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- Romanzero - 20/33 -


Mäcenas' Hund, und friß dich satt!

VI. Erinnerung

Dem Einen die Perle, dem Andern die Truhe, O Wilhelm Wisetzki, du starbest so fruhe - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

Der Balken brach, worauf er gekommen, Da ist er im Wasser umgekommen - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

Wir folgten der Leiche, dem lieblichen Knaben, Sie haben ihn unter Maiblumen begraben, - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

Bist klug gewesen, du bist entronnen Den Stürmen, hast früh ein Obdach gewonnen - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

Bist früh entronnen, bist klug gewesen, Noch eh du erkranktest, bist du genesen - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

Seit langen Jahren, wie oft, o Kleiner, Mit Neid und Wehmut gedenk ich deiner - Doch die Katze, die Katz ist gerettet.

VII. Unvollkommenheit

Nichts ist vollkommen hier auf dieser Welt. Der Rose ist der Stachel beigesellt; Ich glaube gar, die lieben holden Engel Im Himmel droben sind nicht ohne Mängel.

Der Tulpe fehlt der Duft. Es heißt am Rhein: Auch Ehrlich stahl einmal ein Ferkelschwein. Hätte Lucretia sich nicht erstochen, Sie wär vielleicht gekommen in die Wochen.

Häßliche Füße hat der stolze Pfau. Uns kann die amüsant geistreichste Frau Manchmal langweilen wie die Henriade Voltaires, sogar wie Klopstocks Messiade.

Die bravste, klügste Kuh kein Spanisch weiß, Wie Maßmann kein Latein - Der Marmorsteiß Der Venus von Canova ist zu glatte, Wie Maßmanns Nase viel zu ärschig platte.

Im süßen Lied ist oft ein saurer Reim, Wie Bienenstachel steckt im Honigseim. Am Fuß verwundbar war der Sohn der Thetis, Und Alexander Dumas ist ein Metis.

Der strahlenreinste Stern am Himmelzelt Wenn er den Schnupfen kriegt, herunterfällt. Der beste Äpfelwein schmeckt nach der Tonne, Und schwarze Flecken sieht man in der Sonne.

Du bist, verehrte Frau, du selbst sogar Nicht fehlerfrei, nicht aller Mängel bar. Du schaust mich an - du fragst mich, was dir fehle? Ein Busen, und im Busen eine Seele.

VIII. Fromme Warnung

Unsterbliche Seele, nimm dich in Acht, Daß du nicht Schaden leidest, Wenn du aus dem Irdischen scheidest; Es geht der Weg durch Tod und Nacht.

Am goldnen Tore der Hauptstadt des Lichts, Da stehen die Gottessoldaten; Sie fragen nach Werken und Taten, Nach Namen und Amt fragt man hier nichts.

Am Eingang läßt der Pilger zurück Die staubigen, drückenden Schuhe - Kehr ein, hier findest du Ruhe, Und weiche Pantoffeln und schöne Musik.

IX. Der Abgekühlte

Und ist man tot, so muß man lang Im Grabe liegen; ich bin bang, Ja, ich bin bang, das Auferstehen Wird nicht so schnell von Statten gehen.

Noch einmal, eh mein Lebenslicht Erlöschet, eh mein Herze bricht - Noch einmal möcht ich vor dem Sterben Um Frauenhuld beseligt werben.

Und eine Blonde müßt es sein, Mit Augen sanft wie Mondenschein - Denn schlecht bekommen mir am Ende Die wild brünetten Sonnenbrände.

Das junge Volk, voll Lebenskraft Will den Tumult der Leidenschaft, Das ist ein Rasen, Schwören, Poltern Und wechselseitges Seelenfoltern!

Unjung und nicht mehr ganz gesund, Wie ich es bin zu dieser Stund, Mögt ich noch einmal lieben, schwärmen Und glücklich sein - doch ohne Lärmen.

X. Salomo

Verstummt sind Pauken, Posaunen und Zinken. An Salomos Lager Wache halten Die schwertgegürteten Engelgestalten, Sechstausend zur Rechten, sechstausend zur Linken.

Sie schützen den König vor träumendem Leide, Und zieht er finster die Brauen zusammen, Da fahren sogleich die stählernen Flammen, Zwölftausend Schwerter, hervor aus der Scheide.

Doch wieder zurück in die Scheide fallen Die Schwerter der Engel. Das nächtliche Grauen Verschwindet, es glätten sich wieder die Brauen Des Schläfers, und seine Lippen lallen:

O Sulamith! das Reich ist mein Erbe, Die Lande sind mir untertänig, Bin über Juda und Israel König - Doch liebst du mich nicht, so welk ich und sterbe.

XI. Verlorene Wünsche

Von der Gleichheit der Gemütsart Wechselseitig angezogen, Waren wir einander immer Mehr als uns bewußt gewogen.

Beide ehrlich und bescheiden, Konnten wir uns leicht verstehen; Worte waren überflüssig, Brauchten uns nur anzusehen.

O wie sehnlich wünscht ich immer, Daß ich bei dir bleiben könnte Als der tapfre Waffenbruder Eines dolce far niente.

Ja, mein liebster Wunsch war immer, Daß ich immer bei dir bliebe! Alles was dir wohlgefiele, Alles tät ich dir zu Liebe.

Würde essen was dir schmeckte Und die Schüssel gleich entfernen, Die dir nicht behagt. Ich würde Auch Zigarren rauchen lernen.

Manche polnische Geschichte, Die dein Lachen immer weckte, Wollt ich wieder dir erzählen In Judäas Dialekte.

Ja, ich wollte zu dir kommen, Nicht mehr in der Fremde schwärmen - An dem Herde deines Glückes Wollt ich meine Kniee wärmen. - -

Goldne Wünsche! Seifenblasen! Sie zerrinnen wie mein Leben - Ach, ich liege jetzt am Boden, Kann mich nimmermehr erheben.

Und Ade! sie sind zerronnen, Goldne Wünsche, süßes Hoffen! Ach, zu tödlich war der Faustschlag, Der mich just ins Herz getroffen.

XII. Gedächtnisfeier

Keine Messe wird man singen, Keinen Kadosch wird man sagen, Nichts gesagt und nichts gesungen Wird an meinen Sterbetagen.

Doch vielleicht an solchem Tage, Wenn das Wetter schön und milde, Geht spazieren auf Montmartre Mit Paulinen Frau Mathilde.

Mit dem Kranz von Immortellen Kommt sie mir das Grab zu schmücken, Und sie seufzet: Pauvre homme! Feuchte Wehmut in den Blicken.

Leider wohn ich viel zu hoch, Und ich habe meiner Süßen Keinen Stuhl hier anzubieten; Ach! sie schwankt mit müden Füßen.


Romanzero - 20/33

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