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- Der Neffe als Onkel - 6/12 -


Befehl gehorchen.

Oberst. Nun, wenn man nur seinen Fehler einsieht und sich entschuldigt-Sophie. Ach, mein Vater! wo finde ich Worte, Ihnen meine Freude, meine Dankbarkeit auszudrücken, daß Sie in diese Heirath willigen.

Oberst. So, so! Gefällt sie dir, diese Heirath?

Sophie. O gar sehr!

Oberst (leise zu Lormeuil). Du siehst, wie sie dich schon liebt, ohne dich zu kennen! Das kommt von der schönen Beschreibung, die ich ihr von dir gemacht habe, eh' ich abreiste.

Lormeuil. Ich bin Ihnen sehr verbunden.

Oberst. Ja, aber nun, mein Kind, wird es doch wohl Zeit sein, daß ich mich nach deiner Mutter ein wenig umsehe; denn endlich werden mir doch die Putzhändlerinnen Platz machen, hoffe ich--Leiste du indeß diesem Herrn Gesellschaft. Er ist mein Freund, und mich soll's freuen, wenn er bald auch der deinige wird--verstehst du? (Zu Lormeuil.) Jetzt frisch daran--Das ist der Augenblick! Suche noch heute ihre Neigung zu gewinnen, so ist sie morgen deine Frau--(Zu Frau von Mirville.) Kommt, Nichte! Sie mögen es mit einander allein ausmachen. (Ab.)

Sechster Auftritt.

Sophie. Lormeuil.

Sophie. Sie werden also auch bei der Hochzeit sein?

Lormeuil. Ja, mein Fräulein--Sie scheint Ihnen nicht zu mißfallen, diese Heirath?

Sophie. Sie hat den Beifall meines Vaters.

Lormeuil. Wohl! Aber was die Väter veranstalten, hat darum nicht immer den Beifall der Töchter.

Sophie. O was diese Heirath betrifft--die ist auch ein wenig meine Anstalt.

Lormeuil. Wie das, mein Fräulein?

Sophie. Mein Vater war so gütig, meine Neigung um Rath zu fragen.

Lormeuil. Sie lieben also den Mann, der Ihnen zum Gemahl bestimmt ist?

Sophie. Ich verberg' es nicht.

Lormeuil. Wie? und kennen ihn nicht einmal?

Sophie. Ich bin mit ihm erzogen worden.

Lormeuil. Sie wären mit dem jungen Lormeuil erzogen worden?

Sophie. Mit dem Herrn von Lormeuil--nein!

Lormeuil. Das ist aber Ihr bestimmter Bräutigam.

Sophie. Ja, das war anfangs.

Lormeuil. Wie, anfangs?

Sophie. Ich sehe, daß Sie noch nicht wissen, mein Herr-Lormeuil. Nichts weiß ich! Nicht das Geringste weiß ich.

Sophie. Er ist todt.

Lormeuil. Wer ist todt?

Sophie. Der junge Herr von Lormeuil.

Lormeuil. Wirklich?

Sophie. Ganz gewiß.

Lormeuil. Wer hat Ihnen gesagt, daß er todt sei?

Sophie. Mein Vater!

Lormeuil. Nicht doch, Fräulein! Das kann ja nicht sein, das ist nicht möglich.

Sophie. Mit Ihrer Erlaubniß, es ist! Mein Vater, der von Toulon kommt, muß es doch besser wissen, als Sie. Dieser junge Edelmann bekam auf einem Balle Händel, er schlug sich und erhielt drei Degenstiche durch den Leib.

Lormeuil. Das ist gefährlich.

Sophie. Ja wohl, er ist auch daran gestorben.

Lormeuil. Es beliebt Ihnen, mit mir zu scherzen, gnädiges Fräulein. Niemand kann Ihnen vom Herrn von Lormeuil bessere Auskunft geben, als ich.

Sophie. Als Sie! Das wäre doch lustig.

Lormeuil. Ja, mein Fräulein, als ich! Denn, um es auf einmal herauszusagen--ich selbst bin dieser Lormeuil und bin nicht todt, so viel ich weiß.

Sophie. Sie wären Herr von Lormeuil?

Lormeuil. Nun, für wen hielten Sie mich denn sonst?

Sophie. Für einen Freund meines Vaters den er zu meiner Hochzeit eingeladen.

Lormeuil. Sie halten also immer noch Hochzeit, ob ich gleich todt bin?

Sophie. Ja freilich!

Lormeuil. Und mit wem denn, wenn ich fragen darf?

Sophie. Mit meinem Cousin Dorsigny.

Lormeuil. Aber Ihr Herr Vater wird doch auch ein Wort dabei mit zu sprechen haben.

Sophie. Das hat er, das versteht sich! Er hat ja seine Einwilligung gegeben.

Lormeuil. Wann hätt' er sie gegeben?

Sophie. Eben jetzt--ein paar Augenblicke vor Ihrer Ankunft.

Lormeuil. Ich bin ja aber mit ihm zugleich gekommen.

Sophie. Nicht doch, mein Herr! Mein Vater ist vor Ihnen hier gewesen.

Lormeuil (an den Kopf greifend). Mir schwindelt--es wird mir drehend vor den Augen--Jedes Wort, das Sie sagen, setzt mich in Erstaunen--Ihre Worte in Ehren, mein Fräulein, aber hierunter muß ein Geheimniß stecken, das ich nicht ergründe.

Sophie. Wie, mein Herr--sollten Sie wirklich im Ernst gesprochen haben?

Lormeuil. Im vollen höchsten Ernst, mein Fräulein-Sophie. Sie wären wirklich der Herr von Lormeuil?--Mein Gott, was hab' ich da gemacht--Wie werde ich meine Unbesonnenheit-Lormeuil. Lassen Sie sich's nicht leid sein, Fräulein--Ihre Neigung zu Ihrem Vetter ist ein Umstand, den man lieber vor als nach der Heirath erfährt-Sophie. Aber ich begreife nicht-Lormeuil. Ich will den Herrn von Dorsigny aufsuchen--vielleicht löst er mir das Räthsel.--Wie es sich aber auch immer lösen mag, Fräulein, so sollen Sie mit mir zufrieden sein, hoff' ich. (Ab.)

Sophie. Er scheint ein sehr artiger Mensch--und wenn man mich nicht zwingt, ihn zu heirathen, so soll es mich recht sehr freuen, daß er nicht erstochen ist.

Siebenter Auftritt.

Sophie. Oberst. Frau von Dorsigny.

Fr. v. Dorsigny. Laß uns allein, Sophie. (Sophie geht ab.) Wie, Dorsigny, Sie können mir ins Angesicht behaupten, daß Sie nicht kurz vorhin mit mir gesprochen haben? Nun, wahrhaftig, welcher Andere als Sie, als der Herr dieses Hauses, als der Vater meiner Tochter, als mein Gemahl endlich, hätte das thun können, was Sie thaten?

Oberst. Was Teufel hätte ich denn gethan?

Fr. v. Dorsigny. Muß ich Sie daran erinnern? Wie? Sie wissen nicht mehr, daß Sie erst vor kurzem mit unsrer Tochter gesprochen, daß Sie ihre Neigung zu unserm Neffen entdeckt haben, und daß wir eins worden sind, sie ihm zur Frau zu geben, sobald er wird angekommen sein?

Oberst. Ich weiß nicht--Madame, ob das alles nur ein Traum Ihrer Einbildungskraft ist, oder ob wirklich ein Anderer in meiner Abwesenheit meinen Platz eingenommen hat. Ist das Letztere, so war's hohe Zeit, daß ich kam--Dieser Jemand schlägt meinen Schwiegersohn todt, verheirathet meine Tochter und sticht mich aus bei meiner Frau. und meine Frau und meine Tochter lassen sich's Beide ganz vortrefflich gefallen.

Fr. v. Dorsigny. Welche Verstockung!--In Wahrheit, Herr von Dorsigny, ich weiß mich in Ihr Betragen nicht zu finden.

Oberst. Ich werde nicht klug aus dem Ihrigen.

Achter Auftritt.


Der Neffe als Onkel - 6/12

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