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- Prinz Friedrich von Homburg - 4/22 -


Die Kurfürstin und die Prinzessin Natalie in Reisekleidern, geführt von einem Hofkavalier, treten auf und lassen sich zur Seite nieder. Hofdamen. Hierauf der Kurfürst, Feldmarschall Dörfling, der Prinz von Homburg, den Handschuh im Kollett, der Graf von Hohenzollern, Graf Truchß, Obrist Hennings, Rittmeister von der Golz und mehrere andere Generale, Obersten und Offiziere.

Der Kurfürst. Was ist dies für ein Schießen?--Ist das Götz?

Feldmarschall Dörfling. Das ist der Oberst Götz, mein Fürst und Herr, Der mit dem Vortrab gestern vorgegangen. Er hat schon einen Offizier gesandt, Der im voraus darüber dich beruhge. Ein schwedscher Posten ist, von tausend Mann, Bis auf die Hackelberge vorgerückt; Doch haftet Götz für diese Berge dir, Und sagt mir an, du möchtest nur verfahren, Als hätte sie sein Vortrab schon besetzt.

Der Kurfürst (zu den Offizieren). Ihr Herrn, der Marschall kennt den Schlachtentwurf; Nehmt euren Stift, bitt ich, und schreibt ihn auf.

(Die Offiziere versammeln sich auf der andern Seite um den Feldmarschall und nehmen ihre Schreibtafeln heraus.)

Der Kurfürst (wendet sich zu dem Hofkavalier). Ramin ist mit dem Wagen vorgefahren?

Der Hofkavalier. Im Augenblick, mein Fürst.--Man spannt schon an.

Der Kurfürst (läßt sich auf einen Stuhl hinter der Kurfürstin und Prinzessin nieder). Ramin wird meine teur' Elisa führen, Und dreißig rüstge Reuter folgen ihm. Ihr geht auf Kalkhuhns, meines Kanzlers, Schloß Bei Havelberg, jenseits des Havelstroms, Wo sich kein Schwede mehr erblicken läßt.--

Die Kurfürstin. Hat man die Fähre wieder hergestellt?

Der Kurfürst. Bei Havelberg?--Die Anstalt ist getroffen. Zudem ists Tag, bevor ihr sie erreicht.

(Pause.)

Natalie ist so still, mein süßes Mädchen? --Was fehlt dem Kind?

Prinzessin Natalie. Mich schauert, lieber Onkel.

Der Kurfürst. Und gleichwohl ist mein Töchterchen so sicher, In ihrer Mutter Schoß war sies nicht mehr.

(Pause.)

Die Kurfürstin. Wann, denkst du, werden wir uns wiedersehen?

Der Kurfürst. Wenn Gott den Sieg mir schenkt, wie ich nicht zweifle, Vielleicht im Laufe dieser Tage schon.

(Pagen kommen und servieren den Damen ein Frühstück. Feldmarschall Dörfling diktiert.--Der Prinz von Homburg, Stift und Tafel in der Hand, fixiert die Damen.)

Feldmarschall. Der Plan der Schlacht, ihr Herren Obersten, Den die Durchlaucht des Herrn ersann, bezweckt, Der Schweden flüchtges Heer, zu gänzlicher Zersplittrung, von dem Brückenkopf zu trennen, Der an dem Rhynfluß ihren Rücken deckt. Der Oberst Hennings--!

Oberst Hennings. Hier! (Er schreibt.)

Feldmarschall. Der nach des Herren Willen heut Des Heeres rechten Flügel kommandiert, Soll, durch den Grund der Hackelbüsche, still Des Feindes linken zu umgehen suchen, Sich mutig zwischen ihn und die drei Brücken werfen, Und mit dem Grafen Truchß vereint-- Graf Truchß!

Graf Truchß. Hier! (Er schreibt.)

Feldmarschall. Und mit dem Grafen Truchß vereint (Er hält inne.) Der auf den Höhn indes, dem Wrangel gegenüber, Mit den Kanonen Posten hat gefaßt--

Graf Truchß (schreibt). Kanonen Posten hat gefaßt--

Feldmarschall. Habt Ihr? (Er fährt fort.) Die Schweden in den Sumpf zu jagen suchen, Der hinter ihrem rechten Flügel liegt.

Ein Heiduck (tritt auf). Der Wagen, gnädge Frau, ist vorgefahren.

(Die Damen stehen auf.)

Feldmarschall. Der Prinz von Homburg--

Der Kurfürst (erhebt sich gleichfalls). --Ist Ramin bereit?

Der Heiduck. Er harrt zu Pferd schon unten am Portal.

(Die Herrschaften nehmen Abschied von einander.)

Graf Truchß (schreibt). Der hinter ihrem rechten Flügel liegt.

Feldmarschall. Der Prinz von Homburg-- Wo ist der Prinz von Homburg?

Graf von Hohenzollern (heimlich). Arthur!

Der Prinz von Homburg (fährt zusammen). Hier!

Hohenzollern. Bist du bei Sinnen?

Der Prinz von Homburg. Was befiehlt mein Marschall?

(Er errötet, stellt sich mit Stift und Pergament und schreibt.)

Feldmarschall. Dem die Durchlaucht des Fürsten wiederum Die Führung ruhmvoll, wie bei Rathenow, Der ganzen märkschen Reuterei vertraut--(Er hält inne.) Dem Obrist Kottwitz gleichwohl unbeschadet, Der ihm mit seinem Rat zur Hand wird gehn-- (Halblaut zum Rittmeister Golz.) Ist Kottwitz hier?

Rittmeister von der Golz. Nein, mein General, du siehst, Mich hat er abgeschickt, an seiner Statt, Aus deinem Mund den Kriegsbefehl zu hören.

(Der Prinz sieht wieder nach den Damen herüber.)

Feldmarschall (fährt fort). Stellt auf der Ebne sich, beim Dorfe Hackelwitz, Des Feindes rechtem Flügel gegenüber, Fern außer dem Kanonenschusse auf.

Rittmeister von der Golz (schreibt). Fern außer dem Kanonenschusse auf.

(Die Kurfürstin bindet der Prinzessin ein Tuch um den Hals. Die Prinzessin, indem sie sich die Handschuh anziehen will, sieht sich um, als ob sie etwas suchte.)

Der Kurfürst (tritt zu ihr). Mein Töchterchen, was fehlt dir--?

Die Kurfürstin. Suchst du etwas?

Prinzessin Natalie. Ich weiß nicht, liebe Tante, meinen Handschuh--

(Sie sehen sich alle um.)

Der Kurfürst (zu den Hofdamen). Ihr Schönen! Wollt ihr gütig euch bemühn?

Die Kurfürstin (zur Prinzessin). Du hältst ihn, Kind.

Natalie. Den rechten; doch den linken?

Der Kurfürst. Vielleicht daß er im Schlafgemach geblieben?

Natalie. O liebe Bork!

Der Kurfürst (zu diesem Fräulein). Rasch, rasch!

Natalie. Auf dem Kamin!

(Die Hofdame ab.)

Der Prinz von Homburg (für sich).


Prinz Friedrich von Homburg - 4/22

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