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- Lieder von Lessing - 2/14 -


Dreist und klug, beherzt und weise, Mir zum Nutz, und dir zum Preise, Kurz, zu einem Alten machen.

Wein, werd ich dich künftig trinken, Werd ich dich als Alter trinken, Sollst du mich geneigt zum Lachen, Unbesorgt für Tod und Lügen, Dir zum Ruhm, mir zum Vergnügen, Kurz, zu einem Jüngling machen.

An die J. L***

Natürlichs Ebenbild der Liebe! Nimm hier dein künstlich Ebenbild; Das, wenn man dich auch drüber schriebe, Doch seines Meisters Schwäche schilt. Dem Maler laß es nicht entgelten, Wenn dir dies Bild zu wenig gleicht: Nur auf das Urbild mußt du schelten, Wenn dich sein Pinsel nicht erreicht. Dich, ähnlichstes von allen Bildern, Hat die Natur hervorgebracht: Jedoch wie kann ein Künstler schildern, Was die Natur vollkommen macht?

An die Kunstrichter

Schweigt, unberauschte, finstre Richter! Ich trinke Wein, und bin ein Dichter. Tut mir es nach, und trinket Wein, So seht ihr meine Schönheit ein. Sonst wahrlich, unberauschte Richter, Sonst wahrlich seht ihr sie nicht ein!

An die Leier

Töne, frohe Leier, Töne Lust und Wein! Töne, sanfte Leier, Töne Liebe drein!

Wilde Krieger singen, Haß und Rach und Blut In die Laute singen, Ist nicht Lust, ist Wut.

Zwar der Heldensänger Sammelt Lorbeern ein; Ihn verehrt man länger; Lebt er länger? Nein.

Er vergräbt im Leben Sich in Tiefsinn ein: Um erst dann zu leben, Wann er Staub wird sein.

Lobt sein göttlich Feuer, Zeit und Afterzeit! Und an meiner Leier Lobt die Fröhlichkeit.

An die Schwalbe

Die 12te Ode Anakreons.

Schwatzhafteste der Schwalben, sprich, Was tu ich dir? wie straf ich dich? Soll ich dich um die Schwingen Mit meiner Schere bringen? Soll ich, zu deiner Pein, Ein andrer Tereus sein? Und willst du gern der Progne gleichen? Mußt du, zu frühe Schwätzerin, Mußt du von meiner Schäferin Mir meinen schönen Traum verscheuchen?

An eine kleine Schöne

Kleine Schöne, küsse mich. Kleine Schöne, schämst du dich? Küsse geben, Küsse nehmen, Darf dich itzo nicht beschämen. Küsse mich noch hundertmal! Küß und merk der Küsse Zahl. Ich will dir, bei meinem Leben! Alle zehnfach wiedergeben, Wenn der Kuß kein Scherz mehr ist, Und du zehn Jahr älter bist.

Antwort eines trunknen Dichters

Ein trunkner Dichter leerte Sein Glas auf jeden Zug; Ihn warnte sein Gefährte: Hör auf! du hast genug. Bereit vom Stuhl zu sinken, Sprach der: Du bist nicht klug; Zu viel kann man wohl trinken, Doch nie trinkt man genug.

Auf sich selbst

Ich habe nicht stets Lust zu lesen. Ich habe nicht stets Lust zu schreiben. Ich habe nicht stets Lust zu denken; Kurzum, nicht immer zu studieren.

Doch hab ich allzeit Lust zu scherzen. Doch hab ich allzeit Lust zu lieben. Doch hab ich allzeit Lust zu trinken; Kurz, allezeit vergnügt zu leben.

Verdenkt ihr mirs, ihr sauern Alten? Ihr habt ja allzeit Lust zu geizen; Ihr habt ja allzeit Lust zu lehren; Ihr habt ja allzeit Lust zu tadeln.

Was ihr tut, ist des Alters Folge. Was ich tu, will die Jugend haben. Ich gönn euch eure Lust von Herzen. Wollt ihr mir nicht die meine gönnen?

Das Alter

Nach der 11ten Ode Anakreons.

Euch, lose Mädchen, hör ich sagen: "Du bist ja alt, Anakreon. Sieh her! du kannst den Spiegel fragen, Sieh, deine Haare schwinden schon; Und von den trocknen Wangen Ist Blüt und Reiz entflohn."-- Wahrhaftig! ob die Wangen Noch mit dem Lenze prangen, Wie, oder ob den Wangen Der kurze Lenz vergangen, Das weiß ich nicht; doch was ich weiß, Will ich euch sagen: daß ein Greis, Sein bißchen Zeit noch zu genießen, Ein doppelt Recht hat, euch zu küssen.

Das Bild an Hrn. H.

Das, Maler, ist dein Meisterstücke! Ja, H**, ja; an Anmut reich, Sieht dies Kind meinem Kinde gleich. Das ist sein Haar; dies seine Blicke; Das ist sein Mund; das ist sein Kinn.

O Freund, o laß dichs nicht verdrüssen, Und sieh auf jene Seite hin: Ich muß, ich muß das Bildchen küssen. Wie zärtlich nimmts den Kuß nicht an: Nur schade, daß es ihn nicht wiedergeben kann.

Das Erdbeben

Bruder, Bruder, halte mich! Warum kann ich denn nicht stehen? Warum kannst du denn nicht gehen? Bruder geh, ich führe dich.

Sachte Bruder, stolperst du? Was? Du fällst mir gar zur Erden? Halt! ich muß dein Retter werden. Nu? Ich falle selbst dazu?

Sieh doch Bruder! Siehst du nicht, Wie die lockern Wände schwanken? Sieh, wie Tisch und Flasche wanken! Greif doch zu! das Glas zerbricht!

Himmel, bald, bald werden wir Nicht mehr trinken, nicht mehr leben! Fühlst du nicht? des Grunds Erbeben Droht es Bruder mir und dir.

Limas Schicksal bricht herein! Bruder, Bruder, wenn wir sterben,


Lieder von Lessing - 2/14

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