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- Wallensteins Tod - 38/38 -


Buttler. (gelassen) Ich hab des Kaisers Urtel nur vollstreckt.

Octavio. O Fluch der Könige, der ihren Worten Das fürchterliche Leben gibt, dem schnell Vergänglichen Gedanken gleich die Tat, Die fest unwiderrufliche, ankettet! Mußt' es so rasch gehorcht sein? Konntest du Dem Gnädigen nicht Zeit zur Gnade gönnen? Des Menschen Engel ist die Zeit--die rasche Vollstreckung an das Urteil anzuheften, Ziemt nur dem unveränderlichen Gott!

Buttler. Was scheltet Ihr mich? Was ist mein Verbrechen? Ich habe eine gute Tat getan, Ich hab das Reich von einem furchtbarn Feinde Befreit und mache Anspruch auf Belohnung. Der einz'ge Unterschied ist zwischen Eurem Und meinem Tun: Ihr habt den Pfeil geschärft, Ich hab ihn abgedrückt. Ihr sätet Blut Und steht bestürzt, daß Blut ist aufgegangen. Ich wußt immer, was ich tat, und so Erschreckt und überrascht mich kein Erfolg. Habt Ihr sonst einen Auftrag mir zu geben? Denn stehnden Fußes reis ich ab nach Wien, Mein blutend Schwert vor meines Kaisers Thron Zu legen und den Beifall mir zu holen, Den der geschwinde, pünktliche Gehorsam Von dem gerechten Richter fordern darf. (Geht ab.)

Zwölfter Auftritt

Vorige ohne Buttler. Gräfin Terzky tritt auf, bleich und entstellt. Ihre Sprache ist schwach und langsam, ohne Leidenschaft.

Octavio. (ihr entgegen) O Gräfin Terzky, mußt' es dahin kommen? Das sind die Folgen unglücksel'ger Taten.

Gräfin. Es sind die Früchte Ihres Tuns--Der Herzog Ist tot, mein Mann ist tot, die Herzogin Ringt mit dem Tode, meine Nichte ist verschwunden. Dies Haus des Glanzes und der Herrlichkeit Steht nun verödet, und durch alle Pforten Stürzt das erschreckte Hofgesinde fort. Ich bin die Letzte drin, ich schloß es ab Und liefre hier die Schlüssel aus.

Octavio. (mit tiefem Schmerz) O Gräfin, Auch mein Haus ist verödet!

Gräfin. Wer soll noch Umkommen? Wer soll noch mißhandelt werden? Der Fürst ist tot, des Kaisers Rache kann Befriedigt sein. Verschonen Sie die alten Diener! Daß den Getreuen ihre Lieb und Treu Nicht auch zum Frevel angerechnet werde! Das Schicksal überraschte meinen Bruder Zu schnell, er konnte nicht mehr an sie denken.

Octavio Nichts von Mißhandlung! Nichts von Rache, Gräfin! Die schwere Schuld ist schwer gebüßt, der Kaiser Versöhnt, nichts geht vom Vater auf die Tochter Hinüber als sein Ruhm und sein Verdienst. Die Kaiserin ehrt Ihr Unglück, öffnet Ihnen Teilnehmend ihre mütterlichen Arme. Drum keine Furcht mehr! Fassen Sie Vertrauen Und übergeben Sie sich hoffnungsvoll Der kaiserlichen Gnade.

Gräfin. (mit einem Blick zum Himmel) Ich vertraue mich Der Gnade eines größern Herrn--Wo soll Der fürstliche Leichnam seine Ruhstatt finden? In der Kartause, die er selbst gestiftet, Zu Gitschin ruht die Gräfin Wallenstein; An ihrer Seite, die sein erstes Glück Gegründet, wünscht' er, dankbar, einst zu schlummern. O lassen Sie ihn dort begraben sein! Auch für die Reste meines Mannes bitt ich Um gleiche Gunst. Der Kaiser ist Besitzer Von unsern Schlössern, gönne man uns nur Ein Grab noch bei den Gräbern unsrer Ahnen.

Octavio. Sie zittern, Gräfin--Sie verbleichen--Gott! Und welche Deutung geb ich Ihren Reden?

Gräfin. (sammelt ihre letzte Kraft und spricht mit Lebhaftigkeit und Adel) Sie denken würdiger von mir, als daß Sie glaubten, Ich überlebte meines Hauses Fall. Wir fühlten uns nicht zu gering, die Hand Nach einer Königskrone zu erheben-- Es sollte nicht sein--Doch wir denken königlich Und achten einen freien, mut'gen Tod Anständiger als ein entehrtes Leben. --Ich habe Gift--

Octavio. O rettet! helft!

Gräfin. Es ist zu spät. In wenig Augenblicken ist mein Schicksal Erfüllt. (Sie geht ab.)

Gordon. O Haus des Mordes und Entsetzens! (Ein Kurier kommt und bringt einen Brief. Gordon tritt ihm entgegen.) Was gibt's? Das ist das kaiserliche Siegel. (Er hat die Aufschrift gelesen und übergibt den Brief dem Octavio mit einem Blick des Vorwurfs.) Dem Fürsten Piccolomini. (Octavio erschrickt und blickt schmerzvoll zu Himmel.)

(Der Vorhang fällt.)


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