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- Wissenshaft der Logik V2 - 10/60 -


_Zweitens_ ist der Begriff dadurch als dieser _besondere_ oder als _bestimmte_ Begriff, welcher als gegen andere unterschieden gesetzt ist.

_Drittens_ die _Einzelheit_ ist der aus dem Unterschiede in die absolute Negativität sich reflektirende Begriff. Dieß ist zugleich das Moment, worin er aus seiner Identität in sein _Andersseyn_ übergetreten ist, und zum _Urtheil_ wird.

A. Der allgemeine Begriff.

Der reine Begriff ist das absolut Unendliche, Unbedingte und Freie. Es ist hier, wo die Abhandlung, welche den Begriff zu ihrem _Inhalte_ hat, beginnt, noch einmal nach seiner Genesis zurückzusehen. Das _Wesen_ ist aus dem _Seyn_, und der Begriff aus dem Wesen, somit auch aus dem _Seyn geworden._ Dieß Werden hat aber die Bedeutung des _Gegenstoßes_ seiner selbst, so daß das _Gewordene_ vielmehr das _Unbedingte_ und _Ursprüngliche_ ist. Das _Seyn_ ist in seinem Übergange zum Wesen zu einem _Schein_ oder _Gesetztseyn_, und das _Werden_ oder das Übergehen in _Anderes_ zu einem _Setzen_ geworden, und umgekehrt hat das _Setzen_ oder die Reflexion des Wesens sich aufgehoben und sich zu einem Nichtgesetzten, einem _ursprünglichen_ Seyn hergestellt. Der Begriff ist die Durchdringung dieser Momente, daß das Qualitative, und ursprünglich-Seyende nur als Setzen und nur als Rückkehr-in-sich ist, und diese reine Reflexion-in-sich schlechthin das _Anderswerden_ oder die _Bestimmtheit_ ist, welche ebenso daher unendliche, sich auf sich beziehende _Bestimmtheit_ ist.

Der Begriff ist daher zuerst so die _absolute Identität mit sich_, daß sie dieß nur ist, als die Negation der Negation, oder als die unendliche Einheit der Negativität mit sich selbst. Diese _reine Beziehung_ des Begriffs auf sich, welche dadurch diese Beziehung ist, als durch die Negativität sich setzend, ist die _Allgemeinheit_ des Begriffs.

_Die Allgemeinheit_, das sie die höchst _einfache_ Bestimmung ist, scheint keiner Erklärung fähig zu seyn; denn eine Erklärung muß sich auf Bestimmungen und Unterscheidungen einlassen, und von ihrem Gegenstand prädiciren, das Einfache aber wird hierdurch vielmehr verändert, als erklärt. Es ist aber gerade die Natur des Allgemeinen, ein solches Einfaches zu seyn, welches durch die absolute Negativität den höchsten Unterschied und Bestimmtheit _in sich_ enthält. Das _Seyn_ ist einfaches, als _unmittelbares_; deswegen ist es ein nur _Gemeintes_, und kann man von ihm nicht sagen, was es ist; es ist daher unmittelbar eins mit seinem Andern, dem _Nichtseyn_. Eben dieß ist sein Begriff, ein solches Einfaches zu seyn, das in seinem Gegentheil unmittelbar verschwindet; er ist das _Werden_. Das _Allgemeine_ dagegen ist das _Einfache_, welches ebenso sehr das _Reichste in sich selbst_ ist; weil es der Begriff ist.

Es ist daher _erstens_ die einfach Beziehung auf sich selbst; es ist nur in sich. Aber diese Identität ist _zweitens_ in sich absolute _Vermittelung_; nicht aber ein _Vermitteltes_. Vom Allgemeine, welches ein vermitteltes, nämlich das _abstrakte_, dem Besondern und Einzelnen entgegengesetzte Allgemeine ist, ist erst bei dem bestimmten Begriffe zu reden.--Aber auch schon das _Abstrakte_ enthält dieß, daß, um es zu erhalten, erfordert werde, andere Bestimmungen des Konkreten _wegzulassen_. Diese Bestimmungen sind als Determinationen überhaupt _Negationen_; ebenso ist ferner das _Weglassen_ derselben ein _Negiren_. Es kommt also beim Abstrakten gleichfalls die Negation der Negation vor. Diese gedoppelte Negation aber wird vorgestellt, als ob sie demselben _äußerlich_ sey, und sowohl die weggelassenen weiteren Eigenschaften des Konkreten von der beibehaltenen, welche der Inhalt des Abstrakten ist, verschieden seyen, als auch diese Operation des Weglassens der übrigen und des Beibehaltens der einen, außer derselben vorgehe. Zu solcher _Äußerlichkeit_ hat sich das Allgemeine gegen jene Bewegung noch nicht bestimmt; es ist noch selbst in sich jene absolute Vermittelung, welche eben die Negation der Negation oder absolute Negativität ist.

Nach dieser ursprünglichen Einheit ist vor's Erste das erste Negative oder die _Bestimmung_ keine Schranke für das Allgemeine, sondern es _erhält sich darin_, und ist positiv mit sich identisch. Die Kategorien des Seyns waren, als Begriffe, wesentlich diese Identitäten der Bestimmungen mit sich selbst, in ihrer Schranke oder ihrem Andersseyn; diese Identität war aber nur _an sich_ der Begriff; sie war noch nicht manifestirt. Daher die qualitative Bestimmung als solche in ihrer andern unterging und eine von ihr _verschiedene_ Bestimmung zu ihrer Wahrheit hatte. Das Allgemeine hingegen, wenn es sich auch in eine Bestimmung setzt, _bleibt_ es darin, was es ist. Es ist die _Seele_ des Konkreten, dem es inwohnt, ungehindert und sich selbst gleich in dessen Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit. Es wird nicht mit in das _Werden_ gerissen, sonder _kontinuirt sich_ ungetrübt durch dasselbe, und hat die Kraft unveränderlicher, unsterblicher Selbsterhaltung.

Ebenso _scheint_ es aber nicht nur in sein Anderes, wie die Reflexions-Bestimmung. Diese als ein _Relatives_ bezieht sich nicht nur auf sich, sondern ist ein _Verhalten. Sie giebt sich_ in ihrem Andern _kund_; aber _scheint_ nur erst an ihm, und das Scheinen eines jeden an dem Andern oder ihr gegenseitiges Bestimmen hat bei ihrer Selbstständigkeit die Form eines äußerlichen Thuns.--Das _Allgemeine_ dagegen ist gesetzt als das _Wesen_ seiner Bestimmung, die _eigene positive Natur_ derselben. Denn die Bestimmung, die sein Negatives ausmacht, ist im Begriffe schlechthin nur als ein _Gesetztseyn_, oder wesentlich nur zugleich als das Negative des Negativen, und sie ist nur als diese Identität des Negativen mit sich, welche das Allgemeine ist. Dieses ist insofern auch die _Substanz_ seiner Bestimmungen; aber so, daß das, was für die Substanz als solche ein _Zufälliges_ war, die eigene _Vermittelung_ des Begriffes mit sich selbst, seine eigene _immanente Reflexion_ ist. Diese Vermittelung, welche das Zufällige zunächst zur _Nothwendigkeit_ erhebt, ist aber die _manifestirte_ Beziehung; der Begriff ist nicht der Abgrund der formlosen Substanz, oder die Nothwendigkeit, als die _innere_ Identität von einander verschiedener und sich beschränkender Dinge oder Zustände, sondern als absolute Negativität das Formirende und Erschaffende, und weil die Bestimmung nicht als Schranke, sondern schlechthin so sehr als aufgehobene, als Gesetztseyn ist, so ist der Schein die Erscheinung als _des Identischen_.

Das Allgemeine ist daher die _freie_ Macht; es ist es selbst und greift über sein Anderes über; aber nicht als ein _Gewaltsames_, sondern das vielmehr in demselben ruhig und _bei sich selbst_ ist. Wie es die freie Macht genannt worden, so könnte es auch die _freie Liebe_ und _schrankenlose Seligkeit_ genannt werden, denn es ist ein Verhalten seiner zu dem _Unterschiedenen_ nur als _zu sich selbst_, in demselben ist es zu sich selbst zurückgekehrt.

Es ist so eben der _Bestimmtheit_ erwähnt worden, obgleich der Begriff nur erst als das Allgemeine und nur mit sich _Identische_ noch nicht dazu fortgegangen ist. Es kann aber von dem Allgemeinen nicht ohne die Bestimmtheit, welche näher die Besonderheit und Einzelnheit ist, gesprochen werden; denn es enthält sie in seiner absoluten Negativität an und für sich; die Bestimmtheit wird also nicht von Außen dazu genommen, wenn beim Allgemeinen von ihr gesprochen wird. Als Negativität überhaupt, oder nach der _ersten, unmittelbaren_ Negation hat es die Bestimmtheit überhaupt als _Besonderheit_ an ihm; als _Zweites_, als Negation der Negation ist es _absolute Bestimmtheit_, oder _Einzelnheit_ und _Konkretion_.--Das Allgemeine ist somit die Totalität des Begriffes, es ist Konkretes, ist nicht ein Leeres, sondern hat vielmehr durch seinen Begriff _Inhalt_;--einen Inhalt, in dem es sich nicht nur erhält, sondern der ihm eigen und immanent ist. Es kann von dem Inhalte wohl abstrahirt werden; so erhält man aber nicht das Allgemeine des Begriffs, sondern das _Abstrakte_, welches ein isolirtes, unvollkommenes Moment des Begriffes ist, und keine Wahrheit hat.

Näher ergiebt sich das Allgemeine so als diese Totalität. Insofern es die Bestimmtheit in sich hat, ist sie nicht nur die _erste_ Negation, sondern auch die Reflexion derselben in sich. Mit jener ersten Negation für sich genommen, ist es _Besonders_, wie es sogleich wird betrachtet werden; aber es ist in dieser Bestimmtheit wesentlich noch Allgemeines; diese Seite muß hier noch aufgefaßt werden.--Diese Bestimmtheit ist nämlich als im Begriffe die totale Reflexion, der _Doppelschein_, einmal der Schein _nach Außen_, die Reflexion in Anderes; das andere Mal der Schein _nach Innen_, die Reflexion in sich. Jenes äußerliche Scheinen macht einen Unterschied gegen _Anderes_; das Allgemeine hat hiernach eine _Besonderheit_, welche ihre Auflösung in einem höhern Allgemeinen hat. Insofern es nun auch nur ein relativ-Allgemeines ist, verliert es seinen Charakter des Allgemeinen nicht; es erhält sich in seiner Bestimmtheit, nicht nur so, daß es in der Verbindung mit ihr nur gleichgültig gegen sie bliebe,--so wäre es nur mit ihr _zusammengesetzt_,--sondern daß es das ist, was so eben das _Scheinen nach Innen_ genannt wurde. Die Bestimmtheit ist als bestimmter _Begriff_ aus der Äußerlichkeit _in sich zurückgebogen_; sie ist der eigene, immanente _Charakter_, der dadurch ein Wesentliches ist, daß er in die Allgemeinheit aufgenommen und von ihr durchdrungen, von gleichem Umfange, identisch mit ihr sie ebenso durchdringt; es ist der Charakter, welcher der _Gattung_ angehört, als die von dem Allgemeinen ungetrennte Bestimmtheit. Er ist insofern nicht eine nach Außen gehende _Schranke_, sondern _positiv_, indem er durch die Allgemeinheit in der freien Beziehung auf sich selbst steht. Auch der bestimmte Begriff bleibt so in sich unendlich freier Begriff.

In Ansehung der andern Seite aber, nach welcher die Gattung durch ihren bestimmten Charakter begrenzt ist, ist bemerkt worden, daß sie als niedrigere Gattung in einem höhern Allgemeinen ihre Auflösung habe. Dieses kann auch wieder als Gattung, aber als eine abstraktere aufgefaßt werden, gehört aber immer wieder nur der Seite des bestimmten Begriffes an, die nach Außen geht. Das wahrhaft höhere Allgemeine ist, worin diese nach Außen gehende Seite nach Innen zurückgenommen ist, die zweite Negation, in welcher die Bestimmtheit schlechthin nur _als_ Gesetztes, oder _als_ Schein ist. Leben, Ich, Geist, absoluter Begriff, sind nicht Allgemeine nur als höhere Gattungen, sondern _Konkrete_, deren Bestimmtheiten auch nicht nur Arten oder niedrige Gattungen sind, sondern die in ihrer Realität schlechthin nur in sich und davon erfüllt sind. Insofern Leben, Ich, endlicher Geist, wohl auch nur bestimmte Begriffe sind, so ist ihre absolute Auflösung in demjenigen Allgemeinen, welches als wahrhaft absoluter Begriff, als Idee des unendlichen Geistes zu fassen ist, dessen _Gesetztseyn_ die unendliche, durchsichtige Realität ist, worin er seine _Schöpfung_, und in ihr sich selbst anschaut.

Das wahrhafte, unendliche Allgemeine, welches unmittelbar ebenso sehr Besonderheit als Einzelnheit in sich ist, ist nun zunächst näher als _Besonderheit_ zu betrachten. Es _bestimmt_ sich frei; seine Verendlichung ist kein Übergehen, das nur in der Sphäre des Seyns Statt hat; _es ist schöpferische Macht_, als die absolute Negativität, die sich auf sich selbst bezieht. Es ist als solche das Unterscheiden in sich, und dieses ist _Bestimmen_, dadurch, daß das Unterscheiden mit der Allgemeinheit eins ist. Somit ist es ein Setzen der Unterschiede selbst als allgemeiner, sich auf sich beziehender. Hierdurch werden sie _fixirte_, isolirte Unterschiede. Das isolirte _Bestehen_ des Endlichen, das sich früher als sein Fürsichseyn, auch als Dingheit, als Substanz bestimmte, ist in seiner Wahrheit die Allgemeinheit, mit welcher Form der unendliche Begriff


Wissenshaft der Logik V2 - 10/60

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