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- Die Piccolomini - 10/25 -


Geschenkt in der Person des Herzogs Friedland, Geschah's in froher Zuversicht, das Glück Des Krieges schnell und günstig umzuwenden. Auch war der Anfang ihren Wünschen hold, Gereiniget ward Böheim von den Sachsen, Der Schweden Siegeslauf gehemmt--es schöpften Aufs neue leichten Atem diese Länder, Als Herzog Friedland die zerstreuten Feindesheere Herbei von allen Strömen Deutschlands zog, Herbei auf einen Sammelplatz beschwor Den Rheingraf, Bernhard, Banner, Oxenstirn Und jenen nie besiegten König selbst, Um endlich hier im Angesichte Nürnbergs Das blutig große Kampfspiel zu entscheiden.

Wallenstein. Zur Sache, wenn's beliebt.

Questenberg. Ein neuer Geist Verkündigte sogleich den neuen Feldherrn. Nicht blinde Wut mehr rang mit blinder Wut, In hellgeschiednem Kampfe sah man jetzt Die Festigkeit der Kühnheit widerstehn Und weise Kunst die Tapferkeit ermüden. Vergebens lockt man ihn zur Schlacht, er gräbt Sich tief und tiefer nur im Lager ein, Als gält' es, hier ein ewig Haus zu gründen. Verzweifelnd endlich will der König stürmen, Zur Schlachtbank reißt er seine Völker hin, Die ihm des Hungers und der Seuchen Wut Im leichenvollen Lager langsam tötet. Durch den Verhack des Lagers, hinter welchem Der Tod aus tausend Röhren lauert, will Der Niegehemmte stürmend Bahn sich brechen. Da ward ein Angriff und ein Widerstand, Wie ihn kein glücklich Auge noch gesehn. Zerrissen endlich führt sein Volk der König Vom Kampfplatz heim, und nicht ein Fußbreit Erde Gewann es ihm, das grause Menschenopfer.

Wallenstein. Ersparen Sie's, uns aus dem Zeitungsblatt Zu melden, was wir schaudernd selbst erlebt.

Questenberg. Anklagen ist mein Amt und meine Sendung, Es ist mein Herz, was gern beim Lob verweilt. In Nürnbergs Lager ließ der schwedische König Den Ruhm--in Lützens Ebenen das Leben. Doch wer erstaunte nicht, als Herzog Friedland Nach diesem großen Tag wie ein Besiegter Nach Böheim floh, vom Kriegesschauplatz schwand, Indes der junge weimarische Held Ins Frankenland unaufgehalten drang, Bis an die Donau reißend Bahn sich machte Und stand mit einem Mal vor Regenspurg, Zum Schrecken aller gut kathol'schen Christen. Da rief der Bayern wohlverdienter Fürst Um schnelle Hilf' in seiner höchsten Not,-- Es schickt der Kaiser sieben Reitende An Herzog Friedland ab mit dieser Bitte Und fleht, wo er als Herr befehlen kann. Umsonst! Es hört in diesem Augenblick Der Herzog nur den alten Haß und Groll, Gibt das gemeine Beste preis, die Rachgier An einem alten Feinde zu vergnügen. Und so fällt Regenspurg!

Wallenstein. Von welcher Zeit ist denn die Rede, Max? Ich hab gar kein Gedächtnis mehr.

Max. Er meint, Wie wir in Schlesien waren.

Wallenstein. So! So! So! Was aber hatten wir denn dort zu tun?

Max. Die Schweden draus zu schlagen und die Sachsen.

Wallenstein. Recht! Über der Beschreibung da vergeß ich Den ganzen Krieg--

(Zu Questenberg.)

Nur weiter fortgefahren!

Questenberg. Am Oderstrom vielleicht gewann man wieder, Was an der Donau schimpflich ward verloren. Erstaunenswerte Dinge hoffte man Auf dieser Kriegesbühne zu erleben, Wo Friedland in Person zu Felde zog, Der Nebenbuhler Gustavs einen--Thurn Und einen Arnheim vor sich fand. Und wirklich Geriet man nahe g'nug hier aneinander, Doch, um als Freund, als Gast sich zu bewirten. Ganz Deutschland seufzte unter Kriegeslast, Doch Friede war's im Wallensteinischen Lager.

Wallenstein. Manch blutig Treffen wird um nichts gefochten, Weil einen Sieg der junge Feldherr braucht. Ein Vorteil des bewährten Feldherrn ist's, Daß er nicht nötig hat, zu schlagen, um Der Welt zu zeigen, er versteh' zu siegen. Mir konnt' es wenig helfen, meines Glücks Mich über einen Arnheim zu bedienen ; Viel nützte Deutschland meine Mäßigung, Wär' mir's geglückt, das Bündnis zwischen Sachsen Und Schweden, das verderbliche, zu lösen.

Questenberg. Es glückte aber nicht, und so begann Aufs neu das blut'ge Kriegesspiel. Hier endlich Rechtfertigte der Fürst den alten Ruhm. Auf Steinaus Feldern streckt das schwedische Heer Die Waffen, ohne Schwertstreich überwunden-- Und hier, mit andern, lieferte des Himmels Gerechtigkeit den alten Aufruhrstifter, Die fluchbeladne Fackel dieses Kriegs, Matthias Thurn, des Rächers Händen aus. --Doch in großmüt'ge Hand war er gefallen: Statt Strafe fand er Lohn, und reich beschenkt Entließ der Fürst den Erzfeind seines Kaisers.

Wallenstein. (lacht) Ich weiß, ich weiß--Sie hatten schon in Wien Die Fenster, die Balkons vorausgemietet, Ihn auf dem Armensünderkarrn zu sehn-- Die Schlacht hätt' ich mit Schimpf verlieren mögen, Doch das vergeben mir die Wiener nicht, Daß ich um ein Spektakel sie betrog.

Questenberg. Befreit war Schlesien, und alles rief Den Herzog nun ins hartbedrängte Bayern. Er setzt auch wirklich sich in Marsch--gemächlich Durchzieht er Böheim auf dem längsten Wege; Doch eh' er noch den Feind gesehen, wendet Er schleunig um, bezieht sein Winterlager, drückt Des Kaisers Länder mit des Kaisers Heer.

Wallenstein. Das Heer war zum Erbarmen, jede Notdurft, jede Bequemlichkeit gebrach--der Winter kam. Was denkt die Majestät von ihren Truppen? Sind wir nicht Menschen? Nicht der Kält' und Nässe, Nicht jeder Notdurft sterblich unterworfen? Fluchwürdig Schicksal des Soldaten! Wo Er hinkommt, flieht man vor ihm--wo er weggeht, Verwünscht man ihn! Er muß sich alles nehmen; Man gibt ihm nichts, und jeglichem gezwungen Zu nehmen, ist er jeglichem ein Greuel. Hier stehen meine Generals. Caraffa! Graf Deodati! Buttler! Sagt es ihm, Wie lang der Sold den Truppen ausgeblieben?

Buttler. Ein Jahr schon fehlt die Löhnung.

Wallenstein. Und sein Sold Muß dem Soldaten werden, darnach heißt er!

Questenberg. Das klingt ganz anders, als der Fürst von Friedland Vor acht, neun Jahren sich vernehmen ließ.

Wallenstein. Ja, meine Schuld ist es, weiß wohl, ich selbst Hab mir den Kaiser so verwöhnt. Da! Vor neun Jahren Beim Dänenkriege, stellt' ich eine Macht ihm auf Von vierzigtausend Köpfen oder fünfzig, Die aus dem eignen Säckel keinen Deut Ihm kostete--Durch Sachsen Kreise zog Die Kriegesfurie, bis an die Schären Des Belts den Schrecken seines Namens tragend. Da war noch eine Zeit! Im ganzen Kaiserstaate Kein Nam' geehrt, gefeiert wie der meine, Und Albrecht Wallenstein, so hieß Der dritte Edelstein in seiner Krone! Doch auf dem Regenspurger Fürstentag, Da brach es auf! Da lag es kund und offen, Aus welchem Beutel ich gewirtschaft't hatte. Und was war nun mein Dank dafür, daß ich, Ein treuer Fürstenknecht, der Völker Fluch Auf mich gebürdet--diesen Krieg, der nur Ihn groß gemacht, die Fürsten zahlen lassen? Was? Aufgeopfert wurd ich ihren Klagen, --Abgesetzt wurd ich.

Questenberg. Eure Gnaden weiß, Wie sehr auf jenem unglücksvollen Reichstag


Die Piccolomini - 10/25

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