffen hat, seitdem ich weg bin; denn das ist der erste Narr nicht, dem ich seit einer halben Stunde hier begegne.

Fr. v. Mirville. Sie müssen den trocknen Empfang meiner Tante nicht so hoch aufnehmen. Wenn von Putzsachen die Rede ist, da darf man ihr mit nichts Anderm kommen.

Oberst. Nun, Gott sei Dank! da hör' ich doch endlich einmal ein vernünftiges Wort!--So magst du denn die Erste sein, die ich mit dem Herrn von Lormeuil bekannt mache.

Lormeuil. Ich bin sehr glücklich, mein Fräulein, daß ich mich der Einwilligung Ihres Herrn Vaters erfreuen darf--Aber diese Einwilligung kann mir zu nichts helfen, wenn nicht die Ihrige-Oberst. Nun fängt Der auch an!--Hat die allgemeine Raserei auch dich angesteckt, armer Freund? Dein Compliment ist ganz artig, aber bei meiner Tochter, und nicht bei meiner Nichte hättest du das anbringen sollen.

Lormeuil. Vergeben Sie, gnädige Frau! Sie sagen der Beschreibung so vollkommen zu, die mir Herr von Dorsigny von meiner Braut gemacht hat, daß mein Irrthum verzeihlich ist.

Fr. v. Mirville. Hier kommt meine Cousine, Herr von Lormeuil! Betrachten Sie sie recht und überzeugen Sie sich mit Ihren eigenen Augen, daß sie alle die schönen Sachen verdient, die Sie mir zugedacht haben.

Fünfter Auftritt.

Vorige. Sophie.

Sophie. Bitte tausendmal um Verzeihung, bester Vater, daß ich Sie vorhin so habe stehen lassen; die Mama rief mir, und ich mußte ihrem


Der Neffe als Onkel - 5/12

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