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- Die Piccolomini - 2/25 -


Ich sehe unsern Mann dort eben kommen Mit Gen'ralleutnant Piccolomini.

Buttler. (den Kopf bedenklich schüttelnd) Ich fürchte, Wir gehn nicht von hier, wie wir kamen.

Zweiter Auftritt

Vorige. Octavio Piccolomini. Questenberg.

Octavio. (noch in der Entfernung) Wie? Noch der Gäste mehr? Gestehn Sie, Freund! Es brauchte diesen tränenvollen Krieg, So vieler Helden ruhmgekrönter Häupter In eines Lagers Umkreis zu versammeln.

Questenberg. In kein Friedländisch Heereslager komme, Wer von dem Kriege Böses denken will. Beinah vergessen hätt' ich seine Plagen, Da mir der Ordnung hoher Geist erschienen, Durch die er, weltzerstörend, selbst besteht, Das Große mir erschienen, das er bildet.

Octavio. Und siehe da! ein tapfres Paar, das würdig Den Heldenreihen schließt: Graf Isolan Und Obrist Buttler.--Nun, da haben wir Vor Augen gleich das ganze Kriegeshandwerk.

(Buttlern und Isolani präsentierend.)

Es ist die Stärke, Freund, und Schnelligkeit.

Questenberg. (zu Octavio) Und zwischen beiden der erfahrne Rat.

Octavio. (zu Questenbergen an jene vorstellend). Den Kammerherrn und Kriegsrat Questenberg, Den Überbringer kaiserlicher Befehle, Der Soldaten großen Gönner und Patron Verehren wir in diesem würdigen Gaste.

(Allgemeines Stillschweigen.)

Illo. (nähert sich Questenbergen) Es ist das erste Mal nicht, Herr Minister, Daß Sie im Lager uns die Ehr' erweisen.

Questenberg. Schon einmal sah ich mich vor diesen Fahnen.

Illo. Und wissen Sie, wo das gewesen ist? Zu Znaym war's, in Mähren, wo Sie sich Von Kaisers wegen eingestellt, den Herzog Um Übernahm' des Regiments zu flehen.

Questenberg. Zu flehn, Herr General? So weit ging weder Mein Auftrag, daß ich wüßte, noch mein Eifer.

Illo. Nun! Ihn zu zwingen, wenn Sie wollen. Ich Erinnre mich's recht gut--Graf Tilly war Am Lech aufs Haupt geschlagen--offen stand Das Bayerland dem Feind--nichts hielt ihn auf, Bis in das Herz von Östreich vorzudringen. Damals erschienen Sie und Werdenberg Vor unserm Herrn, mit Bitten in ihn stürmend Und mit der kaiserlichen Ungnad' drohend, Wenn sich der Fürst des Jammers nicht erbarme.

Isolani. (tritt dazu) Ja, ja! 's ist zu begreifen, Herr Minister, Warum Sie sich bei Ihrem heut'gen Auftrag An jenen alten just nicht gern erinnern.

Questenberg. Wie sollt' ich nicht! Ist zwischen beiden doch Kein Widerspruch! Damalen galt es, Böhmen Aus Feindes Hand zu reißen, heute soll ich's Befrein von seinen Freunden und Beschützern.

Illo. Ein schönes Amt! Nachdem wir dieses Böhmen, Mit unserm Blut, dem Sachsen abgefochten, Will man zum Dank uns aus dem Lande werfen.

Questenberg. Wenn es nicht bloß ein Elend mit dem andern Vertauscht soll haben, muß das arme Land Von Freund und Feindes Geißel gleich befreit sein.

Illo. Ei was! Es war ein gutes Jahr, der Bauer kann Schon wieder geben.

Questenberg. Ja, wenn Sie von Herden Und Weideplätzen reden, Herr Feldmarschall--

Isolani. Der Krieg ernährt den Krieg. Gehn Bauern drauf, Ei, so gewinnt der Kaiser mehr Soldaten.

Questenberg. Und wird um so viel Untertanen ärmer!

Isolani. Pah! Seine Untertanen sind wir alle!

Questenberg. Mit Unterschied, Herr Graf! Die einen füllen Mit nützlicher Geschäftigkeit den Beutel, Und andre wissen nur ihn brav zu leeren. Der Degen hat den Kaiser arm gemacht; Der Pflug ist's, der ihn wieder stärken muß.

Buttler. Der Kaiser wär' nicht arm, wenn nicht so viel --Blutigel saugten an dem Mark des Landes.

Isolani. So arg kann's auch nicht sein. Ich sehe ja,

(indem er sich vor ihm hinstellt und seinen Anzug mustert)

Es ist noch lang nicht alles Gold gemünzt.

Questenberg. Gottlob! Noch etwas weniges hat man Geflüchtet--vor den Fingern der Kroaten.

Illo. Da! der Slawata und der Martinitz, Auf die der Kaiser, allen guten Böhmen Zum Ärgernisse, Gnadengaben häuft-- Die sich vom Raube der vertriebnen Bürger mästen-- Die von der allgemeinen Fäulnis wachsen, Allein im öffentlichen Unglück ernten-- Mit königlichem Prunk dem Schmerz des Landes Hohnsprechen--die und ihresgleichen laßt Den Krieg bezahlen, den verderblichen, Den sie allein doch angezündet haben.

Buttler. Und diese Ladenschmarutzer, die die Füße Beständig unterm Tisch des Kaisers haben, Nach allen Benefizen hungrig schnappen, Die wollen dem Soldaten, der vorm Feind liegt, Das Brot vorschneiden und die Rechnung streichen.

Isolani. Mein Lebtag denk ich dran, wie ich nach Wien Vor sieben Jahren kam, um die Remonte Für unsre Regimenter zu betreiben, Wie sie von einer Antecamera Zur andern mich herumgeschleppt, mich unter Den Schranzen stehen lassen, stundenlang, Als wär' ich da, ums Gnadenbrot zu betteln. Zuletzt--da schickten sie mir einen Kapuziner, Ich dacht', es wär' um meiner Sünden willen! Nein doch, das war der Mann, mit dem Ich um die Reiterpferde sollte handeln. Ich mußt' auch abziehn unverrichteter Ding'. Der Fürst nachher verschaffte mir in drei Tagen, Was ich zu Wien in dreißig nicht erlangte.

Questenberg. Ja, ja! Der Posten fand sich in der Rechnung, Ich weiß, wir haben noch daran zu zahlen.

Illo. Es ist der Krieg ein roh, gewaltsam Handwerk. Man kommt nicht aus mit sanften Mitteln, alles Läßt sich nicht schonen. Wollte man's erpassen, Bis sie zu Wien aus vierundzwanzig Übeln Das kleinste ausgewählt, man paßte lange! --Frisch mitten durchgegriffen, das ist besser! Reiß' dann, was mag!--Die Menschen, in der Regel, Verstehen sich aufs Flicken und aufs Stückeln Und finden sich in ein verhaßtes Müssen Weit besser als in eine bittre Wahl.

Questenberg. Ja, das ist wahr! Die Wahl spart uns der Fürst.

Illo. Der Fürst trägt Vatersorge für die Truppen, Wir sehen, wie's der Kaiser mit uns meint.

Questenberg. Für jeden Stand hat er ein gleiches Herz Und kann den einen nicht dem andern opfern.


Die Piccolomini - 2/25

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