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- Wallensteins Tod - 5/38 -


Der Öhm und Ahnherr dieses Kaiserhauses, Der nahm den Bourbon auf mit offnen Armen, Denn nur vom Nutzen wird die Welt regiert.

Siebenter Auftritt

Gräfin Terzky zu den Vorigen.

Wallenstein. Wer ruft Euch? Hier ist kein Geschäft für Weiber.

Gräfin. Ich komme, meinen Glückwunsch abzulegen. --Komm ich zu früh etwa? Ich will nicht hoffen.

Wallenstein. Gebrauch dein Ansehn, Terzky. Heiß sie gehn.

Gräfin. Ich gab den Böhmen einen König schon.

Wallenstein. Er war darnach.

Gräfin. (zu den andern) Nun, woran liegt es? Sprecht!

Terzky. Der Herzog will nicht.

Gräfin. Will nicht, was er muß?

Illo. An Euch ist's jetzt. Versucht's, denn ich bin fertig, Spricht man von Treue mir und von Gewissen.

Gräfin. Wie? da noch alles lag in weiter Ferne, Der Weg sich noch unendlich vor dir dehnte, Da hattest du Entschluß und Mut--und jetzt, Da aus dem Traume Wahrheit werden will, Da die Vollbringung nahe, der Erfolg Versichert ist, da fängst du an, zu zagen? Nur in Entwürfen bist du tapfer, feig In Taten? Gut! Gib deinen Feinden Recht! Da eben ist es, wo sie dich erwarten. Den Vorsatz glauben sie dir gern; sei sicher, Daß sie's mit Brief und Siegel dir belegen! Doch an die Möglichkeit der Tat glaubt keiner, Da müßten sie dich fürchten und dich achten. Ist's möglich? Da du so weit bist gegangen, Da man das Schlimmste weiß, da dir die Tat Schon als begangen zugerechnet wird, Willst du zurückziehn und die Frucht verlieren? Entworfen bloß ist's ein gemeiner Frevel, Vollführt ist's ein unsterblich Unternehmen; Und wenn es glückt, so ist es auch verziehn, Denn aller Ausgang ist ein Gottes Urtel.

Kammerdiener. (tritt herein) Der Oberst Piccolomini.

Gräfin. (schnell) Soll warten.

Wallenstein. Ich kann ihn jetzt nicht sehn. Ein andermal.

Kammerdiener. Nur um zwei Augenblicke bittet er, Er hab ein dringendes Geschäft--

Wallenstein. Wer weiß, was er uns bringt. Ich will doch hören.

Gräfin. (lacht) Wohl mag's ihm dringend sein. Du kannst's erwarten.

Wallenstein. Was ist's.

Gräfin. Du sollst es nachher wissen. Jetzt denke dran, den Wrangel abzufert'gen. (Kammerdiener geht.)

Wallenstein. Wenn eine Wahl noch wäre--noch ein milderer Ausweg sich fände--jetzt noch will ich ihn Erwählen und das Äußerste vermeiden.

Gräfin. Verlangst du weiter nichts, ein solcher Weg Liegt nah vor dir. Schick diesen Wrangel fort. Vergiß die alten Hoffnungen, wirf dein Vergangnes Leben weg, enschließe dich, Ein neues anzufangen. Auch die Tugend Hat ihre Helden, wie der Ruhm, das Glück. Reis hin nach Wien zum Kaiser stehndes Fußes, Nimm eine volle Kasse mit, erklär, Du hab'st der Diener Treue nur erproben, Den Schweden bloß zum besten haben wollen.

Illo. Auch damit ist's zu spät. Man weiß zu viel. Er würde nur das Haupt zum Todesblocke tragen.

Gräfin. Das fürcht ich nicht. Gesetzlich ihn zu richten, Fehlt's an Beweisen; Willkür meiden sie. Man wird den Herzog ruhig lassen ziehn. Ich seh, wie alles kommen wird. Der König Von Ungarn wird erscheinen, und es wird sich Von selbst verstehen, daß der Herzog geht; Nicht der Erklärung wird das erst bedürfen. Der König wird die Truppen lassen schwören, Und alles wird in seiner Ordnung bleiben. An einem Morgen ist der Herzog fort. Auf seinen Schlössern wird es nun lebendig, Dort wird er jagen, baun, Gestüte halten, Sich eine Hofstatt gründen, goldne Schlüssel Austeilen, gastfrei große Tafel geben, Und kurz ein großer König sein--im Kleinen! Und weil er klug sich zu bescheiden weiß, Nichts wirklich mehr zu gelten, zu bedeuten, Läßt man ihn scheinen, was er mag; er wird Ein großer Prinz bis an sein Ende scheinen. Ei nun! der Herzog ist dann eben auch Der neuen Menschen einer, die der Krieg Emporgebracht; ein übernächtiges Geschöpf der Hofgunst, die mit gleichem Aufwand Freiherrn und Fürsten macht.

Wallenstein. (steht auf, heftig bewegt) Zeigt einen Weg mir an aus diesem Drang, Hilfreiche Mächte! einen solchen zeigt mir, Den ich vermag zu gehn--Ich kann mich nicht, Wie so ein Wortheld, so ein Tugendschwätzer, An meinem Willen wärmen und Gedanken-- Nicht zu dem Glück, das mir den Rücken kehrt, Großtuend sagen: Geh! Ich brauch dich nicht! Wenn ich nicht wirke mehr, bin ich vernichtet; Nicht Opfer, nicht Gefahren will ich scheun, Den letzten Schritt, den äußersten, zu meiden; Doch eh' ich sinke in die Nichtigkeit, So klein aufhöre, der so groß begonnen, Eh' mich die Welt mit jenen Elenden Verwechselt, die der Tag erschafft und stürzt, Eh' spreche Welt und Nachwelt meinen Namen Mit Abscheu aus, und Friedland sei die Losung Für jede fluchenswerte Tat.

Gräfin. Was ist denn hier so wider die Natur? Ich kann's nicht finden, sage mir's--oh! laß Des Aberglaubens nächtliche Gespenster Nicht deines hellen Geistes Meister werden! Du bist des Hochverrats verklagt; ob mit --Ob ohne Recht, ist jetzo nicht die Frage-- Du bist verloren, wenn du dich nicht schnell der Macht Bedienst, die du besitzest--Ei! wo lebt denn Das friedsame Geschöpf, das seines Lebens Sich nicht mit allen Lebenskräften wehrt? Was ist so kühn, das Notwehr nicht entschuldigt?

Wallenstein. Einst war mir dieser Ferdinand so huldreich; Er liebte mich, er hielt mich wert, ich stand Der Nächste seinem Herzen. Welchen Fürsten Hat er geehrt wie mich?--Und so zu enden!

Gräfin. So treu bewahrst du jede kleine Gunst, Und für die Kränkung hast du kein Gedächtnis? Muß ich dich dran erinnern, wie man dir Zu Regenspurg die treuen Dienste lohnte? Du hattest jeden Stand im Reich beleidigt; Ihn groß zu machen, hattest du den Haß, Den Fluch der ganzen Welt auf dich geladen, Im ganzen Deutschland lebte dir kein Freund, Wei du allein gelebt für deinen Kaiser. An ihn bloß hieltest du bei jenem Sturme Dich fest, der auf dem Rgenspurger Tag Sich gegen dich zusammenzog--da ließ er Dich fallen! Ließ dich fallen! Dich dem Bayern, Dem Übermütigen, zum Opfer fallen! Sag nicht, daß die zurückgegebne Würde Das erste, schwere Unrecht ausgesöhnt. Nicht wahrlich guter Wille stellte dich, Dich stellte das Gesetz der herben Not An diesen Platz, den man dir gern verweigert.

Wallenstein. Nicht ihrem guten Willen, das ist wahr! Noch seiner Neigung dank ich dieses Amt. Mißbrauch ich's, so mißbrauch ich kein Vertrauen.


Wallensteins Tod - 5/38

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