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- Prinz Friedrich von Homburg - 2/22 -


(Der Prinz besieht den Kranz.'

Der Hofkavalier. Jetzt ist er fertig!

Hohenzollern. Schade, ewig schade, Daß hier kein Spiegel in der Nähe ist! Er würd ihm eitel, wie ein Mädchen nahn, Und sich den Kranz bald so, und wieder so, Wie eine florne Haube aufprobieren.

Der Kurfürst. Bei Gott! Ich muß doch sehn, wie weit ers treibt!

(Der Kurfürst nimmt ihm den Kranz aus der Hand; der Prinz errötet und sieht ihn an. Der Kurfürst schlingt seine Halskette um den Kranz und gibt ihn der Prinzessin; der Prinz steht lebhaft auf. Der Kurfürst weicht mit der Prinzessin, welche den Kranz erhebt, zurück; der Prinz mit ausgestreckten Armen, folgt ihr.)

Der Prinz von Homburg (flüsternd). Natalie! Mein Mädchen! Meine Braut!

Der Kurfürst. Geschwind! Hinweg!

Hohenzollern. Was sagt der Tor?

Der Hofkavalier. Was sprach er?

(Sie besteigen sämtlich die Rampe.)

Der Prinz von Homburg. Friedrich! Mein Fürst! Mein Vater!

Hohenzollern. Höll und Teufel!

Der Kurfürst (rückwärts ausweichend). Öffn' mir die Pforte nur!

Der Prinz von Homburg. O meine Mutter!

Hohenzollern. Der Rasende! Er ist--

Die Kurfürstin. Wen nennt er so?

Der Prinz von Homburg (nach dem Kranz greifend) O! Liebste! Was entweichst du mir? Natalie!

(Er erhascht einen Handschuh von der Prinzessin Hand.)

Hohenzollern. Himmel und Erde! Was ergriff er da?

Der Hofkavalier. Den Kranz?

Natalie. Nein, nein!

Hohenzollern (öffnet die Tür). Hier rasch herein, mein Fürst! Auf daß das ganze Bild ihm wieder schwinde!

Der Kurfürst. Ins Nichts mit dir zurück, Herr Prinz von Homburg, Ins Nichts, ins Nichts! In dem Gefild der Schlacht, Sehn wir, wenns dir gefällig ist, uns wieder! Im Traum erringt man solche Dinge nicht!

(Alle ab; die Tür fliegt rasselnd vor dem Prinzen zu.)

(Pause.)

Zweiter Auftritt

Der Prinz von Homburg (bleibt einen Augenblick, mit dem Ausdruck der Verwunderung, vor der Tür stehen, steigt dann sinnend, die Hand, in welcher er den Handschuh hält, vor die Stirn gelegt, von der Rampe herab; kehrt sich sobald er unten ist, um, und sieht wieder nach der Tür hinauf).

Dritter Auftritt

Der Graf von Hohenzollern tritt von unten, durch eine Gittertür, auf. Ihm folgt ein Page.--Der Prinz von Homburg.

Der Page (leise). Herr Graf, so hört doch! Gnädigster Herr Graf!

Hohenzollern (unwillig). Still! die Zikade!--Nun? Was gibts?

Page. Mich schickt--!

Hohenzollern. Weck ihn mit deinem Zirpen mir nicht auf! Wohlan! Was gibts?

Page. Der Kurfürst schickt mich her! Dem Prinzen möchtet Ihr, wenn er erwacht, Kein Wort, befiehlt er, von dem Scherz entdecken, Den er sich eben jetzt mit ihm erlaubt!

Hohenzollern (leise). Ei, So leg dich im Weizenfeld aufs Ohr, Und schlaf dich aus! Das wußt ich schon! Hinweg!

(Der Page ab.)

Vierter Auftritt

Der Graf von Hohenzollern und der Prinz von Homburg.

Hohenzollern (indem er sich in einiger Entfernung hinter dem Prinzen stellt, der noch immer unverwandt die Rampe hinaufsieht). Arthur!

(Der Prinz fällt um.)

Da liegt er; eine Kugel trifft nicht besser!

(Er nähert sich ihm.)

Nun bin ich auf die Fabel nur begierig, Die er ersinnen wird, mir zu erklären, Warum er hier sich schlafen hat gelegt.

(Er beugt sich über ihn.)

Arthur! He! Bist des Teufels du? Was machst du? Wie kommst du hier zu Nacht auf diesen Platz?

Der Prinz von Homburg. Je, Lieber!

Hohenzollern. Nun, fürwahr, das muß ich sagen! Die Reuterei ist die du kommandierst, Auf eine Stunde schon im Marsch voraus, Und du, du liegst im Garten hier, und schläfst.

Der Prinz von Homburg. Welch eine Reuterei?

Hohenzollern. Die Mamelucken!-- So wahr ich Leben atm', er weiß nicht mehr, Daß er der märkschen Reuter Oberst ist?!

Der Prinz von Homburg (steht auf). Rasch! Meinen Helm! Die Rüstung!

Hohenzollern. Ja wo sind sie?

Der Prinz von Homburg. Zur Rechten, Heinz, zur Rechten; auf dem Schemel!

Hohenzollern. Wo? Auf dem Schemel?

Der Prinz von Homburg. Ja, da legt ich, mein ich--!

Hohenzollern (sieht ihn an). So nimm sie wieder von dem Schemel weg!

Der Prinz von Homburg. --Was ist dies für ein Handschuh?

(Er betrachtet den Handschuh, den er in der Hand hält.)

Hohenzollern. Ja, was weiß ich?-- (Für sich.) Verwünscht! Den hat er der Prinzessin Nichte, Dort oben unbemerkt vom Arm gerissen! (Abbrechend.) Nun, rasch! Hinweg! Was säumst du? Fort!

Der Prinz von Homburg (wirft den Handschuh wieder weg). Gleich, gleich!-- He, Franz, der Schurke der mich wecken sollte!

Hohenzollern (betrachtet ihn). Er ist ganz rasend toll!

Der Prinz von Homburg. Bei meinem Eid! Ich weiß nicht, liebster Heinrich, wo ich bin.

Hohenzollern. In Fehrbellin, du sinnverwirrter Träumer; In einem von des Gartens Seitengängen, Der ausgebreitet hinterm Schlosse liegt!

Der Prinz von Homburg (für sich).


Prinz Friedrich von Homburg - 2/22

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