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- WEST-OESTLICHER DIVAN - 6/25 -


Immerhin! du magst es lesen! Warum uebst du solche Macht! "So gefaehrlich ist dein Wesen Als erquicklich der Smaragd."

Liebchen, ach! im starren Bande Zwaengen sich die freien Lieder, Die im reinen Himmelslande Munter flogen hin und wider. Allem ist die Zeit verderblich, Sie erhalten sich allein! Jede Zeile soll unsterblich, Ewig wie die Liebe sein.

Schlechter Trost

Mitternachts weint und schluchzt ich, Weil ich dein entbehrte. Da kamen Nachtgespenster Und ich schaemte mich. "Nachtgespenster", sagt ich, "Schluchzend und weinend Findet ihr mich, dem ihr sonst Schlafende vorueberzogt. Grosse Gueter vermiss ich. Denkt nicht schlimmer von mir, Den ihr sonst weise nanntet, Grosses uebel betrifft ihn!"-- Und die Nachtgespenster Mit langen Gesichtern Zogen vorbei, Ob ich weise oder toerig, Voellig unbekuemmert.

Genuegsam

"Wie irrig waehntest du, Aus Liebe gehoere das Maedchen dir zu. Das koennte mich nun garnicht freuen, Sie versteht sich auf Schmeicheleien."

Dichter

Ich bin zufrieden, dass ich's habe! Mir diene zur Entschuldigung: Liebe ist freiwillige Gabe, Schmeichelei Huldigung.

Gruss

O wie selig ward mir! Im Lande wandl ich, Wo Hudhud ueber den Weg laeuft. Des alten Meeres Muscheln Im Stein sucht ich, die versteinten; Hudhud lief einher, Die Krone entfaltend, Stolzierte, neckischer Art, ueber das Tote scherzend Der Lebendge. "Hudhud", sagt ich, "fuerwahr! Ein schoener Vogel bist du. Eile doch, Wiedehopf! Eile, der Geliebten Zu verkuenden, dass ich ihr Ewig angehoere. Hast du doch auch Zwischen Salomo Und Sabas Koenigin Ehemals den Kuppler gemacht!"

Ergebung

"Du vergehst und bist so freundlich, Verzehrst dich und singst so schoen?"

Dichter

Die Liebe behandelt mich feindlich! Da will ich gern gestehn: Ich singe mit schwerem Herzen. Sieh doch einmal die Kerzen! Sie leuchten, indem sie vergehn.

Eine Stelle sucht der Liebe Schmerz, Wo es recht wuest und einsam waere; Da fand er denn mein oedes Herz Und nistete sich in das leere.

Unvermeidlich

Wer kann gebieten den Voegeln, Still zu sein auf der Flur? Und wer verbieten zu zappeln Den Schafen unter der Schur?

Stell ich mich wohl ungebaerdig, Wenn mir die Wolle kraust? Nein! die Ungebaerden entzwingt mir Der Scherer, der mich zerzaust.

Wer will mir wehren, zu singen Nach Lust zum Himmel hinan, Den Wolken zu vertrauen, Wie lieb sie mir's angetan?

Geheimes

ueber meines Liebchens aeugeln Stehn verwundert alle Leute, Ich, der Wissende, dagegen Weiss recht gut, was das bedeute.

Denn es heisst: ich liebe diesen, Und nicht etwa den und jenen, Lasset nur, ihr guten Leute, Euer Wundern, euer Sehnen!

Ja, mit ungeheuren Maechten Blicket sie wohl in die Runde, Doch sie sucht nur zu verkuenden Ihm die naechste suesse Stunde.

Geheimstes

"Wir sind emsig, nachzuspueren, Wir, die Anekdotenjaeger, Wer dein Liebchen sei und ob du Nicht auch habest viele Schwaeger.

Denn dass du verliebt bist, sehn wir, Moegen dir es gerne goennen; Doch, dass Liebchen so dich liebe, Werden wir nicht glauben koennen."

Ungehindert, liebe Herren, Sucht sie auf! Nur hoert das eine: Ihr erschrecket, wenn sie dasteht; Ist sie fort, ihr kos't dem Scheine.

Wisst ihr, wie Schehab-eddin Sich auf Arafat entmantelt, Niemand haltet ihr fuer toerig, Der in seinem Sinne handelt.

Wenn vor deines Kaisers Throne Oder vor der Vielgeliebten Je dein Name wird gesprochen, Sei es dir zu hoechstem Lohne.

Darum war's der hoechste Jammer, Als einst Medschnun sterbend wollte, Dass vor Leila seinen Namen Man forthin nicht nennen sollte.

Buch der Betrachtungen

Tefkir Nameh: Buch der Betrachtungen

Hoere den Rat, den die Leier toent! Doch er nutzet nur, wenn du faehig bist. Das gluecklichste Wort, es wird verhoehnt, Wenn der Hoerer ein Schiefohr ist.

"Was toent denn die Leier?" Sie toenet laut: Die schoenste, das ist nicht die beste Braut; Doch wenn wir dich unter uns zaehlen sollen, So musst du das Schoenste, das Beste wollen.

Fuenf Dinge

Fuenf Dinge bringen fuenfe nicht hervor, Du, dieser Lehre oeffne du dein Ohr: Der stolzen Brust wird Freundschaft nicht entsprossen;


WEST-OESTLICHER DIVAN - 6/25

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