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- Wallensteins Tod - 10/38 -


Wo sich die Guten eng verbinden sollten.

Buttler. Die Gleichgesinnten können es allein.

Octavio. Und alle Guten nenn ich gleichgesinnt. Dem Menschen bring ich nur die Tat in Rechnung, Wozu ihn ruhig der Charakter treibt; Denn blinder Mißverständnisse Gewalt Drängt oft den Besten aus dem rechten Gleise. Ihr kamt durch Frauenberg. Hat Euch Graf Gallas Nichts anvertraut? Sagt mir's. Er ist mein Freund.

Buttler. Er hat verlorne Worte nur gesprochen.

Octavio. Das hör ich ungern, denn sein Rat war gut. Und einen gleichen hätt' ich Euch zu geben.

Buttler. Spart Euch die Müh--mir die Verlegenheit, So schlecht die gute Meinung zu verdienen.

Octavio. Die Zeit ist teuer, laßt uns offen reden. Ihr wißt, wie hier die Sachen stehn. Der Herzog Sinnt auf Verrat, ich kann Euch mehr noch sagen, Er hat ihn schon vollführt; geschlossen ist Das Bündnis mit dem Feind vor wen'gen Stunden. Nach Prag und Eger reiten schon die Boten, Und morgen will er zu dem Feind uns führen. Doch er betrügt sich, denn die Klugheit wacht, Noch treue Freunde leben hier dem Kaiser, Und mächtig steht ihr unsichtbarer Bund. Dies Manifest erklärt ihn in die Acht, Spricht los das Heer von des Gehorsams Pflichten, Und alle Gutgesinnten ruft es auf, Sich unter meiner Führung zu versammeln. Nun wählt, ob Ihr mit uns die gute Sache, Mit ihm der Bösen böses Los wollt teilen?

Buttler. (steht auf) Sein Los ist meines.

Octavio. Ist das Euer letzter Entschluß?

Buttler. Er ist's.

Octavio. Bedenkt Euch, Oberst Buttler. Noch habt Ihr Zeit. In meiner treuen Brust Begraben bleibt das raschgesprochne Wort. Nehmt es zurück. Wählt eine bessere Partei. Ihr habt die gute nicht ergriffen.

Buttler. Befehlt Ihr sonst nocht etwas, Generalleutnant?

Octavio. Seht Eure weißen Haare! Nehmt's zurück.

Buttler. Lebt wohl!

Octavio. Was? Diesen guten, tapfern Degen Wollt Ihr in solchem Streite ziehen? Wollt In Fluch den Dank verwandeln, den Ihr Euch Durch vierzigjähr'ge Treu verdient um Östreich?

Buttler. (bitter lachend) Dank vom Haus Östreich! (Er will gehen.)

Octavio. (läßt ihn bis an die Türe gehen, dann ruft er) Buttler!

Buttler. Was beliebt?

Octavio. Wie war es mit dem Grafen?

Buttler. Grafen! Was?

Octavio. Dem Grafentitel, mein ich.

Buttler. (heftig auffahrend) Tod und Teufel!

Octavio. (kalt) Ihr suchtet darum nach. Man wies Euch ab.

Buttler. Nicht ungestraft sollt Ihr mich höhnen. Zieht!

Octavio. Steckt ein. Sagt ruhig, wie es damit ging. Ich will Genugtuung nachher Euch nicht verweigern.

Buttler. Mag alle Welt doch um die Schwachheit wissen, Die ich mir selbst nie verzeihen kann! --Ja! Generalleutnant, ich besitze Ehrgeiz, Verachtung hab ich nie ertragen können. Es tat mir wehe, daß Geburt und Titel Bei der Armee mehr galten als Verdienst. Nicht schlechter wollt' ich sein als meinesgleichen, So ließ ich mich in unglücksel'ger Stunde Zu jenem Schritt verleiten--Es war Torheit! Doch nicht verdient' ich, sie so hart zu büßen! --Versagen konnte man's--Warum die Weigerung Mit dieser kränkenden Verachtung schärfen, Den alten Mann, den treu bewährten Diener Mit schwerem Hohn zermalmend niederschlagen, An seiner Herkunft Schmach so rauh ihn mahnen, Weil er in schwacher Stunde sich vergaß! Doch einen Stachel gab Natur dem Wurm, Den Willkür übermütig spielend tritt--

Octavio. Ihr müßt verleumdet sein. Vermutet Ihr Den Feind, der Euch den schlimmen Dienst geleistet?

Buttler. Sei's, wer es will! Ein niederträcht'ger Bube, Ein Höfling muß es sein, ein Spanier, Der Junker irgend eines alten Hauses, Dem ich im Licht mag stehn, ein neid'scher Schurke, Den meine selbstverdiente Würde kränkt.

Octavio. Sagt. Billigte der Herzog jenen Schritt?

Buttler. Er trieb mich dazu an, verwendete Sich selbst für micht, mit edler Freundeswärme.

Octavio. So? Wißt ihr das gewiß?

Buttler. Ich las den Brief.

Octavio. (bedeutend) Ich auch--doch anders lautete sein Inhalt. (Buttler wird betroffen.) Durch Zufall bin ich im Besitz des Briefs, Kann Euch durch eignen Anblick überführen. (Er gibt ihm den Brief.)

Buttler. Ha! was ist das?

Octavio. Ich fürchte, Oberst Buttler, Man hat mit Euch ein schändlich Spiel getrieben. Der Herzog, sagt Ihr, trieb Euch zu dem Schritt?-- In diesem Briefe spricht er mit Verachtung Von Euch, rät dem Minister, Euren Dünkel, Wie er ihn nennt, zu züchtigen. (Buttler hat den Brief gelesen, seine Knie zittern, er greift nach einem Stuhl, setzt sich nieder.) Kein Feind verfolgt Euch. Niemand will Euch übel. Dem Herzog schreibt allein die Kränkung zu, Die ihr empfangen; deutlich ist die Absicht. Losreißen wollt' er Euch von Eurem Kaiser-- Von Eurer Rache hofft' er zu erlangen, Was Eure wohlbewährte Treu ihn nimmer Erwarten ließ bei ruhiger Besinnung. Zum blinden Werkzeug wollt' er Euch, zum Mittel, Verworfner Zwecke Euch verächtlich brauchen. Er hat's erreicht. Zu gut nur glückt' es ihm, Euch wegzulocken von dem guten Pfade, Auf dem Ihr vierzig Jahre seid gewandelt.

Buttler. (mit der Stimme bebend) Kann mir des Kaisers Majestät vergeben?

Octavio. Sie tut noch mehr. Sie macht die Kränkung gut, Die unverdient dem Würdigen geschehn. Aus freiem Trieb bestätigt sie die Schenkung, Die Euch der Fürst zu bösem Zweck gemacht. Das Regiment ist Euer, das Ihr führt.

Buttler. (will aufstehen, sinkt zurück. Sein Gemüt arbeitet heftig, er versucht zu reden und vermag es nicht. Endlich nimmt er den Degen vom Gehänge und reicht ihn dem Piccolomini)

Octavio. Was wollt Ihr? Faßt Euch.


Wallensteins Tod - 10/38

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