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- Oden - 3/4 -


Doch nichts für Deinen Ruhm.

Ist er nicht etwa schon und singt noch wenig Ohren, Weil er die Kräfte wiegt: So werd er dieses Jahr, der seltne Geist, geboren, Der diesen Kranz erfliegt.

Wenn er der Mutter dann sich leicht vom Herzen windet, O Muse, lach ihn an! Damit er Feur und Witz dem Edelmut verbindet, Poet und Biedermann.

Hört! oder täuschen mich beliebte Rasereien? Nein, nein, ich hör ihn schon. Der Heere ziehend Lärm sind seine Melodeien, Und _Friedrich_ jeder Ton!

Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin

Wem tönt dies kühnre Lied? dies Lied, zu wessen Lobe, Hört es noch manche späte Welt? Hier steh ich, sinne nach, und glüh und stampf und tobe, Und suche meiner Hymnen Held.

Wer wird es sein? Vielleicht im blutgen Panzerkleide Des Krieges fürchterlicher Gott? Um ihn tönt durch das Feld gedungner Krieger Freude, Und der Erwürgten lauter Tod.

Wie, oder ists vielmehr in fabellosen Zeiten Ein neuer göttlicher Apoll, Der, schwer entbehrt, mit schnell zurückberufnen Saiten Den Himmel wieder füllen soll?

Wo nicht, so werde der der Vorwurf meiner Lieder, Der sich als Themis' Rächer wies, Und dessen frommes Schwert der giftgen Zanksucht Hyder Nur drei von tausend Köpfen ließ.

Doch ihn, Apoll und Mars, in _Friedrichen_ vereinet, Vereine, mein Gesang, auch du! Wann einst ein junger Held bei seinem Grabe weinet, So zähl ihm seine Taten zu!

Fang an von jenem Tag--Doch, welch ein neues Feuer Reißt mich vom niedern Staub empor? Auch Könige sind Staub! Seid ihnen treu; dem treuer, Der sie zu besserm Staub erkor.

Wer wird, voll seines Geists, mir seinen Namen melden? Sein Nam ist ihm allein bewußt. Er ist der Fürsten Fürst, er ist der Held der Helden; Er füllt die Welt und meine Brust.

Er rief sie aus des Nichts nur ihm folgsamem Schlunde; Er ruft sie noch, daß sie besteht. Sie bebt, sie wankt, so oft ein Hauch aus seinem Munde Den Fluch in ihre Sphären weht.

O dreimal Schrecklicher!--doch voller Quell des Guten, Du bist der Schreckliche nicht gern. Den weiten Orient zerfleischen deine Ruten; Uns, Vater, zeigst du sie von fern.

Wie, daß des Undanks Frost die trägen Lippen bindet, Volk, dem er Heil, wie Flocken, gibt! Ihm dank es, wenn ein Jahr in süßer Ruh verschwindet; Ihm dank es, daß dich _Friedrich_ liebt.

Der Eintritt des Jahres 1755 in Berlin

Wunsch, der du in der Brust geheimer Lieblingssünden Geheimes Werkzeug bist, Das oft ein lauter Freund--wer kann das Herz ergründen?-- Ein stiller Mörder ist;

Durch Laster, Torheit, Wahn zu sehr, zu sehr entweihet, Braucht keine Muse dich; Die feile wär es denn, die um den Pöbel freiet, Und singt sich lächerlich.

Jüngst als Kalliope den Hain und Aganippen Um ihren Helden mied, Und zog auf Sanssouci, erklang von ihren Lippen Ein _prophezeiend_ Lied.

"Noch lange wird dies Land, mit den erfochtnen Staaten, Im Schoß des Friedens ruhn; Denn sein Beschützer trägt die Lorbeern großer Taten, Um größere zu tun.

Er braucht den Sieg als Sieg, macht Kunst und Handel rege Und zeichnet jedes Lauf."-- Sie schwieg, und plötzlich stieß, zur Linken an dem Wege, Ein rascher Adler auf.

Dem segnete sie nach mit heiligem Entzücken Und aufgehobner Hand, Bis er, am Ziel des Flugs, vor ihren schärfern Blicken, Dem Thron des Zeus, verschwand.

Der Tod eines Freundes

Hat, neuer Himmelsbürger, sich Dein geistig Ohr nicht schon des Klagetons entwöhnet, Und kann ein banges Ach um dich, Das hier und da ein Freund bei stillen Tränen stöhnet, Dir unterm jauchzenden Empfangen Der bessern Freunde hörbar sein, So sei nicht für die Welt, mit unserm Schmerz zu prangen, Dies Lied: es sei für dich, für dich allein!

Wann war es, da auch dich noch junge Rosen zierten? (Doch nein, die Rosen ziertest du!) Da Freud und Unschuld dich, im Tal der Hoffnung, führten Dem Alter und der Tugend zu? Gesichert folgten wir: als schnell aus schlauen Hecken Der Unerbittliche sich wies, Und dich, den Besten, uns zu schrecken, Nicht dich zu strafen, von uns riß.

Wie ein geliebtes Weib vom steilen Ufer blicket Dem Schiffe nach, das ihre Kron entreißt: Sie steht, ein Marmorbild, zu Stunden unverrücket; In Augen ist ihr ganzer Geist: So standen wir betäubt und angeheftet, Und sannen dir mit starren Sinnen nach, Bis sich der Schmerz durch Schmerz entkräftet, Und strömend durch die Augen brach.

Was weinen wir? Gleich einer Weibersage, Die im Entstehn schon halb vergessen ist, Flohst du dahin!--Geduld! noch wenig Tage, Und wenige dazu, so sind wir, was du bist. Ja, wenn der Himmel uns die Palme leicht erringen, Die Krone leicht ersiegen läßt, So werden wir, wie du, das Alter überspringen, Des Lebens unschmackhaften Rest.

Was wartet unser?--Ach! ein unbelohnter Schweiß, Im Joch des Amts bei reifen Jahren, Für andrer Wohl erschöpft, als unbrauchbarer Greis Hinunter in die Gruft zu fahren. Doch deiner wartet?--Nein! was kannst du noch erwarten Im Schoß der vollen Seligkeit? Nur wir, auf blindes Glück, als Schiffer ohne Karten, Durchkreuzen ihn, den faulen Pfuhl der Zeit.

Vielleicht--noch ehe du dein Glücke wirst gewohnen, Noch ehe du es durchempfunden hast-- Flieht einer von uns nach in die verklärten Zonen, Für dich ein alter Freund, und dort ein neuer Gast. Wen wird--verborgner Rat!--die nahe Reise treffen Aus unsrer jetzt noch frischen Schar? O Freunde, laßt euch nicht von süßer Hoffnung äffen! Zum Wachsamsein verbarg Gott die Gefahr.

Komm ihm, wer er auch sei, verklärter Geist, entgegen, Bis an das Tor der bessern Welt, Und führ ihn schnell, auf dir dann schon bekannten Wegen, Hin, wo die Huld Gerichte hält. Wo um der Weisheit Thron der Freundschaft Urbild schwebet, In seraphinschem Glanze schwebt; Verknüpft uns einst ein Band, ein Band von ihr gewebet; Zur ewgen Dauer fest gewebt!

Ode auf den Tod des Marschalls von Schwerin, an den H. von Kleist.

Zu frÜh wÄr es, viel zu früh, wenn schon jetzt, den güldnen Faden Deines Lebens zu trennen, der blutige Mars, oder die donnernde Bellona, der freundlich saumseligen Klotho vorgriff!

Der nur falle so jung, der in eine traurige, Öde Wüste hinaus sieht, in künftige Tage, leer an Freundschaft und Tugend, leer an großen Entwürfen zur Unsterblichkeit:

Nicht Du, o Kleist; der Du so manchen noch froh und glücklich zu machen wünschest--Zwar schon solche Wünsche sind nicht die kleinsten edler Taten-Nicht Du, dem die vertrauliche Muse ins Stille winkt--Wie zürnt sie auf mich, die Eifersüchtige, daß ich die waffenlosen Stunden Deiner Erholung mit ihr teile!

Dir zu gefallen, hatte sie dem Lenze seinen schönsten Schmuck von Blumen und Perlen des Taues entlehnet; gleich der listigen Juno den Gürtel der Venus.

Und nun lockt sie Dich mit neuen Bestechungen. Sieh! In ihrer Rechte blitzt das tragische Szepter; die Linke bedeckt das weinende Auge, und hinter dem festlichen Schritte wallt der königliche Purpur.

Wo bin ich? Welche Bezaubrung!--Letzte Zierde des ausgearteten Roms! --Dein Schüler; Dein Mörder!--Wie stirbt der Weise so ruhig! so gern!


Oden - 3/4

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