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- WEST-OESTLICHER DIVAN - 2/25 -


Von ihrem Shawl herunter; Sie weiss recht wohl, was ihr gehoert, Und bleibt mir hold und munter,

Und Blum und Fruechte weiss ich euch Gar zierlich aufzutischen; Wollt ihr Moralien zugleich, So geb ich von den frischen.

Gestaendnis

Was ist schwer zu verbergen? Das Feuer! Denn bei Tage verraet's der Rauch, Bei Nacht die Flamme, das Ungeheuer. Ferner ist schwer zu verbergen auch Die Liebe: noch so stille gehegt, Sie doch gar leicht aus den Augen schlaegt. Am schwersten zu bergen ist ein Gedicht: Man stellt es untern Scheffel nicht. Hat es der Dichter frisch gesungen, So ist er ganz davon durchdrungen; Hat er es zierlich nett geschrieben, Will er, die ganze Welt soll's lieben. Er liest es jedem froh und laut, Ob es uns quaelt, ob es erbaut.

Elemente

Aus wie vielen Elementen Soll ein echtes Lied sich naehren, Dass es Laien gern empfinden, Meister es mit Freuden hoeren?

Liebe sei vor allen Dingen Unser Thema, wenn wir singen; Kann sie gar das Lied durchdringen, Wird's um desto besser klingen.

Dann muss Klang der Glaeser toenen Und Rubin des Weins erglaenzen: Denn fuer Liebende, fuer Trinker Winkt man mit den schoensten Kraenzen.

Waffenklang wird auch gefodert, Dass auch die Drommete schmettre; Dass, wenn Glueck zu Flammen lodert, Sich im Sieg der Held vergoettre.

Dann zuletzt ist unerlaesslich, Dass der Dichter manches hasse; Was unleidlich ist und haesslich, Nicht wie Schoenes leben lasse.

Weiss der Saenger, dieser Viere Urgewalt'gen Stoff zu mischen, Hafis gleich wird er die Voelker Ewig freuen und erfrischen.

Erschaffen und Beleben

Hans Adam war ein Erdenkloss, Den Gott zum Menschen machte, Doch bracht' er aus der Mutter Schoss Noch vieles Ungeschlachte.

Die Elohim zur Nas' hinein Den besten Geist ihm bliesen, Nun schien er schon was mehr zu sein Denn er fing an zu niesen.

Doch mit Gebein und Glied und Kopf Blieb er ein halber Klumpen, Bis endlich Noah fuer den Tropf Das Wahre fand--den Humpen.

Der Klumpe fuehlt sogleich den Schwung, Sobald er sich benetzet, So wie der Teig durch Saeuerung Sich in Bewegung setzet.

So, Hafis, mag dein holder Sang, Dein heiliges Exempel Uns fuehren bei der Glaeser Klang Zu unsres Schoepfers Tempel.

Phaenomen

Wenn zu der Regenwand Phoebus sich gattet, Gleich steht ein Bogenrand Farbig beschattet.

Im Nebel gleichen Kreis Seh ich gezogen, Zwar ist der Bogen weiss, Doch Himmelsbogen.

So sollst du, muntrer Greis, Dich nicht betrueben: Sind gleich die Haare weiss, Doch wirst du lieben.

Liebliches

Was doch Buntes dort verbindet Mir den Himmel mit der Hoehe? Morgennebelung verblindet Mir des Blickes scharfe Sehe.

Sind es Zelte des Wesires, Die er lieben Frauen baute? Sind es Teppiche des Festes, Weil er sich der Liebsten traute?

Rot und weiss, gemischt, gesprenkelt Wuesst ich Schoenres nicht zu schauen. Doch wie, Hafis, kommt dein Schiras Auf des Nordens truebe Gauen?

Ja, es sind die bunten Mohne, Die sich nachbarlich erstrecken Und dem Kriegesgott zu Hohne Felder streifweis freundlich decken.

Moege stets so der Gescheute Nutzend Blumenzierde pflegen Und ein Sonnenschein wie heute Klaeren sie auf meinen Wegen!

Zwiespalt

Wenn links am Baches Rand Cupido floetet, Im Felde rechter Hand Mavors drommetet, Da wird dorthin das Ohr Lieblich gezogen, Doch um des Liedes Flor Durch Laerm betrogen. Nun floetet's immer voll Im Kriegestunder, Ich werde rasend, toll-- Ist das ein Wunder? Fort waechst der Floetenton, Schall der Posaunen, Ich irre, rase schon-- Ist das zu staunen?

Im Gegenwaertigen Vergangnes

Ros' und Lilie morgentaulich Blueht im Garten meiner Naehe; Hintenan, bebuscht und traulich, Steigt der Felsen in die Hoehe; Und mit hohem Wald umzogen Und mit Ritterschloss gekroenet, Lenkt sich hin des Gipfels Bogen, Bis er sich dem Tal versoehnet.

Und da duftet's wie vor Alters, Da wir noch von Liebe litten Und die Saiten meines Psalters Mit dem Morgenstrahl sich stritten; Wo das Jagdlied aus den Bueschen Fuelle runden Tons enthauchte, Anzufeuern, zu erfrischen, Wie's der Busen wollt und brauchte.

Nun die Waelder ewig sprossen, So ermutigt euch mit diesen: Was ihr sonst fuer euch genossen, Laesst in andern sich geniessen. Niemand wird uns dann beschreien, Dass wir's uns alleine goennen; Nun in allen Lebensreihen Muesset ihr geniessen koennen.

Und mit diesem Lied und Wendung Sind wir wieder bei Hafisen, Denn es ziemt, des Tags Vollendung Mit Geniessern zu geniessen.

Lied und Gebilde


WEST-OESTLICHER DIVAN - 2/25

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