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- Die Piccolomini - 3/25 -


Isolani. Drum stößt er uns zum Raubtier in die Wüste, Um seine teuren Schafe zu behüten.

Questenberg. (mit Hohn) Herr Graf! Dies Gleichnis machen Sie--nicht ich.

Illo. Doch wären wir, wofür der Hof uns nimmmt, Gefährlich war's, die Freiheit uns zu geben.

Questenberg. (mit Ernst) Genommen ist die Freiheit, nicht gegeben, Drum tut es not, den Zaum ihr anzulegen.

Illo. Ein wildes Pferd erwarte man zu finden.

Questenberg. Ein beßrer Reiter wird's besänftigen.

Illo. Es trägt den einen nur, der es gezähmt.

Questenberg. Ist es gezähmt, so folgt es einem Kinde.

Illo. Das Kind, ich weiß, hat man ihm schon gefunden.

Questenberg. Sie kümmre nur die Pflicht und nicht der Name.

Buttler. (der sich bisher mit Piccolomini seitwärts gehalten, doch mit sichtbarem Anteil an dem Gespräch, tritt näher)

Herr Präsident! Dem Kaiser steht in Deutschland Ein stattlich Kriegsvolk da, es kantonieren In diesem Königreich wohl dreißigtausend , Wohl sechzehntausend Mann in Schlesien; Zehn Regimenter stehn am Weserstrom, Am Rhein und Main; in Schwaben bieten sechs, In Bayern zwölf den Schwedischen die Spitze. Nicht zu gedenken der Besatzungen, Die an der Grenz' die festen Plätze schirmen. All dieses Volk gehorcht Friedländischen Hauptleuten. Die's befehligen, sind alle In eine Schul' gegangen, eine Milch Hat sie ernährt, ein Herz belebt sie alle. Fremdlinge stehn sie da auf diesem Boden, Der Dienst allein ist ihnen Haus und Heimat. Sie treibt der Eifer nicht fürs Vaterland, Denn Tausende, wie mich, gebar die Fremde. Nicht für den Kaiser, wohl die Hälfte kam Aus fremdem Dienst feldflüchtig uns herüber, Gleichgültig, unterm Doppeladler fechtend Wie unterm Löwen und den Lilien. Doch alle führt an gleich gewalt'gem Zügel Ein einziger, durch gleiche Lieb' und Furcht Zu einem Volke sie zusammenbindend. Und wie des Blitzes Funke sicher, schnell, Geleitet an der Wetterstange, läuft, Herrscht sein Befehl vom letzten fernen Posten, Der an die Dünen branden hört den Belt, Der in der Etsch fruchtbare Täler sieht, Bis zu der Wache, die ihr Schilderhaus Hat aufgerichtet an der Kaiserburg.

Questenberg. Was ist der langen Rede kurzer Sinn?

Buttler. Daß der Respekt, die Neigung, das Vertraun, Das uns dem Friedland unterwürfig macht, Nicht auf den ersten besten sich verpflanzt, Den uns der Hof aus Wien herübersendet. Und ist in treuem Angedenken noch, Wie das Kommando kam in Friedlands Hände. War's etwa kaiserliche Majestät, Die ein gemachtes Heer ihm übergab, Den Führer nur gesucht zu ihren Truppen? --Noch gar nicht war das Heer. Erschaffen erst Mußt' es der Friedland, er empfing es nicht, Er gab's dem Kaiser! Von dem Kaiser nicht Erhielten wir den Wallenstein zum Feldherrn. So ist es nicht, so nicht! Vom Wallenstein Erhielten wir den Kaiser erst zum Herrn, Er knüpft uns, er allein, an diese Fahnen.

Octavio. (tritt dazwischen) Es ist nur zur Erinnerung, Herr Kriegsrat, Daß Sie im Lager sind und unter Kriegern.- Die Kühnheit macht, die Freiheit den Soldaten.- Vermöcht' er keck zu handeln, dürft' er nicht Keck reden auch?--Eins geht ins andre drein.- Die Kühnheit dieses würd'gen Offiziers, (auf Buttlern zeigend) Die jetzt in ihrem Ziel sich nur vergriff, Erhielt, wo nichts als Kühnheit retten konnte, Bei einem furchtbarn Aufstand der Besatzung Dem Kaiser seine Hauptstadt Prag. (Man hört von fern eine Kriegsmusik)

Illo. Das sind sie! Die Wachen salutieren--Dies Signal Bedeutet uns, die Fürstin sei herein.

Octavio. (zu Questenberg) So ist auch mein Sohn Max zurück. Er hat sie Aus Kärnten abgeholt und hergeleitet.

Isolani. (zu Illo) Gehn wir zusammen hin, sie zu begrüßen?

Illo. Wohl! Laßt uns gehen. Oberst Buttler, kommt!

(zum Octavio.)

Erinnert Euch, daß wir vor Mittag noch Mit diesem Herrn beim Fürsten uns begegnen.

Dritter Auftritt

Octavio und Questenberg, die zurückbleiben.

Questenberg. (mit Zeichen des Erstaunens) Was hab ich hören müssen, Gen'ralleutnant! Welch zügelloser Trotz! Was für Begriffe! --Wenn dieser Geist der allgemeine ist--

Octavio. Drei Viertel der Armee vernahmen Sie.

Questenberg. Weh uns! Wo dann ein zweites Heer gleich finden, Um dieses zu bewachen!--Dieser Illo, fürcht ich, Denkt noch viel schlimmer, als er spricht. Auch dieser Buttler Kann seine böse Meinung nicht verbergen.

Octavio. Empfindlichkeit--gereizter Stolz--nichts weiter!- Diesen Buttler geb ich noch nicht auf; ich weiß, Wie dieser böse Geist zu bannen ist.

Questenberg. (voll Unruh' auf und ab gehend) Nein! das ist schlimmer, oh! viel schlimmer, Freund! Als wir's in Wien uns hatten träumen lassen. Wie sahen's nur mit Höflingsaugen an, Die von dem Glanz des Throns geblendet waren; Den Feldherrn hatten wir noch nicht gesehn, Den allvermögenden, in seinem Lager. Hier ist's ganz anders! Hier ist kein Kaiser mehr. Der Fürst ist Kaiser! Der Gang, den ich an Ihrer Seite jetzt Durchs Lager tat, schlägt meine Hoffnung nieder.

Octavio. Sie sehn nun selbst, welch ein gefährlich Amt Es ist, das Sie vom Hof mir überbrachten-- Wie mißlich die Person, die ich hier spiele. Der leiseste Verdacht des Generals, Er würde Freiheit mir und Leben kosten Und sein verwegenes Beginnen nur Beschleunigen.

Questenberg. Wo war die Überlegung, Als wir dem Rasenden das Schwert vertraut Und solche Macht gelegt in solche Hand! Zu stark für dieses schlimmverwahrte Herz War die Versuchung! Hätte sie doch selbst Dem bessern Mann gefährlich werden müssen! Er wird sich weigern, sag ich Ihnen, Der kaiserlichen Ordre zu gehorchen.-- Er kann's und wird's.--Sein unbestrafter Trotz Wird unsre Ohnmacht schimpflich offenbaren.

Octavio. Und glauben Sie, daß er Gemahlin, Tochter Umsonst hieher ins Lager kommen ließ, Gerade jetzt, da wir zum Krieg uns rüsten? Daß er die letzte Pfänder seine Treu' Aus Kaisers Landen führt, das deutet uns Auf einen nahen Ausbruch der Empörung.

Questenberg. Weh uns! und wie dem Ungewitter stehn, Das drohend uns umzieht von allen Enden? Der Reichsfeind an den Grenzen, Meister schon Vom Donaustrom, stets weiter um sich greifend-- Im innern Land des Aufruhrs Feuerglocke-- Der Bauer in Waffen--alle Stände schwürig-- Und die Armee, von der wir Hilf' erwarten, Verführt, verwildert, aller Zucht entwohnt-- Vom Staat, von ihrem Kaiser losgerissen,


Die Piccolomini - 3/25

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