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- Wallensteins Tod - 4/38 -


Es steht der Rheingraf nur vier Tagemärsche Von hier mit funfzehntausend Mann, er wartet Auf Ordre nur, zu Ihrem Heer zu stoßen. Die Ordre stell ich aus, sobald wir einig.

Wallenstein. Was ist des Kanzlers Forderung?

Wrangel. (bedenklich) Zwölf Regimenter gilt es, schwedisch Volk. Mein Kopf muß dafür haften. Alles könnte Zuletzt nur falsches Spiel--

Wallenstein. (fährt auf) Herr Schwede!

Wrangel. (ruhig fortfahrend) Muß demnach Darauf bestehn, daß Herzog Friedland förmlich, Unwiderruflich breche mit dem Kaiser, Sonst ihm kein schwedisch Volk vertrauet wird.

Wallenstein. Was ist die Forderung? Sagt's kurz und gut.

Wrangel. Die span'schen Regimenter, die dem Kaiser Ergeben, zu entwaffnen, Prag zu nehmen Und diese Stadt wie auch das Grenzschloß Eger Den Schweden einzuräumen.

Wallenstein. Viel gefordert! Prag! Sei's um Eger! Aber Prag? Geht nicht. Ich leist euch jede Sicherheit, die ihr Vernünft'gerweise von mir fordern möget. Prag aber--Böhmen--kann ich selbst beschützen.

Wrangel. Man zweifelt nicht daran. Es ist uns auch Nicht ums Beschützen bloß. Wir wollen Menschen Und Geld umsonst nicht aufgewendet haben.

Wallenstein. Wie billig.

Wrangel. Und so lang, bis wir entschädigt, Bleibt Prag verpfändet.

Wallenstein. Traut ihr uns so wenig?

Wrangel. (steht auf) Der Schwede muß sich vorsehn mit dem Deutschen. Man hat uns übers Ostmeer hergerufen; Gerettet haben wir vom Untergang Das Reich--mit unserm Blut des Glaubens Freiheit, Die heil'ge Lehr' des Evangeliums Versiegelt--Aber jetzt schon fühlet man Nicht mehr die Wohltat, nur die Last, erblickt Mit scheelem Aug' die Fremdlinge im Reiche Und schickte gern mit einer Handvoll Geld Uns heim in unsre Wälder. Nein! wir haben Um Judas' Lohn, um klingend Gold und Silber Den König auf der Walstatt nicht gelassen! So vieler Schweden adeliges Blut, Es ist um Gold und Silber nicht geflossen! Und nicht mit magerm Lorbeer wollen wir Zum Vaterland die Wimpel wieder lüften, Wir wollen Bürger bleiben auf dem Boden, Den unser König fallend sich erobert.

Wallenstein. Helft den gemeinen Feind mir niederhalten, Das schöne Grenzland kann euch nicht entgehn.

Wrangel. Und liegt zu Boden der gemeine Feind, Wer knüpft die neue Freundschaft dann zusammen? Uns ist bekannt, Herr Fürst--wenngleich der Schwede Nichts davon merken soll--daß Ihr mit Sachsen Geheime Unterhandlung pflegt. Wer bürgt uns Dafür, daß wir nicht Opfer der Beschlüsse sind, Die man vor uns zu hehlen nötig achtet?

Wallenstein. Wohl wählte sich der Kanzler seinen Mann, Er hätt' mir keinen zähern schicken können. (Aufstehend.) Besinnt Euch eines Bessern, Gustav Wrangel. Von Prag nichts mehr.

Wrangel. Hier endigt meinen Vollmacht.

Wallenstein. Euch meine Hauptstadt räumen! Lieber tret ich Zurück--zu meinem Kaiser.

Wrangel. Wenn's noch Zeit ist. Wallenstein. Das steht bei mir, noch jetzt, zu jeder Stunde.

Wrangel. Vielleicht vor wenig Tagen noch. Heut nicht mehr. --Seit der Sesin gefangen sitzt, nicht mehr. (Wie Wallenstein betroffen schweigt.) Herr Fürst! Wir glauben, daß Sie's ehrlich meinen; Seit gestern--sind wir des gewiß--Und nun Dies Blatt uns für die Truppen bürgt, ist nichts, Was dem Vertrauen noch im Wege stünde. Prag soll uns nicht entzweien. Mein Herr Kanzler Begnügt sich mit der Altstadt, Euer Gnaden Läßt er den Ratschin und die kleine Seite. Doch Eger muß vor allem sich uns öffnen, Eh' an Konjunktion zu denken ist.

Wallenstein. Euch also soll ich trauen, ihr nicht mir? Ich will den Vorschlag in Erwägung ziehn.

Wrangel. In keine gar zu lange, muß ich bitten. Ins zweite Jahr schon schleicht die Unterhandlung; Erfolgt auch diesmal nichts, so will der Kanzler Auf immer sie für abgebrochen halten.

Wallenstein. Ihr drängt mich sehr. Ein solcher Schritt will wohl Bedacht sein.

Wrangel. Eh' man überhaupt dran denkt, Herr Fürst! Durch rasche Tat nur kann er glücken. (Er geht ab.)

Sechster Auftritt

Wallenstein. Terzky und Illo kommen zurück.

Illo. Ist's richtig?

Terzky. Seid ihr einig?

Illo. Dieser Schwede Ging ganz zufrieden fort. Ja, ihr seid einig.

Wallenstein. Hört! Noch ist nichts geschehn, und--wohl erwogen, Ich will es lieber doch nicht tun.

Terzky. Wie? Was ist das?

Wallenstein. Von dieser Schweden Gnade leben! Der Übermütigen? Ich trüg' es nicht.

Illo. Kommst du als Flüchtling, ihre Hilf' erbettelnd? Du bringest ihnen mehr, als du empfängst.

Wallenstein. Wie war's mit jenem königlichen Bourbon, Der seines Volkes Feinde sich verkaufte Und Wunden schlug dem eignen Vaterland? Fluch war sein Lohn, der Menschen Abscheu rächte Die unnatürlich frevelhafte Tat.

Illo. Ist das dein Fall?

Wallenstein. Die Treue, sag ich euch, Ist jedem Menschen wie der nächste Blutsfreund, Als ihren Rächer fühlt er sich geboren. Der Sekten Feindschaft, der Parteien Wut, Der alte Neid, die Eifersucht macht Friede; Was noch so wütend ringt, sich zu zerstören, Verträgt, vergleicht sich, den gemeinen Feind Der Menschlichkeit, das wilde Tier zu jagen, Das mordend einbricht in die sichre Hürde, Worin der Mensch geborgen wohnt--denn ganz Kann ihn die eigne Klugheit nicht beschirmen. Nur an die Stirne setzt' ihm die Natur Das Licht der Augen, fromme Treue soll Den bloßgegebnen Rücken ihm beschützen.

Terzky. Denk von dir selbst nicht schlimmer als der Feind, Der zu der Tat die Hände freudig bietet. So zärtlich dachte jener Karl auch nicht,


Wallensteins Tod - 4/38

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