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- WEST-OESTLICHER DIVAN - 5/25 -


Wenn sie das Auge nach sich reisst, Die wandelnde Cypresse.

Wie Wurzelfasern schleicht ihr Fuss Und buhlet mit dem Boden, Wie leicht Gewoelk verschmilzt ihr Gruss, Wie Ost-Gekos' ihr Oden.

Das alles draengt uns ahndevoll, Wo Lock an Locke kraeuselt, In brauner Fuelle ringelnd schwoll, Sodann im Winde saeuselt.

Nun oeffnet sich die Stirne klar, Dein Herz damit zu glaetten, Vernimmst ein Lied so froh und wahr, Den Geist darin zu betten.

Und wenn die Lippen sich dabei Aufs niedlichste bewegen, Sie machen dich auf einmal frei, In Fesseln dich zu legen.

Der Atem will nicht mehr zurueck, Die Seel zur Seele fliehend, Gerueche winden sich durchs Glueck Unsichtbar wolkig ziehend.

Doch wenn es allgewaltig brennt, Dann greifst du nach der Schale: Der Schenke laeuft, der Schenke koemmt Zum erst- und zweiten Male.

Sein Auge blitzt, sein Herz erbebt, Er hofft auf deine Lehren, Dich, wenn der Wein den Geist erhebt, Im hoechsten Sinn zu hoeren.

Ihm oeffnet sich der Welten Raum, Im Innern Heil und Orden, Es schwillt die Brust, es braeunt der Flaum, Er ist ein Juengling worden.

Und wenn dir kein Geheimnis blieb, Was Herz und Welt enthalte, Dem Denker winkst du treu und lieb, Dass sich der Sinn entfalte.

Auch dass vom Throne Fuerstenhort Sich nicht fuer uns verliere. Gibst du dem Schah ein gutes Wort Und gibst es dem Wesire.

Das alles kennst und singst du heut Und singst es morgen eben: So traegt uns freundlich dein Geleit Durchs rauhe, milde Leben.

Buch der Liebe

Ushk Nameh: Buch der Liebe

Sage mir, Was mein Herz begehrt?

"Mein Herz ist bei dir, Halt es wert!"

Musterbilder

Hoer und bewahre Sechs Liebespaare! Wortbild entzuendet, Liebe schuert zu: Rustan und Rodawu. Unbekannte sind sich nah: Jussuph und Suleika. Liebe, nicht Liebesgewinn: Ferhad und Schirin. Nur fuer einander da: Medschnun und Leila. Liebend im Alter sah Dschemil auf Boteinah. Suesse Liebeslaune: Salomo und die Braune! Hast du sie wohl vermerkt? Bist im Lieben gestaerkt.

Noch ein Paar

Ja, Lieben ist ein gross Verdienst! Wer findet schoeneren Gewinst?-- Du wirst nicht maechtig, wirst nicht reich, Jedoch den groessten Helden gleich. Man wird so gut wie vom Propheten Von Wamik und von Asra reden.-- Nicht reden wird man, wird sie nennen: Die Namen muessen alle kennen. Was sie getan, was sie geuebt, Das weiss kein Mensch! Dass sie geliebt, Das wissen wir. Genug gesagt, Wenn man nach Wamik und Asra fragt!

Lesebuch

Wunderlichstes Buch der Buecher Ist das Buch der Liebe. Aufmerksam hab ich's gelesen: Wenig Blaetter Freuden, Ganze Hefte Leiden; Einen Abschnitt macht die Trennung. Wiedersehn! ein klein Kapitel, Fragmentarisch. Baende Kummers, Mit Erklaerungen verlaengert, Endlos, ohne Mass. O Nisami!--doch am Ende Hast den rechten Weg gefunden: Unaufloesliches, wer loest es? Liebende, sich wiederfindend.

Ja, die Augen waren's

Ja, die Augen waren's, ja, der Mund, Die mir blickten, die mich kuessten. Huefte schmal, der Leib so rund, Wie zu Paradieses Luesten! War sie da? Wo ist sie hin? Ja, sie war's, sie hat's gegeben, Hat gegeben sich im Fliehn Und gefesselt all mein Leben.

Gewarnt

Auch in Locken hab ich mich Gar zu gern verfangen. Und so, Hafis, waer's wie dir Deinem Freund ergangen.

Aber Zoepfe flechten sie, Nun aus langen Haaren; Unterm Helme fechten sie, Wie wir wohl erfahren.

Wer sich aber wohl besann, Laesst sich so nicht zwingen: Schwere Ketten fuerchtet man, Rennt in leichte Schlingen.

Versunken

Voll Locken kraus ein Haupt so rund! Und darf ich dann in solchen reichen Haaren Mit vollen Haenden hin und wider fahren, Da fuehl ich mich von Herzensgrund gesund. Und kuess ich Stirne, Bogen, Auge, Mund, Dann bin ich frisch und immer wieder wund. Der fuenfgezackte Kamm, wo sollt er stocken? Er kehrt schon wieder zu den Locken. Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel, Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut, So zart zum Scherz, so liebeviel! Doch wie man auf dem Koepfchen kraut, Man wird in solchen reichen Haaren Fuer ewig auf und nieder fahren. So hast du, Hafis, auch getan, Wir fangen es von vornen an.

Bedenklich

Soll ich von Smaragden reden, Die dein Finger niedlich zeigt? Manchmal ist ein Wort von noeten, Oft ist's besser, dass man schweigt.

Also sag ich, dass die Farbe Gruen und augerquicklich sei! Sage nicht, dass Schmerz und Narbe Zu befuerchten nah dabei!


WEST-OESTLICHER DIVAN - 5/25

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