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- Wissenshaft der Logik V2 - 30/60 -


Daseyns ist; aber 2) als _objektive_ Allgemeinheit, das heißt, welche die ganze Bestimmtheit der unterschiedenen Extreme enthält, wie die Allheit des Schlusses der Reflexion; eine _erfüllte_, aber _einfache_ Allgemeinheit; die _allgemeine Natur_ der Sache, die _Gattung_.

Dieser Schluß ist _inhaltsvoll_, weil die _abstrakte_ Mitte des Schlusses des Daseyns sich zum _bestimmten Unterschiede_ gesetzt, wie sie als Mitte des Reflexions-Schlusses ist, aber dieser Unterschied wieder in die einfache Identität sich reflektirt hat.--Dieser Schluß ist daher Schluß der _Nothwendigkeit_, da seine Mitte kein sonstiger unmittelbarer Inhalt, sondern die Reflexion der Bestimmtheit der Extreme in sich ist. Diese haben an der Mitte ihre innere Identität, deren Inhaltsbestimmungen die Formbestimmungen der Extreme sind. --Damit ist das, wodurch sich die Termini unterscheiden, als _äußerliche_ und _unwesentliche_ Form, und sie sind als Momente _eines nothwendigen_ Daseyns.

Zunächst ist dieser Schluß der unmittelbare, und insofern so formale, daß der _Zusammenhang_ der Terminorum die _wesentliche Natur_ ist als _Inhalt_, und dieser an den unterschiedenen Terminis nur in _verschiedener Form_, und die Extreme für sich nur als ein _unwesentliches_ Bestehen sind.--Die Realisirung dieses Schlusses hat ihn so zu bestimmen, daß die _Extreme_ gleichfalls als diese _Totalität_, welche zunächst die Mitte ist, _gesetzt_ werden, und die _Nothwendigkeit_ der Beziehung, welche zunächst nur der substantielle _Inhalt_ ist, eine Beziehung der _gesetzten Form_ sey.

a. Der kategorische Schluß.

1. Der kategorische Schluß hat das kategorische Urtheil zu einer oder zu seinen beiden Prämissen.--Es wird hier mit diesem Schlusse, wie mit dem Urtheil, die bestimmtere Bedeutung verbunden, daß die Mitte desselben die _objektive Allgemeinheit_ ist. Oberflächlicher Weise wird auch der kategorische Schluß für nicht mehr genommen, als für einen bloßen Schluß der Inhärenz.

Der kategorische Schluß ist nach seiner gehaltvollen Bedeutung der _erste Schluß der Nothwendigkeit_, worin ein Subjekt mit einem Prädikat durch _seine Substanz_ zusammen geschlossen ist. Die Substanz aber in die Sphäre des Begriffs erhoben, ist das Allgemeine, gesetzt so an und für sich zu seyn, daß sie nicht, wie in ihrem eigenthümlichen Verhältnisse, die Accidentalität, sondern die Begriffsbestimmung zur Form, zur Weise ihres Seyns hat. Ihre Unterschiede sind daher die Extreme des Schlusses, und bestimmt die Allgemeinheit und Einzelnheit. Jene ist gegen die _Gattung_, wie die _Mitte_ näher bestimmt ist, abstrakte Allgemeinheit oder allgemeine Bestimmtheit;--die Accidentalität der Substanz in die einfache Bestimmtheit, die aber ihr wesentlicher Unterschied, die _specifische Differenz_ ist, zusammengefaßt.--Die Einzelnheit aber ist das Wirkliche, an sich die konkrete Einheit der Gattung und der Bestimmtheit, hier aber als im unmittelbaren Schlusse zunächst unmittelbare Einzelnheit, die in die Form _für sich seyenden_ Bestehens zusammengefaßte Accidentalität.--Die Beziehung dieses Extrems auf die Mitte macht ein kategorisches Urtheil aus; insofern aber auch das andere Extrem nach der angegebenen Bestimmung die specifische Differenz der Gattung, oder ihr bestimmtes Princip ausdrückt, so ist auch diese andere Prämisse kategorisch.

2. Dieser Schluß steht zunächst als erster, somit unmittelbarer Schluß der Nothwendigkeit unter dem Schema des ersten formalen Schlusses E-B-A.--Da aber die Mitte die wesentliche _Natur_ des Einzelnen, nicht _irgend eine_ der Bestimmtheiten oder Eigenschaften desselben ist, und ebenso das Extrem der Allgemeinheit nicht irgend ein abstraktes Allgemeines, auch wieder nur eine einzelne Qualität, sondern die allgemeine Bestimmtheit, das _Specifische des Unterschiedes_ der Gattung ist, so fällt die Zufälligkeit weg, daß das Subjekt nur durch _irgend einen_ Medius Terminus mit _irgend einer Qualität_ zusammen geschlossen wäre.--Indem somit auch die _Beziehungen_ der Extreme auf die Mitte nicht diejenige äußerliche Unmittelbarkeit haben, wie im Schlusse des Daseyns; so tritt die Forderung des Beweises nicht in dem Sinne ein, der dort Statt fand und zum unendlichen Progresse führte.

Dieser Schluß setzt ferner nicht, wie ein Schluß der Reflexion, für seine Prämissen seinen Schlußsatz voraus. Die Termini stehen nach dem substantiellen Inhalt in identischer, als _an und für sich_ seyender Beziehung auf einander; es ist _ein_ die drei Terminos durchlaufendes Wesen vorhanden, an welchem die Bestimmungen der Einzelnheit, Besonderheit und Allgemeinheit nur _formelle_ Momente sind.

Der kategorische Schluß ist daher insofern nicht mehr subjektiv; in jener Identität fängt die Objektivität an; die Mitte ist die inhaltsvolle Identität ihrer Extreme, welche in derselben nach ihrer Selbstständigkeit enthalten sind, denn ihre Selbstständigkeit ist jene substantielle Allgemeinheit, die Gattung. Das Subjektive des Schlusses besteht in dem gleichgültigen Bestehen der Extreme gegen den Begriffe, oder die Mitte.

3. Es ist aber noch an diesem Schlusse dieß subjektiv, daß jene Identität noch als die substantielle oder als _Inhalt_, noch nicht zugleich als _Identität der Form_ ist. Daher ist die Identität des Begriffes noch _inneres_ Band, somit als Beziehung noch _Nothwendigkeit_; die Allgemeinheit der Mitte ist gediegene, _positive_ Identität, nicht ebenso sehr als _Negativität ihrer Extreme_.

Näher ist die Unmittelbarkeit dieses Schlusses, welche noch nicht als das, was sie _an sich ist, gesetzt ist_, so vorhanden. Das eigentlich Unmittelbare des Schlusses ist das _Einzelne_. Dieß ist unter seine Gattung als Mitte subsumirt; aber unter derselben stehen noch andere, _unbestimmt viele_ Einzelne; es ist daher _zufällig_, daß nur _dieses_ Einzelne darunter als subsumirt gesetzt ist.--Diese Zufälligkeit gehört aber ferner nicht bloß der _äußeren Reflexion_ an, die das im Schlusse gesetzte Einzelne, durch die _Vergleichung_ mit andern, zufällig findet; vielmehr darin, daß es selbst auf die Mitte als seine objektive Allgemeinheit bezogen ist, ist es als _zufällig_, als eine subjektive Wirklichkeit gesetzt. Auf der andern Seite, indem das Subjekt ein _unmittelbares_ Einzelnes ist, enthält es Bestimmungen, welche nicht in der Mitte, als der allgemeinen Natur enthalten sind; es hat somit auch eine dagegen gleichgültige, für sich bestimmte Existenz, die von eigenthümlichen Inhalt ist. Damit hat auch umgekehrt dieser andere Terminus eine gleichgültige Unmittelbarkeit und verschiedenen Existenz von jenem.--Dasselbe Verhältniß findet auch zwischen der Mitte und dem andern Extreme Statt; denn dieß hat gleichfalls die Bestimmung der Unmittelbarkeit, somit eines zufälligen Seyn gegen seine Mitte.

Was hiermit im kategorischen Schlusse gesetzt ist, sind _einer Seits_ Extreme in solchem Verhältniß zur Mitte, daß sie _an sich_ objektive Allgemeinheit oder selbstständige Natur haben und zugleich als Unmittelbare sind, also gegen einander _gleichgültige Wirklichkeiten. Anderer Seits_ aber sind sie ebenso sehr als _zufällige_, oder ihre Unmittelbarkeit als _aufgehoben_ in ihrer Identität bestimmt. Diese aber ist um jener Selbstständigkeit und Totalität der Wirklichkeit willen nur die formelle, innere; hierdurch hat der Schluß der Nothwendigkeit sich zum _hypothetischen_ bestimmt.

b. Der hypothetische Schluß.

1. Das hypothetische Urtheil enthält nur die nothwendige _Beziehung_ ohne die Unmittelbarkeit der Bezogenen. _Wenn A ist, so ist B_, oder das Seyn des A ist auch ebenso sehr das Seyn _eines Andern_, des B; damit ist noch nicht gesagt, weder daß A ist, noch daß B ist. Der hypothetische Schluß fügt diese _Unmittelbarkeit_ des Seyns hinzu:

Wenn A ist, so ist B,

Nun ist A,

Also ist B.

Der Untersatz für sich spricht das unmittelbare Seyn des A aus. Aber es ist nicht bloß dieß zum Urtheil hinzugekommen. Der Schluß enthält die Beziehung des Subjekts und Prädikats nicht als die abstrakte Kopula, sondern als die erfüllte _vermittelnde_ Einheit. Das _Seyn_ des A ist daher _nicht als bloße Unmittelbarkeit_, sondern wesentlich als _Mitte des Schlusses_ zu nehmen. Dieß ist näher zu betrachten.

2. Zunächst ist die Beziehung des hypothetischen Urtheils die _Nothwendigkeit_, oder innere _substantielle Identität_ bei äußerlicher Verschiedenheit der Existenz, oder der Gleichgültigkeit des erscheinenden Seyns gegeneinander;--ein identischer _Inhalt_, der innerlich zu Grunde liegt. Die beiden Seiten des Urtheils sind daher nicht als ein unmittelbares, sondern in der Nothwendigkeit gehaltenes Seyn, also zugleich _aufgehobenes_, oder nur erscheinendes Seyn. Sie verhalten sich ferner als Seiten des Urtheils, als _Allgemeinheit_ und _Einzelnheit_; das eine ist daher jener Inhalt als _Totalität der Bedingungen_, das andere als _Wirklichkeit_. Es ist jedoch gleichgültig, welche Seite als Allgemeinheit, welche als Einzelnheit genommen werde. Insofern nämlich die Bedingungen noch das _Innere, Abstrakte_ einer Wirklichkeit sind, sind sie das _Allgemeine_, und es ist das _Zusammengefaßtseyn_ derselben in eine _Einzelnheit_, wodurch sie in _Wirklichkeit_ getreten sind. Umgekehrt sind die Bedingungen eine _vereinzelnte zerstreute_ Erscheinung, welche erst in der _Wirklichkeit Einheit_ und Bedeutung, und ein _allgemeingültiges Daseyn_ gewinnt.

Das nähere Verhältniß, das hier zwischen den beiden Seiten als Verhältniß von Bedingung zum Bedingten angenommen worden, kann jedoch auch als Ursache und Wirkung, Grund und Folge genommen werden; dieß ist hier gleichgültig; aber das Verhältniß der Bedingung entspricht insofern der in dem hypothetischen Urtheile und Schlusse vorhandenen Beziehung näher, als die Bedingung wesentlich als eine gleichgültige Existenz, Grund und Ursache dagegen durch sich selbst übergehend ist; auch ist die Bedingung eine allgemeinere Bestimmung, indem sie beide Seiten jener Verhältnisse begreift, da die Wirkung, Folge u. s. f. ebenso sehr Bedingung der Ursache, des Grundes ist, als diese von jenen.-A ist nun das _vermittelnde_ Seyn, insofern es _erstens_ ein unmittelbares Seyn, eine gleichgültige Wirklichkeit, aber zweitens insofern es ebenso sehr als ein _an sich selbst zufälliges_, sich aufhebendes Seyn ist. Was die Bedingungen in die Wirklichkeit der neuen Gestalt, deren Bedingungen sie sind, übersetzt, ist, daß sie nicht das Seyn als das abstrakte Unmittelbare sind, sondern das _Seyn in seinem Begriffe, zunächst das Werden_; aber, da der Begriff nicht mehr das Übergehen ist, bestimmter die _Einzelnheit_, als sich auf sich beziehende _negative_ Einheit.--Die Bedingungen sind ein zerstreutes, seine Verwendung erwartendes und forderndes Material; diese _Negativität_ ist das Vermittelnde, die freie Einheit des Begriffes. Sie bestimmt sich als _Thätigkeit_, da diese Mitte der Widerspruch der _objektiven Allgemeinheit_, oder der Totalität des identischen Inhalts, und der _gleichgültigen Unmittelbarkeit_ ist. --Diese Mitte ist daher nicht mehr bloß innere, sondern _seyende Nothwendigkeit_; die objektive Allgemeinheit enthält die Beziehung auf sich selbst als _einfache Unmittelbarkeit_, als Seyn;--im kategorischen Schlusse ist dieß Moment zunächst Bestimmung der


Wissenshaft der Logik V2 - 30/60

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