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- Oden - 1/4 -


Oden

Gotthold Ephraim Lessing

alphabetisch nach Titeln sortiert

Abschied eines Freundes An Herr Gleim An den Herrn N** An seinen Bruder Auf eine vornehme Vermählung Der 24ste Jenner in Berlin Der Eintritt des 1752sten Jahres Der Eintritt des Jahres 1753 in Berlin Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin Der Eintritt des Jahres 1755 in Berlin Der Tod eines Freundes Ode auf den Tod des Marschalls von Schwerin, an den H. von Kleist Orpheus [Übersetzung der Ode des Horaz "Ad Barinen"] [An Mäcen] [Bruchstück einer Ode auf den Tod eines Freundes]

Abschied eines Freundes

Schon hast du, Freund, der letzten letzte Küsse Auf nasse Wangen uns gedrückt; Schon schon, beim Zaudern unentschloßner Füße, Den schnellen Geist vorweg geschickt.

Für uns dahin! Doch nein, dem Arm entführet, Wirst du dem Herzen nicht entführt. Dies Herz, o Freund, einmal von dir gerühret, Bleibt ewig, trau! von dir gerührt.

Erwarte nicht ein täuschend Wortgepränge, Für unsre Freundschaft viel zu klein. Empfindung haßt der Reime kalte Menge, Und wünscht unausposaunt zu sein.

Ein feuchter Blick sind ihre Zaubertöne; Ein schlagend Herz ihr rührend Lied. Sie schweigt beredt, sie stockt, sie stammelt schöne, Ums stärkre Wort umsonst bemüht.

Es winken dir beneidenswerte Fluren, Nur unsers Neides minder wert. Zieh hin! und find auch da der Vorsicht goldne Spuren, Um dich besorgt, von dir verehrt.

Dort* herrscht die Ruh, dort ist der Lärm vergangen, Der hier** noch Musen stören darf, Seit Pallas gern, auf Friederichs Verlangen, Die spitze Lanze von sich warf.

* Halle.

** Wittenberg.

An Herr Gleim

Umsonst rÜstet Kalliope den Geist ihres Lieblings zu hohen Liedern; zu Liedern von Gefahren und Tod und heldenmütigem Schweiße.

Umsonst; wenn das Geschick dem Lieblinge den Held versagt, und beide in verschiednen Jahrhunderten, oder veruneinigten LÄndern geboren werden.

Mit Dir, Gleim, ward es so nicht! Dir fehlt weder die Gabe den Helden zu singen, noch der Held. Der Held ist Dein KÖnig!

Zwar sang Deine frohe Jugend, bekränzt vom rosenwangigten Bacchus, nur von feindlichen Mädchen, nur vom streitbaren Kelchglas.

Doch bist Du auch nicht fremd im Lager, nicht fremd vor den feindlichen Wällen und unter brausenden Rossen.

Was hält Dich noch? Singe ihn, Deinen König! Deinen tapfern, doch menschlichen; Deinen schlauen, doch edeldenkenden Friedrich!

Singe ihn, an der Spitze seines Heers; an der Spitze ihm ähnlicher Helden; soweit Helden den Göttern ähnlich sein können.

Singe ihn, im Dampfe der Schlacht; wo er, gleich der Sonne unter den Wolken, seinen Glanz, aber nicht seinen Einfluß verlieret.

Singe ihn, im Kranze des Siegs; tiefsinnig auf dem Schlachtfelde, mit tränendem Auge unter den Leichnamen seiner verewigten Gefährten.

Du weißt, wie Du ihn am besten singen sollst. Ich will unterdes mit äsopischer Schüchternheit, ein Freund der Tiere, stillere Weisheit lehren.-Ein Märchen vom blutigen Tiger, der, als der sorglose Hirt mit Chloris und dem Echo scherzte, die arme Herde würgte und zerstreute.

Unglücklicher Hirte! Wenn wirst Du die zerstreuten Lämmer wieder um Dich versammeln? Wie rufen sie so ängstlich im Dornengehecke nach Dir!

An den Herrn N**

Freund, noch sind ich und du dem Glücke Ein leichter Schleiderball. Und doch belebt auf seine Tücke Kein beißend Lied den Widerhall?

Der Tor gedeiht, der Spötter steiget, Dem Bösen fehlt kein Heil. Verdienst steht nach, und fühlt gebeuget Ein lohnend Amt dem Golde feil.

Auf, Freund! die Geißel zu erfassen, Die dort vermodern will. Seit Juvenal sie fallen lassen, Liegt sie, Triumph ihr Laster! still.

Geduld! Schon rauscht sie durch die Lüfte, Blutgierig rauscht sie her! Verbergt, verbergt die bloße Hüfte! Ein jeder Schmiß ein giftger Schwär!

Erst räche dich, dich Freund der Musen. Du rächest sie in dir! Doch dann auch mich, in dessen Busen Ein Geist sich regt, zu gut für hier.

Vielleicht, daß einst in andern Welten Wir minder elend sind. Die Tugend wird doch irgends gelten. Das Gute kömmt nicht gern geschwind.

An seinen Bruder

Auch dich hat, da du wardst geboren, Die Muse lächelnd angeblickt; Auch du hast dich dem Schwarm der Toren Auf jungen Flügeln kühn entrückt!

Ihm nach, dem Liebling des Mäcenen! Ihm nach, sein Name sporne dich! Er lehrte dich, das Laster höhnen; Er mache dich ihm fürchterlich!

Oh! schnitten wir mit gleichem Fluge Die Lüfte durch zur Ewigkeit! Oh! schilderte mit einem Zuge Zwei Brüder einst die Richterzeit!

"Die zwei", so soll die Nachwelt sprechen, "Betaumelte kein Modewahn, Die Sprache schön zu radebrechen, Zu stolz für eine Nebenbahn."

Betritt der Alten sichre Wege! Ein Feiger nur geht davon ab. Er suchet blumenreichre Stege, Und findet seines Ruhmes Grab.

Doch lerne früh das Lob entbehren, Das hier die Scheelsucht vorenthält. Gnug, wann versetzt in höhre Sphären, Ein Nachkomm uns ins Helle stellt!

Auf eine vornehme Vermählung

Paar, das, vom Glück geliebt, auch Liebe glücklich macht,-- Sie, die ein fühlend Herz, und nicht die Ahnen schätzet, Und nicht der Würden saure Pracht, Und nicht der Taten Glanz, die man in Marmor ätzet-- Er kömmt, hier ist er schon, der schönste deiner Tage, Der schönste, weil die Lieb ihn schmückt, Und ihr erfüllter Wunsch der Hoffnung süße Plage Im Wechselkuß erstickt.

Dort in Aurorens Reich, am Quell vom ewgen Licht, Wo unsre Tage stehn, die Wieg und Grab umgrenzen-- Ein sterblich Auge zählt sie nicht-- Dort sah, Beglückte glaubts, der Dichter eure glänzen! Schnell hob sich dieser Tag, kenntbar am Rosenkranze, Aus der gemeinen Tage Schar. Es wuchs sein Glanz, und wuchs und überstieg am Glanze Den Tag, der euch gebar.

So wie ein Bach, der in der Wüste schleicht, Vergebens sein Krystall auf lauter Kieseln rollet, Wenn ihn der Wandrer nicht erreicht,


Oden - 1/4

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