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- Lieder von Lessing - 6/14 -


Als dir mein scheuer Mund erkläret. Ein Kuß bei mir ist--Soll ichs sagen? Doch still! Du willst mich heimlich fragen. Komm! jener Lustwald ruft dir zu: O Mägdchen! was du tun willst, tu!

Der größte Mann

Laßt uns den Priester Orgon fragen: Wer ist der größte Mann? Mit stolzen Mienen wird er sagen. Wer sich zum kleinsten machen kann.

Laßt uns den Dichter Kriton hören: Wer ist der größte Mann? Er wird es uns in Versen schwören: Wer ohne Mühe reimen kann.

Laßt uns den Hofmann Damis fragen: Wer ist der größte Mann? Er bückt sich lächelnd; das will sagen: Wer lächeln und sich bücken kann.

Wollt ihr vom Philosophen wissen, Wer ist der größte Mann? Aus dunkeln Reden müßt ihr schließen: Wer ihn verstehn und grübeln kann.

Was darf ich jeden Toren fragen: Wer ist der größte Mann? Ihr seht, die Toren alle sagen: Wer mir am nächsten kommen kann.

Wollt ihr den klügsten Toren fragen: Wer ist der größte Mann? So fraget mich; ich will euch sagen: Wer trunken sie verlachen kann.

Der müßige Pöbel

Um einen Arzt und seine Bühne Stand mit erstaunungsvoller Miene Die leicht betrogne Menge In lobendem Gedränge. Ein weiser Trinker ging vorbei, Und schriee: welche Polizei! So müßig hier zu stehen? Kann nicht das Volk zu Weine gehen?

Der neue Welt-Bau

Der Wein, der Wein macht nicht nur froh, Er macht auch zum Astronomo. Ihr kennt doch wohl den großen Geist, Nach dem der wahre Welt-Bau heißt? Von diesem hab ich einst gelesen, Daß er beim Weine gleich gewesen, Als er der Sonne Stillestand, Die alte neue Wahrheit fand.

Der Wein, der Wein macht nicht nur froh, Er macht auch zum Astronomo. Hört! hört, ihr Sternenfahrer, hört, Was mir der Wein, der Wein gelehrt! So kann der Wein den Witz verstärken! Wir laufen selbst, ohn es zu merken, Von Osten täglich gegen West! Die Sonne ruht. Die Welt steht fest!

Der philosophische Trinker

Mein Freund, der Narr vom philosophschen Orden, Hat sich bekehrt, und ist ein Trinker worden. Er zecht mit mir und meinen Brüdern, Und fühlet schon in unsern Liedern Mehr Weisheit, Witz und Kraft, Als Jacob Böhm und Newton schafft. Doch bringt er seine spitzgen Fragen, Die minder als sie sagen, sagen, Noch dann und wann hervor, Und plagt mit Schlüssen unser Ohr. Jüngst fragt er mich am vollen Tische, Warum wohl in der Welt der Fische, In Flüssen und im Meer, Nicht Wein statt Wassers wär? Ohn Ursach, sprach er, kann nichts sein. Die Antwort fiel mir schwer; Ich dachte hin und her, Doch endlich fiel mirs ein. "Die Ursach ist leicht zu erdenken", Sprach ich mit aufgestemmtem Arm. Und welche? schrie der ganze Schwarm. "Damit, wenn Esel davon tränken, Die Esel, nur verdammt zu Bürden, Nicht klüger als die Menschen würden." Die Antwort, schrie man, läßt sich hören. Drum trinket eins der Weltweisheit zu Ehren!

Der schwörende Liebhaber

Ich schwör es dir, o Laura, dich zu hassen; Gerechten Haß schwör ich dir zu. Ich schwör es allen Schönen, sie zu hassen; Weil alle treulos sind, wie du. Ich schwör es dir, vor Amors Ohren, Daß ich--ach! daß ich falsch geschworen.

Der trunkne Dichter lobt den Wein

Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert, Und deinem flüßgen Feur begeistert, Stimm ich zum Danke, wenn ich kann, Ein dir geheiligt Loblied an.

Doch wie? in was für kühnen Weisen Werd ich, o Göttertrank, dich preisen? Dein Ruhm, hör ihn summarisch an, Ist, daß ich ihn nicht singen kann.

Die 47ste Ode Anakreons

Alter tanze! Wenn du tanzest, Alter, so gefällst du mir! Jüngling, tanze! Wenn du tanzest, Jüngling, so gefällst du mir.

Alter, tanze, trotz den Jahren! Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, Blühend aber ist dein Geist!

Nachahmung dieser Ode

Jüngling, lebst du nicht in Freuden, Jüngling, o so haß ich dich! Alter, lebst du nicht in Freuden, Alter, o so haß ich dich!

Jüngling, trauerst du in Jahren, Wo die Pflicht sich freuen heißt?-- Schäme dich! so frisch an Haaren, Jüngling, und so schwach an Geist!

Die Abwechslung

Ich trinke nicht stets einen Wein. Das möchte mir zu ekel sein. Wein aus Burgund, Wein von der Mosel Strande, Einheimschen Wein, Wein aus dem Frankenlande, Die wechsl ich täglich mit Bedacht, Weil Wechseln alles süßer macht.

Und mich soll nur ein artig Kind, Wenn mehrere zu finden sind, Durch süßen Zwang gepriesner Liebe binden? Oh, dies zählt ich mit unter meine Sünden. Nein, nein, ich folge meinem Brauch, Mit artgen Kindern wechsl ich auch.

Die Antwort

Der Nachbarin Climene Schrieb ich von Lieb und Glut. Die christlich holde Schöne War allen Menschen gut. Sie hat den Brief bekommen, Voll Sehnsucht angenommen, Geküßt und aufgemacht, Gelesen und gelacht. Ach Gott, das gute Kind!

Sie wird wohl wieder schreiben? Nein; schreiben kann sie nicht. Nur sich die Zeit vertreiben, Ist ihre Kunst und Pflicht. Doch ohne Trost mich lassen, Hieß meine Liebe hassen; Drum kömmt sie selbst zu mir, Durch unsre Hintertür. Ach, gar zu gutes Kind!


Lieder von Lessing - 6/14

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