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- Wallensteins Tod - 30/38 -


Wo er bestattet liegt, zu seinem Sarge!

Neubrunn. Was können Sie dort wollen, teures Fräulein?

Thekla. Was dort, Unglückliche! So würdest du Nicht fragen, wenn du je geliebt. Dort, dort Ist alles, was noch übrig ist von ihm, Der einz'ge Fleck ist mir die ganze Erde. --O halte mich nicht auf! Komm und mach Anstalt. Laß uns auf Mittel denken, zu entfliehen.

Neubrunn. Bedachten Sie auch Ihres Vaters Zorn?

Thekla. Ich fürchte keines Menschen Zürnen mehr.

Neubrunn. Den Hohn der Welt! des Tadels arge Zunge!

Thekla. Ich suche einen auf, der nicht mehr ist. Will ich denn in die Arme--o mein Gott! Ich will ja in die Gruft nur des Geliebten.

Neubrunn. Und wir allein, zwei hilflos schwache Weiber?

Thekla. Wir waffnen uns, mein Arm soll dich beschützen.

Neubrunn. Bei dunkler Nachtzeit?

Thekla. Nacht wird uns verbergen.

Neubrunn. In dieser rauhen Sturmnacht?

Thekla. Ward ihm sanft Gebettet, unter den Hufen seiner Rosse?

Neubrunn. O Gott!--und dann die vielen Feindesposten! Man wird uns nicht durchlassen.

Thekla. Es sind Menschen, Frei geht das Unglück durch die ganze Erde!

Neubrunn. Die weite Reise--

Thekla. Zählt der Pilger Meilen, Wenn er zum fernen Gnadenbilde wallt?

Neubrunn. Die Möglichkeit, aus dieser Stadt zu kommen?

Thekla. Gold öffnet uns die Tore. Geh nur, geh!

Neubrunn. Wenn man uns kennt?

Thekla. In einer Flüchtigen, Verzweifelnden sucht niemand Friedlands Tochter.

Neubrunn. Wo finden wir die Pferde zu der Flucht?

Thekla. Mein Kavalier verschafft sie. Geh und ruf ihn.

Neubrunn. Wagt er das ohne Wissen seines Herrn?

Thekla. Er wird es tun. O geh nur! Zaudre nicht.

Neubrunn. Ach! und was wird aus Ihrer Mutter werden, Wenn Sie verschwunden sind?

Thekla. (sich besinnend und schmerzvoll vor sich hinschauend) O meine Mutter!

Neubrunn. So viel schon leidet sie, die gute Mutter, Soll sie auch dieser letzte Schlag noch treffen?

Thekla. Ich kann's Ihr nicht ersparen!--Geh nur, geh.

Neubrunn. Bedenken Sie doch ja wohl, was Sie tun.

Thekla. Bedacht ist schon, was zu bedenken ist.

Neubrunn. Und sind wir dort, was soll mit Ihnen werden?

Thekla. Dort wird's ein Gott mir in die Seele geben.

Neubrunn. Ihr Herz ist jetzt voll Unruh, teures Fräulein, Das ist der Weg nicht, der zur Ruhe führt.

Thekla. Zur tiefen Ruh, wie er sie auch gefunden. --O eile! geh! Mach keine Worte mehr! Es zíeht mich fort, ich weiß nicht, wie ich's nenne, Unwiderstehlich fort zu seinem Grabe! Dort wird mir leichter werden, augenblicklich! Das herzerstickende Band des Schmerzens wird Sich lösen--Meine Tränen werden fließen. O geh, wir könnten längst schon auf dem Weg sein. Nicht Ruhe find ich, bis ich diesen Mauern Entrunnen bin--sie stürzen auf mich ein-- Fortstoßend treibt mich eine dunkle Macht Von dannen--Was ist das für ein Gefühl! Es füllen sich mir alle Räume dieses Hauses Mit bleichen, hohlen Geisterbildern an-- Ich habe keinen Platz mehr--Immer neue! Es drängt mich das entsetzliche Gewimmel Aus diesen Wänden fort, die Lebende!

Neubrunn. Sie setzen mich in Angst und Schrecken, Fräulein, Daß ich nun selber nicht zu bleiben wage. Ich geh und rufe gleich den Rosenberg. (Geht ab.)

Zwölfter Auftritt

Thekla. Sein Geist ist's, der micht ruft. Es ist die Schar Der Treuen, die sich rächend ihm geopfert. Unedler Säumnis klagen sie mich an. Sie wollten auch im Tod nicht von ihm lassen, Der ihres Lebens Führer war--Das taten Die rohen Herzen, und ich sollte leben! --Nein! Auch für mich ward jener Lorbeerkranz, Der deine Totenbahre schmückt, gewunden. Was ist das Leben ohne Liebesglanz? Ich werf es hin, da sein Gehalt verschwunden. Ja, da ich dich, den Liebenden gefunden, Da war das Leben etwas. Glänzend lag Vor mir der neue goldne Tag! Mir träumte von zwei himmelschönen Stunden. Du standest an dem Eingang in der Welt, Die ich betrat mit klösterlichem Zagen, Sie war von tausend Sonnen aufgehellt; Ein guter Engel schienst du hingestellt, Mich aus der Kindheit fabelhaften Tagen Schnell auf des Lebens Gipfel hinzutragen. Mein erst Empfinden war des Himmels Glück, In dein Herz fiel mein erster Blick! (Sie sinkt hier in Nachdenken und fährt dann mit Zeichen des Grauens auf.) --Da kommt das Schicksal--Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde-- --Das ist das Los des Schönen auf der Erde!

Dreizehnter Auftritt

Thekla. Fräulein Neubrunn mit dem Stallmeister.

Neubrunn. Hier ist er, Fräulein, und er will es tun.

Thekla. Willst du uns Pferde schaffen, Rosenberg? Stallmeister. Ich will sie schaffen.

Thekla. Willst du uns begleiten?

Stallmeister. Mein Fräulein, bis ans End' der Welt.

Thekla. Du kannst Zum Herzog aber nicht zurück mehr kehren.


Wallensteins Tod - 30/38

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