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- Lieder von Lessing - 5/14 -


Wenn man ihn also nennt.

Sobald der Mensch sich kennt, Sieht er, er sei nicht klug; Doch ists ihm lieb genug, Wenn man ihn weise nennt.

Ein jeder, der mich kennt, Spricht: Welcher Sonderling! Nur diesem ists _ein_ Ding, Wie ihn die Welt auch nennt.

Der Tabak

Dich, Tabak, lobt der Medikus, Weil uns dein fleißiger Genuß An Zahn und Augen wohl kurieret, Und Schleim und Kolster von uns führet.

Dich lobet der Philosophus, Wenn er scharf meditieren muß; Weil er, so lang er dich genießet, Des Geistes Flatterkeit vermisset.

Dich lobet der Theologus Durch einen homiletschen Schluß, Wenn er in deinem Rauch entzücket Ein Bild der Eitelkeit erblicket.

Ich lob an dir als ein Jurist, Was rechtens an dir löblich ist; Daß, wenigstens wie mir es dünket, Man mehr und öfter bei dir trinket.

L.

Der Tausch an Hr. W.

Ein Mägdchen, das Verstand und Geist Gemeiner Schönen Zahl entreißt, Ein Mägdchen, das bei Büchern schwitzet, Wenn Phyllis vor dem Spiegel sitzet, Das ihrer Seelen Schönheit bessert, Wenn die die leibliche vergrößert, Das gründlich denkt und gründlich scherzt, Platonisch liebt, platonisch herzt: Freund, so ein Mägdchen ist für dich, Und nicht für mich.

Ein Mägdchen, dessen zärtlich Bild Mit Zärtlichkeit die Herzen füllt, Ein Mägdchen mit beredten Blicken, Mit Füßen, die versteckt entzücken, Mit Händen, die liebkosend schlagen, Und drückend, dich nur lieb ich, sagen, Mit schwarzem Haar, mit voller Brust, Gemacht zu dauerhafter Lust: Freund, so ein Mägdchen ist für mich, Und nicht für dich.

Das Glück ist ungerecht und blind; Wenn nicht die Dichter Lügner sind. Wie oft hat es mit deinem Hoffen, Wie oft mit meinem eingetroffen? Wie wenn es, dich und mich zu kränken, Dir mein, und mir dein Kind wird schenken? O Freund, was soll die Rache sein? Der Tausch, o Freund, der Tausch allein. Doch gibst du, geb ich meine dir, Auch deine mir?

Der Tod

Gestern, Brüder, könnt ihrs glauben? Gestern bei dem Saft der Trauben, (Bildet euch mein Schrecken ein!) Kam der Tod zu mir herein.

Drohend schwang er seine Hippe, Drohend sprach das Furchtgerippe: Fort, du teurer Bacchusknecht! Fort, du hast genug gezecht!

Lieber Tod, sprach ich mit Tränen, Solltest du nach mir dich sehnen? Sieh, da stehet Wein für dich! Lieber Tod verschone mich!

Lächelnd greift er nach dem Glase; Lächelnd macht ers auf der Base, Auf der Pest, Gesundheit leer; Lächelnd setzt ers wieder her.

Fröhlich glaub ich mich befreiet, Als er schnell sein Drohn erneuet. Narre, für dein Gläschen Wein Denkst du, spricht er, los zu sein?

Tod, bat ich, ich möcht auf Erden Gern ein Mediziner werden. Laß mich: ich verspreche dir Meine Kranken halb dafür.

Gut, wenn das ist, magst du leben: Ruft er. Nur sei mir ergeben. Lebe, bis du satt geküßt, Und des Trinkens müde bist.

Oh! wie schön klingt dies den Ohren! Tod, du hast mich neu geboren. Dieses Glas voll Rebensaft, Tod, auf gute Brüderschaft!

Ewig muß ich also leben, Ewig! denn beim Gott der Reben! Ewig soll mich Lieb und Wein, Ewig Wein und Lieb erfreun!

Der Verlust

Alles ging für mich verloren, Als ich Sylvien verlor. Du nur gingst nicht mit verloren, Liebe, da ich sie verlor!

Der Vetter und die Muhme

O fluche, Freund, nicht alles Wetter Auf deinen eigensinngen Vetter. Schmält er manchmal; so laß es sein. Er hat ja guten Wein.

Auch fluche nicht der alten Muhme. Man muß ihr Brummen, sich zum Ruhme, Mit stiller Sanftmut übergehn. Die Tochter ist ja schön.

Der Wunsch

Wenn ich, Augenlust zu finden, Unter schatticht kühlen Linden Schielend auf und nieder gehe, Und ein häßlich Mädchen sehe, Wünsch ich plötzlich blind zu sein.

Wenn ich, Augenlust zu finden, Unter schatticht kühlen Linden Schielend auf und nieder gehe, Und ein schönes Mädchen sehe, Möcht ich lauter Auge sein.

Der alte und der junge Wein

Ihr Alten trinkt, euch jung und froh zu trinken: Drum mag der junge Wein Für euch, ihr Alten, sein.

Der Jüngling trinkt, sich alt und klug zu trinken: Drum muß der alte Wein Für mich, den Jüngling, sein.

Der bescheidene Wunsch

Der Pfennig, den man andachtsvoll Dem Priester beichtend geben soll, Gilt mehr als im gemeinen Leben Ein Pfennig, den wir Iro geben. Die Klügsten müssen durch Dukaten Den Sinn des kleinen Worts erraten. Man nehm es nicht buchstäblich an, Der Buchstab bringet Tod und Bann.

"Ach! schenkte mir mein lieber Gott Nur einst mein liebes bißchen Brot; Ich wollte mich begnügen lassen Und keinen Reichen neidisch hassen." Oh, das ist Staxen leicht zu sagen, Doch, wollt ihr eine Wette wagen, Stax schließet Fische, Braten, Wein Mit in den Wunsch des Brotes ein.

O Liebste! machet dir mein Mund Den heißen Wunsch nach Küssen kund, So wisse, daß ich mehr begehret


Lieder von Lessing - 5/14

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