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- Die Piccolomini - 4/25 -


Vom Schwindelnden die schwindelnde geführt, Ein furchtbar Werkzeug, dem verwegensten Der Menschen blind gehorchend hingegeben--

Octavio. Verzagen wir auch nicht zu früh, mein Freund! Stets ist die Sprache kecker als die Tat, Und mancher, der in blindem Eifer jetzt Zu jedem Äußersten entschlossen scheint, Findet unerwartet in der Brust ein Herz, Spricht man des Frevels wahren Namen aus. Zudem--ganz unverteidigt sind wir nicht. Graf Altringer und Gallas, wissen Sie , Erhalten in der Pflicht ihr kleines Heer-- Verstärken es noch täglich.--Überraschen Kann er uns nicht, Sie wissen, daß ich ihn Mit meinen Horchern rings umgeben habe; Vom kleinsten Schritt erhalt ich Wissenschaft Sogleich--Ja, mir entdeckt's sein eigner Mund.

Questenberg. Ganz unbegreiflich ist's, daß er den Feind nicht merkt An seiner Seite.

Octavio. Denken Sie nicht etwa, Daß ich durch Lügenkünste, gleisnerische Gefälligkeit in seine Gunst mich stahl, Durch Heuchelworte sein Vertrauen nähre. Befiehlt mir gleich die Klugheit und die Pflicht, Die ich dem Reich, dem Kaiser schuldig bin, Daß ich mein wahres Herz vor ihm verberge, Ein falsches hab ich niemals ihm geheuchelt!

Questenberg. Es ist des Himmels sichtbarliche Fügung.

Octavio. Ich weiß nicht, was es ist-was ihn an mich Und meinen Sohn so mächtig zieht und kettet. Wir waren immer Freunde, Waffenbrüder; Gewohnheit, gleichgeteilte Abenteuer Verbanden uns schon frühe-doch ich weiß Den Tag zu nennen, wo mit einemmal Sein Herz mir aufging, sein Vertrauen wuchs. Es war der Morgen vor der Lützner Schlacht-- Mich trieb ein böser Traum, ihn aufzusuchen, Ein ander Pferd zur Schlacht ihm anzubieten. Fern von den Zelten, unter einem Baum Fand ich ihn eingeschlafen. Als ich ihn Erweckte, mein Bedenken ihm erzählte, Sah er mich lange staunend an; drauf fiel er Mir um den Hals und zeigte eine Rührung, Wie jener kleine Dienst sie gar nicht wert war. Seit jenem Tag verfolgt mich sein Vertrauen In gleichem Maß, als ihn das meine flieht.

Questenberg. Sie ziehen Ihren Sohn doch ins Geheimnis?

Octavio. Nein!

Questenberg. Wie? auch warnen wollen Sie ihn nicht, In welcher schlimmen Hand er sich befinde?

Octavio. Ich muß ihn seiner Unschuld anvertrauen. Verstellung ist der offnen Seele fremd, Unwissenheit allein kann ihm die Geistesfreiheit Bewahren, die den Herzog sicher macht.

Questenberg. (besorglich) Mein würd'ger Freund! Ich hab die beste Meinung Vom Oberst Piccolomini--doch--wenn-- Bedenken Sie--

Octavio. Ich muß es darauf wagen--Still! Da kommt er.

Vierter Auftritt

Max Piccolomini. Octavio Piccolomini. Questenberg.

Max. Da ist er ja gleich selbst. Willkommen, Vater! (Er umarmt ihn. Wie er sich umwendet, bermerkt er Questenbergen und tritt kalt zurück.) Beschäftigt, wie ich seh? Ich will ihn nicht stören.

Octavio. Wie, Max? Sieh diesen Gast doch näher an. Aufmerksamkeit verdient ein alter Freund; Ehrfurcht gebührt dem Boten deines Kaisers.

Max. (trocken) Von Questenberg! Willkommen, wenn was Gutes Ins Hauptquartier Sie herführt.

Questenberg. (hat seine Hand gefaßt) Ziehen Sie Die Hand nicht weg, Graf Piccolomini, Ich fasse sie nicht bloß von meinetwegen, Und nichts Gemeines will ich damit sagen. (Beider Hände fassend.) Octavio--Max Piccolomini! Heilbringend, vorbedeutungsvolle Namen! Nie wird das Glück von Österreich sich wenden, Solang zwei solche Sterne, segenreich Und schützend, leuchten über seinen Heeren.

Max. Sie fallen aus der Rolle, Herr Minister, Nicht Lobens wegen sind Sie hier, ich weiß, Sie sind geschickt, zu tadeln und zu schelten-- Ich will voraus nichts haben vor den andern.

Octavio. (zu Max) Er kommt vom Hofe, wo man mit dem Herzog Nicht ganz so wohl zufrieden ist als hier.

Max. Was gibt's aufs neu denn an ihm auszustellen? Daß er für sich allein beschließt, was er Allein versteht? Wohl! daran tut er recht, Und wird's dabei auch sein Verbleiben haben.- Er ist nun einmal nicht gemacht, nach andern Geschmeidig sich zu fügen und zu wenden, Es geht ihm wider die Natur, er kann's nicht. Geworden ist ihm eine Herrscherseele, Und ist gestellt auf einen Herrscherplatz. Wohl uns, daß es so ist! Es können sich Nur wenige regieren, den Verstand Verständig brauchen--Wohl dem Ganzen, findet Sich einmal einer, der ein Mittelpunkt Für viele Tausend wird, ein Halt;--sich hinstellt Wie eine feste Säul', an die man sich Mit Lust mag schließen und mit Zuversicht. So einer ist der Wallenstein, und taugte Dem Hof ein andrer besser--der Armee Frommt nur ein solcher.

Questenberg. Der Arme! Jawohl!

Max. Und eine Lust ist's, wie er alles weckt Und stärkt und neu belebt um sich herum, Wie jede Kraft sich ausspricht, jede Gabe Gleich deutlicher sich wird in seiner Nähe! Jedwedem zieht er seine Kraft hervor, Die eigentümliche, und zieht sie groß, Läßt jeden ganz das bleiben, was er ist, Er wacht nur drüber, daß er's immer sei Am rechten Ort; so weiß er aller Menschen Vermögen zu dem seinigen zu machen.

Questenberg. Wer spricht ihm ab, daß er die Menschen kenne, Sie zu gebrauche wisse! Überm Herrscher Vergißt er nur den Diener ganz und gar, Als wär' mit seiner Würd' er schon geboren.

Max. Ist er's denn nicht? Mit jeder Kraft dazu Ist er's, und mit der Kraft noch obendrein, Buchstäblich zu vollstrecken die Natur, Dem Herrschtalent den Herrschplatz zu erobern.

Questenberg. So kommt's zuletzt auf seine Großmut an, Wieviel wir überall noch gelten sollen!

Max. Der seltne Mann will seltenes Vertrauen. Gebt ihm den Raum, das Ziel wird er sich setzen.

Questenberg. Die Proben geben's.

Max. Ja! so sind sie! Schreckt Sie alles gleich, was eine Tiefe hat; Ist ihnen nirgends wohl, als wo's recht flach ist.

Octavio. (zu Questenberg) Ergeben Sie sich nur in gutem, Freund! Mit dem da werden Sie nicht fertig.

Max. Da rufen sie den Geist an in der Not, Und grauet ihnen gleich, wenn er sich zeigt. Das Ungemeine soll, das Höchste selbst Geschehn wie das Alltägliche. Im Feld, Da dringt die Gegenwart--Persönliches Muß herrschen, eignes Auge sehn. Es braucht


Die Piccolomini - 4/25

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