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- Oden - 2/4 -


Dem er den süßen Trunk, und dann das Schlaflied zollet: So fließt in kalter Still, in ungenoßnen Stunden, In Tagen, die Verdruß umhüllt, Das faule Leben fort, die traurigen Sekunden,-- Wenn sie nicht Liebe füllt.

Fühlt ihr es, selig Paar? Und selig, wer es fühlt! Der Mensch, sich selbst ein Feind, kehrt oft den blinden Rücken Der Wollust zu, auf die er zielt, Sucht in Zerstreuung Ruh, und Ruhm in Bubenstücken. Seht sie, vom Traum getäuscht, in Sorg und Lüsten schweben, Dem fräßgen Strudel unsrer Zeit! Dann wägt ihr Glück und sagt: Gebt ihr für all ihr Leben So einen Tag als heut?

Dort sinnt, in banger Nacht, ein Sklav von flüchtgem Ruhm Von Amt auf Ämter hin. Der Märtyrer der Titel, Des kranken Wahnes Eigentum, Schämt sich, vor lauter Ehr, auch nicht entehrter Mittel. Hier häuft der bleiche Geiz das Geld zur eignen Plage, Und atmet kaum vor Hunger mehr. Sagt, liebend Paar, gebt ihr für ihre ganzen Tage So einen Tag, als der?

Er selbst, der kühne Held, wenn er vom Kriegsgott glüht-- Du weißt es, Bräutigam!--sprich, wenn im blutgen Streite Er starr mit einem Blicke sieht Vor sich den wilden Tod, und Ewigkeit zur Seite; Wenn er, da über ihm die Himmel Famen hören, Für Friedrichen und durch ihn siegt-- Bist du--gesteh es nur der Menschlichkeit zu Ehren-- So schön, als jetzt vergnügt?

O Braut, preß ihm dies Nein--vermag dein Reiz es doch-- Aus der bewegten Brust. Und ja, dir wird ers sagen. Der sanften Lieb unschimpflich Joch Ward auch vom Tapfersten im Lorbeerkranz getragen. Nur tolle Härte wähnt, es trät ein zärtlich Herze Dem Mut, dem stählern Mut, zu nah. Er selbst, der Krieger Gott, voll Blut und Staub und Schwärze, Mars kennt Cytheren ja.

Den Prunk der großen Welt, und die verlarvte Stadt Floh zwar seit langer Zeit die Gottheit holder Liebe. Wo Buhlerei den Tempel hat, Sind, die Verliebte sind, Verräter oder Diebe. Sie floh zur stillen Flur, wo, bei gelaßner Jugend, Die Einfalt Schöne schöner macht. Da brannt ihr Rauchaltar!--Doch jüngst hat sie die Tugend Zu euch zurück gebracht.

Sie kam. Ich sah den Zug; ein Dichter sieht ihn nur. Der Frühling, vor ihr her, verscheuchte Frost und Wetter, Und Weste folgten ihrer Spur, Und in den Westen lacht ein Schwarm der Liebesgötter. Es führten Tugend sie und Lust in enger Mitten, Lust, welche nie der Liebe fehlt, Und nie die Tugend haßt; und unter ihren Tritten Ward auch der Stein beseelt.

Zu euch, glückselig Paar, zu euch zog dieser Zug. Verbergt die Göttin nicht! Sie glüht in euren Blicken; (Die sind sie zu verraten gnug,) Sie, die euch mehr beglückt, als Schätz und Stand beglücken. Verbergt die Liebe nicht! Das Laster mag sie hassen, Denn das soll ewig sich nicht freun. Wie traurig wird die Flur, die sie um euch verlassen, Den Schäferinnen sein!

Der 24ste Jenner in Berlin

Welch leichter Morgentraum ließ, auf den heilgen Höhen, Der Musen Fest _um Friedrichs_ Bild Mich bei Aurorens Glanz mit frommem Schauer sehen, Der noch, der noch die Seele füllt.

Ein Traum? nein, nein, kein Traum. Ich sah mit wachem Sinne Die Musen tanzten darum her. Wach ward ich nah dabei Cäsars und Solons inne, Doch keinen, daß er neidisch wär.

Ein süßer Silberton durchzitterte die Lüfte, Bis in des Ohres krummen Gang; Die Blumen brachen auf, und streuten Balsamdüfte; Der Berg lag lauschend; Klio sang:

"Heil dir! festlicher Tag, der unsern Freund geboren. Ein König, Schwestern, unser Freund! Heil dir! uns neues Reich, zum Schauplatz ihm erkoren, Dem frommen Krieger, niemands Feind!

Laßt freudig um sein Bild, voll Majestät in Blicken, Der Tänze Hieroglyphen ziehn! Einst, Schwestern, tanzen wir, mit trunkenerm Entzücken, Einst, freut euch, tanzen wir um ihn!"

Einst tanzen wir um ihn? Prophetin banger Schrecken! Nie werde dieses Wort erfüllt! Nie mög ein Morgenrot zu diesem Glück euch wecken! Tanzt, Musen, ewig um sein Bild!

Der Eintritt des 1752sten Jahres

Im Spiel, dem Huld und Macht Die Welt zur Bühne gab, das Weisheit ausgedacht, In diesem Spiel zur kurzen Szen erlesen, Jahr! Zeit, für Sterbliche gewesen! Für ihn, der eh du kamst, dich als gekommen sah, Für Gott noch da!

So wie ein Strom, der aus der Erde bricht, Und wenig Meilen rollt, und wieder sich verkriecht, Bist du, aus der du dich ergossen, Zur Ewigkeit,--die Gott, mit aller Welten Last, Im Zipfel seines Kleides faßt,-- Zur Ewigkeit zurück geflossen.

Vom Dürftigen verseufzt, mit tränenvollen Blicken Des Reuenden verfolgt, zurück gewünscht vom Tor, Vom Glücklichen erwähnt mit trunkenem Entzücken: Jahr, welche Botschaft von der Erde,-- Jetzt unwert jenes Rufs: Sie werde!-- Bringst du dem Himmel vor?

Botschaft ach! vom Triumph des Lasters über Tugend, Hier vordem ihrem liebsten Sitz; Von Vätern böser Art; Botschaft von schlimmrer Jugend; Von Feinden Gottes, stolz auf Witz; Botschaft von feiler Ehr, womit die Schmach sich schmücket; Von ungerechtem Recht, das arme Fromme drücket.

Botschaft, daß die Natur längst unsrer müde worden, Die dort mit Flüssen Feuers schreckt, Das paradiesische Gefilde überdeckt, Und dort, geschäftig im Ermorden, Der aufgebotnen Pest Die giftgen Schwingen schütteln läßt.

Botschaft von hingerißnen Göttern Der einst durch sie regierten Welt; Botschaft von finstern Kriegeswettern, Die hier ein Gott zurücke hält, Und dort ein Gott, der grausamer verfährt, Mit immer neuen Blitzen nährt.

Doch Botschaft auch von einem Lande, Wo _Friederich_ den weichen Zepter führt, Und Ruh und Glück, im schwesterlichen Bande, Die Schwellen seines Thrones ziert; Des Thrones, ungewiß, ob ihn mehr Vorsicht schützt, Als Liebe stützt.

O ihr, die _Friedrich_ liebt, weil er geliebt will sein, Ihr Völker jauchzt ihm zu! Der Himmel stimmet ein. Auf! strebt, daß er mit diesem Jahre, Wenn er sie jetzt nicht schon erfährt, Die wichtge Botschaft froh erfahre: Ihr wäret eures _Friedrichs_ wert.

Der Eintritt des Jahres 1753 in Berlin

Wie zaudernd ungern sich die Jahre trennen mochten, Die eine Götterhand Durch Kränze mancher Art, mit Pracht und Scherz durchflochten, Uns ineinander wand!

So träg, als hübe sich ein Adler in die Lüfte, Den man vom Raube scheucht: Noch schwebt er drüber her, und witternd fette Düfte, Entflieht er minder leicht.

Welch langsam Phänomen durchstreicht des Äthers Wogen, Dort wo Saturn gebeut? Ist es? Es ists, das Jahr, das reuend uns entflogen, Es fliegt zur Ewigkeit.

Das reuend uns entflog, Dir _Friedrich_ zuzusehen, Kein Säkulum zu sein; Mit Deinem ganzen Ruhm belastet fort zu gehen, Und sich der Last zu freun.

Noch oft soll manches Jahr so traurig von uns fliegen, Noch oft, zu unserm Glück. Vom Himmel bist Du, Herr, zu uns herabgestiegen; Kehr spät! kehr spät zurück!

Laß Dich noch lange, Herr, den Namen Vater reizen, Und den: _menschlicher Held!_ Dort wird der Himmel zwar nach seiner Zierde geizen; Doch hier braucht Dich die Welt.

Noch seh ich mich für Dich mit raschen Richteraugen Nach einem Dichter um. Dort einer! hier und da! Sie taugen viel, und taugen


Oden - 2/4

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