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- Lieder von Lessing - 4/14 -


So lieb ich keine sonst als sie. Doch--hab ichs auch bedacht? Nein, einen Fehler treff ich an, Der alles nichtig macht. Sie liebet ihren Mann.

Der Fehler der Natur an Hr. M.

Freund! du erforschest die Natur. Sprich! Ists nicht wahr, sie spielt nicht nur, Sie fehlt auch oft in ihren Werken. Ja, ja sie fehlt. Oft in der Eil Versetzt sie dies und jenes Teil. Ich selbst kann meinen Satz bestärken. Denn hätt sich ihre Götterhand, Als sie mich baute, nicht verloren; So wär ich an der Mosel Strand, Wo nicht doch in Burgund geboren. O Mosler, o Burgunderwein, Ich, ich sollt euer Landsmann sein!

Der Flor

O Reize voll Verderben! Wir sehen euch, und sterben. O Augen, unser Grab! O Chloris, darf ich flehen? Dich sicher anzusehen, Laß erst den Flor herab!

Der Genuß

So bringst du mich um meine Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich! Sie zu verlieren,--meine Liebe,-- Sie zu verlieren, wünscht ich dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder, Nimm sie zurück, die kurze Lust! Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!

Der Geschmack der Alten

Ob wir, wir Neuern, vor den Alten Den Vorzug des Geschmacks erhalten, Was lest ihr darum vieles nach, Was der und jener Franze sprach? Die Franzen sind die Leute nicht, Aus welchen ein Orakel spricht.

Ich will ein neues Urteil wagen. Geschmack und Witz, es frei zu sagen, War bei den Alten allgemein. Warum? sie tranken alle Wein. Doch ihr Geschmack war noch nicht fein; Warum? sie mischten Wasser drein.

Der Handel

Des wuchernden Tumultes satt, Freund, fliehst du aus der vollen Stadt? Flieh nur allein; ich bleib zurücke, Die Messe wag ich noch mein Glücke. Nun handl ich auch: doch soll allein Mein Handel mit den Schönen sein.

Itzt, Mägdchens, ist mir alles feil, Mein Vater--und mein Mutterteil, Haus, Bücher, Garten, Wald und Felder. Kommt nur, und bringt die rechten Gelder! Kommt nur und fangt den Handel an; Glaubt, daß ich euch nicht trügen kann.

Ihr kommt? _Wie teuer ist dein Feld?_ Mein Feld verkauf ich nicht für Geld. Dir, Mägdchen, biet ichs hundert Küsse. _Und deinen Wald?_ Zweihundert Küsse. _Und dieses Buch?_ Für einen Kuß. _Und dieses Lied?_ Für einen Kuß.

Wenn ich mit Schönen handeln muß, Gilt alles bei mir einen Kuß. Denn Küsse sind die besten Gelder. Nicht nur Haus, Garten, Wald und Felder; Mein Vater--und mein Mutterteil, Ich selber bin für Küsse feil!

L.

Der Irrtum

Den Hund im Arm, mit bloßen Brüsten, Sah Lotte frech herab. Wie mancher ließ sichs nicht gelüsten, Daß er ihr Blicke gab.

Ich kam gedankenvoll gegangen, Und sahe steif heran. Ha! denkt sie, der ist auch gefangen, Und lacht mich schalkhaft an.

Allein, gesagt zur guten Stunde, Die Jungfer irrt sich hier. Ich sah nach ihrem bunten Hunde: Es ist ein artig Tier.

Der Regen

Der Regen hält noch immer an! So klagt der arme Bauersmann; Doch eher stimm ich nicht mit ein, Es regne denn in meinen Wein.

Der Schiffbruch

"Gewagt! Freund, komm mit mir aufs Meer! Das Trinken macht den Beutel leer, Drum hol ich mir in fernen Landen, Die unsre Väter niemals fanden, Gold, Silber, Berlen, Edelstein; Und folglich Wein."

Nein Freund! nein Freund, dies wag ich nicht. Gesetzt, daß unser Schiff zerbricht, So müssen wir ins Wasser sinken, Und Wasser wohl gezwungen trinken. Und Wasser, Wasser schmecket schlecht. Hab ich nicht recht?

Ja, wär im Meere lauter Wein, So gäng ich, Freund, die Schiffahrt ein. O Freund! o Freund, mit Freuden Wollt ich gar Schiffbruch leiden. Doch dies ist nicht. Drum bleibe hier. Man borget dir.

Der Schlaf

Ich trinke bis um Mitternacht. Wenn neben mir der Geizhals wacht, Und mit bekümmertem Verlangen Forscht, ob dem Schatze nichts entgangen? Da trink ich noch, und freue mich, Und trinkend Bacchus lob ich dich. Da flieht der Durst! da flieht der Kummer! Doch wärst du nicht, du süßer Schlummer, Wenn sollt ich wieder durstig werden? Und würd ich nicht mehr durstig sein, So tränk ich ja auch nicht mehr Wein. O Schlaf, welch Gut bist du der Erden!

Der Sommer

_Brüder! lobt die Sommerszeit!_ Ja, dich, Sommer, will ich loben! Wer nur deine Munterkeit, Deine bunte Pracht erhoben, Dem ist wahrlich, dem ist nur, Nur dein halbes Lob gelungen, Hätt er auch, wie Brocks, gesungen, Brocks, der Liebling der Natur.

Hör ein größer Lob von mir, Sommer! ohne stolz zu werden. Brennst du mich, so dank ichs dir, Daß ich bei des Strahls Beschwerden, Bei der durstgen Mattigkeit, Lechzend nach dem Weine frage, Und gekühlt den Brüdern sage: _Brüder! lobt die durstge Zeit!_

L.

Der Sonderling

Sobald der Mensch sich kennt, Sieht er, er sei ein Narr; Und gleichwohl zürnt der Narr,


Lieder von Lessing - 4/14

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