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- Penthesilea - 20/29 -


Herab mir aus den Sternen stieg', ich fände Doch keinen Trefflichern, den ich mit Rosen Bekränzt', als ihn, den mir die Mutter ausersehn-- Den Lieben, Wilden, Süßen, Schrecklichen. Den Überwinder Hektors! O Pelide! Mein ewiger Gedanke, wenn ich wachte, Mein ew'ger Traum warst du! Die ganze Welt Lag wie ein ausgespanntes Musternetz Vor mir; in jeder Masche, weit und groß, War deiner Thaten Eine eingeschürzt, Und in mein Herz, wie Seide weiß und rein, Mit Flammenfarben jede brannt' ich ein. Bald sah ich dich, wie du ihn niederschlugst, Vor Ilium, den flücht'gen Priamiden; Wie du, entflammt von hoher Siegerlust, Das Antlitz wandtest, während er die Scheitel, Die blutigen, auf nackter Erde schleifte; Wie Priam fleh'nd in deinem Zelt erschien-- Und heiße Thränen weint' ich, wenn ich dachte, Daß ein Gefühl doch, Unerbittlicher, Den marmorharten Busen dir durchzuckt.

Achilles. Geliebte Königinn!

Penthesilea. Wie aber ward mir, O Freund, als ich dich selbst erblickte--! Als du mir im Skamandros-Thal erschienst, Von den Heroen deines Volks umringt, Ein Tagsstern unter bleichen Nachtgestirnen! So müßt' es mir gewesen sein, wenn er Unmittelbar, mit seinen weißen Rossen, Von dem Olymp herabgedonnert wäre, Mars selbst, der Kriegsgott, seine Braut zu grüßen! Geblendet stand ich, als du jetzt entwichen, Von der Erscheinung da--wie wenn zur Nachtzeit Der Blitz vor einen Wandrer fällt, die Pforten Elisiums, des glanzerfüllten, rasselnd, Vor einem Geist sich öffnen und verschließen. Im Augenblick, Pelid', errieth ich es, Von wo mir das Gefühl zum Busen rauschte; Der Gott der Liebe hatte mich ereilt. Doch von zwei Dingen schnell beschloß ich Eines, Dich zu gewinnen, oder umzukommen: Und jetzt ist mir das Süßere erreicht. --Was blickst du?

(Man hört ein Waffengeräusch in der Ferne)

Prothoe. (heimlich) Göttersohn! Ich bitte dich. Du mußt dich augenblicklich ihr erklären.

Penthesilea. (aufbrechend) Argiver nah'n. Ihr Fraun! Erhebt euch!

Achilles. (sie haltend) Ruhig! Es sind Gefangne, meine Königinn.

Penthesilea. Gefangene?

Prothoe. (heimlich zum Achilles) Es ist Ulyß, beim Styx! Die Deinen, heiß gedrängt von Meroe, weichen!

Achilles. (in den Bart murmelnd) Daß sie zu Felsen starrten!

Penthesilea. Sagt! Was giebt's?

Achilles. (mit erzwungener Heiterkeit) Du sollst den Gott der Erde mir gebähren! Prometheus soll von seinem Sitz erstehn, Und dem Geschlecht der Welt verkündigen: Hier ward ein Mensch, so hab' ich ihn gewollt! Doch nicht nach Temiscyra folg' ich dir, Vielmehr du, nach der blüh'nden Phtya, mir: Denn dort, wenn meines Volkes Krieg beschlossen, Führ' ich dich jauchzend hin, und setze dich, Ich Seeliger, auf meiner Väter Thron.

(Das Geräusch dauert fort)

Penthesilea. Wie? Was? Kein Wort begreif' ich--

Die Frauen. (Unruhig) All' ihr Götter!

Prothoe. Neridensohn! Willst du--?

Penthesilea. Was ist's? Was giebt's denn?

Achilles. Nichts, nichts, erschrick nicht, meine Königinn, Du siehst, es drängt die Zeit, wenn du nun hörst, Was über dich der Götter Schaar verhängt. Zwar durch die Macht der Liebe bin ich dein, Und ewig diese Banden trag' ich fort; Doch durch der Waffen Glück gehörst du mir; Bist mir zu Füssen, Treffliche, gesunken, Als wir im Kampf uns trafen, nicht ich dir.

Penthesilea. (sich aufraffend) Entsetzlicher!

Achilles. Ich bitte dich, Geliebte! Kronion selbst nicht ändert, was geschehn. Beherrsche dich, und höre, wie ein Felsen, Den Boten an, der dort, wenn ich nicht irre, Mit irgend einem Unheilswort mir naht. Denn dir, begreifst du wohl, dir bringt er nichts, Dein Schicksal ist auf ewig abgeschlossen; Gefangen bist du mir, ein Höllenhund Bewacht dich minder grimmig, als ich dich.

Penthesilea. Ich die Gefangne dir?

Prothoe. So ist es Königinn!

Penthesilea. (die Hände aufhebend) Ihr ewigen Himmelsmächt'! Euch ruf' ich auf!

Sechzehnter Auftritt.

Ein Hauptmann (tritt auf) das Gefolge des Achilles (mit seiner Rüstung) Die Vorigen.

Achilles. Was bringst du mir?

Der Hauptmann. Entferne dich, Pelide! Das Schlachtglück lockt, das wetter-wendische, Die Amazonen siegreich wieder vor. Auf diesen Platz hier stürzen sie heran, Und ihre Loosung ist: Penthesilea!

Achilles. (steht auf und reißt sich die Kränze ab) Die Waffen mir herbei! Die Pferde vor! Mit meinem Wagen rädern will ich sie!

Penthesilea. (mit zitternder Lippe) Nein, sieh' den Schrecklichen! ist das derselbe--?

Achilles. (wild) Sind sie noch weit von hier?

Der Hauptmann. Hier in dem Thal Erblickst du ihren goldnen Halbmond schon.

Achilles. (indem er sich rüstet) Bringt sie hinweg!

Ein Grieche. Wohin?

Achilles. Ins Griechenlager, In wenig Augenblicken folg' ich euch.

Der Grieche. (zu Penthesilea) Erhebe dich.

Prothoe. O meine Königinn!

Penthesilea. (ausser sich) Mir keinen Blitz, Zeus, sendest du herab!

Siebenzehnter Auftritt.

Ulysses und Diomedes (mit dem Heer) Die Vorigen.

Diomedes. (über die Bühne ziehend) Vom Platz hier fort, Doloperheld! Vom Platze! Den einz'gen Weg, der dir noch offen bleibt, Den schneiden dir die Frauen eben ab. Hinweg! (ab)

Ulysses. Schafft diese Kön'ginn fort, ihr Griechen.

Achilles. (zum Hauptmann) Alexis! Thu mir den Gefallen. Hilf ihr.

Der Grieche. (Zum Hauptmann) Sie regt sich nicht.

Achilles. (zu den Griechen, die ihn bedienen) Den Schild mir her! Den Spieß! (aufrufend, da sich die Königinn sträubt) Penthesilea!

Penthesilea. O Neridensohn! Du willst mir nicht nach Themiscyra folgen? Du willst mir nicht zu jenem Tempel folgen,


Penthesilea - 20/29

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