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- Die Piccolomini - 20/25 -


Götz. Bin's nicht im Stand.

Terzky. Ein Spielchen.

Götz. Excusiert mich!

Tiefenbach. (setzt sich) Vergebt, ihr Herrn. Das Stehen wird mir sauer.

Terzky. Macht's Euch bequem, Herr Generalfeldzeugmeister!

Tiefenbach. Das Haupt ist frisch, der Magen ist gesund, Die Beine wollen aber nicht mehr tragen.

Isolani. (auf seine Korpulenz zeigend) Ihr habt die Last auch gar zu groß gemacht.

(Octavio hat unterschrieben und reicht Terzky die Schrift, der sie dem Isolani gibt. Dieser geht an den Tisch, zu unterschreiben.)

Tiefenbach. Der Krieg in Pommern hat mir's zugezogen, Da mußten wir heraus in Schnee und Eis, Das werd ich wohl mein Lebtag nicht verwinden.

Götz. Jawohl! Der Schwed' frug nach der Jahreszeit nichts.

(Terzky reicht das Papier an Don Maradas; dieser geht an den Tisch, zu unterschreiben.)

Octavio. (nähert sich Buttlern) Ihr liebt die Bacchusfeste auch nicht sehr, Herr Oberster! Ich hab es wohl bemerkt, Und würdet, deucht mir, besser Euch gefallen Im Toben einer Schlacht als eines Schmauses.

Buttler. Ich muß gestehen, es ist nicht in meiner Art.

Octavio. (zutraulich näher tretend) Auch nicht in meiner, kann ich Euch versichern, Und mich erfreut's, sehr würd'ger Oberst Buttler, Daß wir uns in der Denkart so begegnen. Ein halbes Dutzend guter Freunde höchstens Um einen kleinen, runden Tisch, ein Gläschen Tokaierwein, ein offnes Herz dabei Und ein vernünftiges Gespräch--so lieb ich's!

Buttler. Ja, wenn man's haben kann, ich halt es mit.

(Das Papier kommt an Buttlern, der an den Tisch geht, zu unterschreiben. Das Proszenium wird leer, so daß beide Piccolomini, jeder auf seiner Seite, allein stehen bleiben.)

Octavio. (nachdem er seinen Sohn eine Zeitlang aus der Ferne stillschweigend betrachtet, nähert sich ihm ein wenig) Du bist sehr lange ausgeblieben, Freund.

Max. (wendet sich schnell um, verlegen) Ich--dringende Geschäfte hielten mich.

Octavio. Doch, wie ich sehe, bist du noch nicht hier?

Max. Du weißt, daß groß Gewühl mich immer still macht.

Octavio. (rückt ihm noch näher) Ich darf nicht wissen, was so lang dich aufhielt?

(Listig.)

--Und Terzky weiß es doch.

Max. Was weiß der Terzky?

Octavio. (bedeutend) Er war der einz'ge, der dich nicht vermißte.

Isolani. (der von weitem achtgegeben, tritt dazu.) Recht, alter Vater! Fall ihm ins Gepäck! Schlag die Quartier' ihm auf! Es ist nicht richtig.

Terzky. (kommt mit der Schrift) Fehlt keiner mehr? Hat alles unterschrieben?

Octavio. Es haben's alle.

Terzky. (rufend) Nun! Wer unterschreibt noch?

Buttler. (zu Terzky) Zähl nach! Just dreißig Namen müssen's sein.

Terzky. Ein Kreuz steht hier.

Tiefenbach. Das Kreuz bin ich.

Isolani. (zu Terzky) Er kann nicht schreiben, doch sein Kreuz ist gut Und wird ihm honoriert von Jud und Christ.

Octavio. (pressiert zu Max) Gehn wir zusammen, Oberst. Es wird spät.

Terzky. Ein Piccolomini ist nur aufgeschrieben.

Isolani. (auf Max zeigend) Gebt acht! Es fehlt an diesem steinernen Gast, Der uns den ganzen Abend nichts getaugt.

(Max empfängt aus Terzkys Händen das Blatt, in welches er gedankenlos hineinsieht.)

Siebenter Auftritt

Die Vorigen. Illo kommt aus dem hintern Zimmer, er hat den goldnen Pokal in der Hand und ist sehr erhitzt, ihm folgen Götz und Buttler, die ihn zurückhalten wollen.

Illo. Was wollt ihr? Laßt mich.

Götz und Buttler. Illo! Trinkt nicht mehr.

Illo. (geht auf den Octavio zu und umarmt ihn, trinkend) Octavio! Das bring ich dir! Ersäuft Sei aller Groll in diesem Bundestrunk! Weiß wohl, du hast mich nie geliebt--Gott straf' mich, Und ich dich auch nicht! Laß Vergangenes Vergessen sein! Ich schätze dich unendlich, (ihn zu wiederholten Malen küssend) Ich bin dein bester Freund, und, daß ihr's wißt! Wer mir ihn eine falsche Katze schilt, Der hat's mit mir zu tun.

Terzky. (beiseite) Bist du bei Sinnen? Bedenk doch, Illo, wo du bist!

Illo. (treuherzig) Was wollt Ihr? Es sind lauter gute Freunde.

(Sich mit vergnügtem Gesicht im ganzen Kreise umsehend.)

Es ist kein Schelm hier unter uns, das freut mich.

Terzky. (zu Buttler, dringend) Nehmt ihn doch mit Euch fort! Ich bitt Euch, Buttler.

(Buttler führt ihn an den Schenktisch.)

Isolani. (zu Max, der bisher unverwandt, aber gedankenlos in das Papier gesehen) Wird's bald, Herr Bruder? Hat Er's durchstudiert?

Max. (wie aus einem Traum erwachend) Was soll ich?

Terzky und Isolani. (zugleich) Seinen Namen drunter setzen.

(Man sieht den Octavio ängstlich gespannt den Blick auf ihn richten.)

Max. (gibt es zurück) Laßt's ruhn bis morgen. Es ist ein Geschäft, Hab heute keine Fassung. Schickt mir's morgen.

Terzky. Bedenk' Er doch--

Isolani. Frisch! Unterschrieben! Was! Er ist der jüngste von der ganzen Tafel, Wird ja allein nicht klüger wollen sein Als wir zusammen? Seh' Er her! Der Vater Hat auch, wir haben alle unterschrieben.

Terzky. (zum Octavio) Braucht Euer Ansehn doch. Bedeutet ihn.

Octavio. Mein Sohn ist mündig.


Die Piccolomini - 20/25

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