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- Lieder von Lessing - 3/14 -


Soll der Wein auch mit verderben? Der auf heut bestimmte Wein?

Nein, die Sünde wag ich nicht. Bruder, wolltest du sie wagen? Nein, in letzten Lebenstagen Tut man gerne seine Pflicht.

Sieh, dort sinket schon ein Haus! Und hier auch! Nun muß man eilen! Laß uns noch die Flasche teilen! Hurtig! Hurtig! trink doch aus!

Das Leben

Sechs Tage kannt ich sie, Und liebte sie sechs Tage. Am siebenten erblaßte sie, Dem ersten meiner ewgen Klage. Noch leb ich, zauderndes Geschick! Ein pflanzengleiches Leben. O Himmel, ist für den kein Glück, Dem du Gefühl und Herz gegeben! Oh! nimm dem Körper Wärm und Blut, Dem du die Seele schon genommen! Hier, wo ich wein, und wo sie ruht, Hier laß den Tod auf mich herab gebeten kommen! Was hilft es, daß er meine Jahre Bis zu des Nestors Alter spare? Ich habe, trotz der grauen Haare, Womit ich dann zur Grube fahre, Sechs Tage nur geliebt, Sechs Tage nur gelebt.

Das Paradies

Sein Glück für einen Apfel geben, O Adam, welche Lüsternheit! Statt deiner hätt ich sollen leben, So wär das Paradies noch heut.--

Wie aber, wenn alsdann die Traube Die Probefrucht gewesen wär? Wie da, mein Freund?--Ei nun, ich glaube-- Das Paradies wär auch nicht mehr.

Das Schäferleben

Komm Freund! wir wollen Schäfer werden. Dies stille Volk besitzet noch Die süße Ruh, das Glück der Erden. Was zauderst du? Komm Freund! komm doch! Dort blüht bei aufgeräumten Sinnen Noch alte Treu und Redlichkeit, Auch in den schönsten Schäferinnen. Dort, dort ist noch die güldne Zeit.

Wird dir es schwer, die Stadt zu lassen, Wo nichts als falsche Mägdchen sind? Bedenke, Phyllis will mich hassen, Das flatterhafte böse Kind.

Auch Phyllis kann die Treue brechen, Und windet sich aus meiner Hand. Ja, diese Falschheit muß ich rächen. Komm mit! Ich geh ins Schäferland.

Du schwärmst, mein Freund. Laß mich zufrieden. Was geht mich deine Phyllis an. Dem ist ein größer Glück beschieden, Der sich gleich mir betrinken kann.

Wo hast du den Verstand gelassen? Du hast gewiß noch keinen Rausch? Den Wein, den Wein für Milch zu hassen? Den Wein für Milch? Das wär ein Tausch.

Recht Freund! verzeih mir diese Possen. Wie albern denkt und redt man nicht, Wenn man noch keinen Wein genossen, Wenn folglich der Verstand gebricht.

Drum eile, Freund! mir einzuschenken. Trink mir es zu, und mach mich klug. Nun lern ich wieder richtig denken. Nun seh ich meinen Selbstbetrug.

O schade für die falschen Kinder! Laßt sie nur unbeständig sein. Ich lache nun, und bins nicht minder. Den Rat, den Rat gibt mir der Wein.

Nun soll mich Phyllis nicht betrüben, Laßt sie nur unbeständig sein, Von nun an will ich auch so lieben. Den Rat, den Rat gibt mir der Wein.

Das Umwechseln

Der Bruder Liebe Schwester, wer ist die? Deine Freundin? darf ich küssen? O wie frei, wie schön ist sie! Liebe Schwester darf ich küssen?

Die Schwester Pfui! Ihr Bruder ist ja hier. Willst du, daß ers sieht, sie küssen? Schäm dich! diesesmal wird dir Wohl die Lust vergehen müssen.

Der Bruder Schwester, geh zum Bruder hin; Laß dich von dem Bruder küssen; Dann, weil ich dein Bruder bin, Darf ich seine Schwester küssen.

Das aufgehobene Gebot

Elise. Siehst du Wein im Glase blinken, Lerne von mir deine Pflicht: Trinken kannst du, du kannst trinken; Doch betrinke dich nur nicht.

Lysias. Wallt dein Blut von Jugendtrieben, Lerne von mir deine Pflicht: Lieben kannst du, du kannst lieben; Doch verliebe dich nur nicht.

Elise. Bruder! ich mich nicht verlieben?

Lysias. Schwester! ich mich nicht betrinken?

Elise. Wie verlangst du das von mir?

Lysias. Wie verlangst du das von mir?

Elise. Lieber mag ich gar nicht lieben.

Lysias. Lieber mag ich gar nicht trinken.

Beide. Geh nur, ich erlaub es dir.

Der Donner

Es donnert!--Freunde, laßt uns trinken! Der Frevler und der Heuchler Heer Mag knechtisch auf die Kniee sinken. Es donnert!--Macht die Gläser leer! Laßt Nüchterne, laßt Weiber zagen! Zeus ist gerecht, er straft das Meer: Sollt er in seinen Nektar schlagen?

Der Faule

Rennt dem scheuen Glücke nach! Freunde, rennt euch alt und schwach! Ich nehm teil an eurer Müh: Die Natur gebietet sie. Ich, damit ich auch was tu,-- Seh euch in dem Lehnstuhl zu.

Der Fehler

Angelika ist jung und reich. An Schönheit meiner Phyllis gleich. Ich kann nichts Schöners nennen; Das wissen die, die Phyllis kennen. Sie redet ungezwungen rein; Sie scherzt empfindlich und doch fein; Ihr biegsam redlich Herze fühlt; Sie tanzt, sie singt, sie spielt. Wenn meine Phyllis untreu wird-- O werde sie es nie! Wenn sie es aber wird,


Lieder von Lessing - 3/14

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