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- Der Engländer - 3/5 -


zum erstenmal aufschlug, da sie aus dem Meerschaum sich loswand, und die Götter brünstig vom Himmel zog. Es ist ein so vollkommenes Meisterstück der Natur, daß alle Pinsel unserer Maler an ihr verzweifelt sind. Ihre Arme, ihr Busen, ihr Wuchs, ihre Stellungen--Ach wenn sie sich einladend zurück lehnt, und tausend zärtliche Regungen den Schnee ihres Busen aufzuarbeiten anfangen-ROBERT. (wirft ihm seine Uhr an den Kopf.) Nichtswürdiger!

LORD HOT. (läuft ganz erhitzt auf ihn zu, als ob er ihn schlagen wollte.) Nichtswürdiger du selber! Du verdienst, daß man dich in das tiefste Loch unter der Erde steckte.

LORD HAMILTON. (der sich erholt hat, faßt Lord Hot an.) Geduld, Lord Hot! ich bitte dich. Geduld, Mann! Es wird sich alles von selber geben. Ich billige diese Hitze an Roberten, er hat sie von dir. Du hättest es nicht besser gemacht, wenn du in seinen Jahren wärst--Es wird sich legen, ich versichere dich. Ich hoffe noch die Zeit zu erleben, da Robert über sich lachen wird.

ROBERT. (kniend.) Götter! (beißt sich in die Hände.)

LORD HAMILTON. Wir wollen ihn seinem Nachdenken überlassen, er ist kein Kind mehr. (führt Lord Hot ab.)

ROBERT. Das mein' ich, daß er kein Kind ist. Wie hoch diese Leute über mich sind, wie sie über mich wegschreiten! wie man über eine verächtliche Made wegschreitet--Und ihr Vorzug! daß sie kalt sind; daß sie lachen können, wo ich nicht lachen kann--Nun, es wird sich alles von selbst geben, Robert wird ein gescheuter, vernünftiger Mann werden! Es wird schon kommen, nur Geduld!--Unterdessen (öffnet ein Fenster und springt heraus.)

Vierter Akt

Erste Szene

(Robert Hot, als ein Savoyard gekleidet, unter dem Fenster der Prinzessin von Carignan in der schönsten sternhellen Nacht.)

ROBERT. Hast du kein Mitleiden mit mir, Unbarmherzige? Fühlst du nicht, wer hier herumgeht, so trostlos, so trostlos, daß die Steine sich für Erbarmen bewegen. Was hab ich begangen, was hab ich verbrochen, daß ich so viel ausstehen muß? Womit hab ich dich beleidigt, erzürnter Himmel, ihr kalten und freundlichen Sterne, die ihr so schön und so grausam auf mich niederseht? Auch in dem Stück ihr ähnlich. Muß denn alles gefühllos sein, was vollkommen ist; nur darum anbetenswert, weil es, in sich selbst glücklich, seine Anbeter nicht der Aufmerksamkeit würdig achtet.--(Wirft sich nieder auf sein Angesicht, dann hebt er sich auf.) Ja, Hamilton hat recht weisgesagt, ich bin so weit gekommen, daß ich über mich selbst machen muß. Ist es nicht höchst lächerlich, so da zu liegen, dem Spott aller Vorübergehenden, selbst dem Geknurr und Gemurr der Hunde ausgesetzt; ich der einzige meiner Familie, auf dessen sich entwickelnde Talente ganz England harrte? Robert, du bist in der Tat ein Narr. Zurück! zurück! zu deinem Vater, und werd einmal klug. (leiert auf seiner Marmotte.)

a di di dal da a di didda dalli di da.

Ach, gnÄdigste Prinzessin, einen Heller! allergnädigste kÖnigliche Majestät.

a di di dal da di di didda dallidida.

O--o! geben Sie mir doch einen Heller, Eure kaiserliche MajestÄt--Eure päpstliche Heiligkeit--O--o!

(Das Fenster geht auf, es fliegt etwas heraus in Papier gewickelt. Robert fängts begierig auf.)

O, das Geld kommt von ihr--(kÜßt es.) In Papier--Wer weiß, was darauf geschrieben steht. (Macht das Papier auf,) und tritt an eine Laterne.) Nichts!--Robert!--weiß--ganz weiß!--Du hast nichts, Robert, du verdienst nichts.--Wer weiß, warfs ein Bedienter heraus.--Ja doch; es kam nicht aus ihrem Fenster; es kam aus dem obern Stock, und wo mir recht ist, sah ich einen roten Ärmel. Geh zurück in deines Vaters Haus, Robert! es ist eben so gut--Wenn nur die Bedienten meines Vaters ihm von diesem Aufzug nichts sagen, sonst bin ich verloren. Ich schleiche mich noch wohl hinein.--(ab.)

Fünfter Akt

Erste Szene

(Robert in seinem Zimmer, krank auf seinem Bette. Lord Hot tritt herein.)

LORD HOT. Nun, wie stehts? Haben die Kopfschmerzen nachgelassen?

ROBERT. So etwas, Mylord.

LORD HOT. Nun, es wird schon besser werden; ich hoff, ich vertreib sie dir. Steh auf, und zieh dich an, du sollst mit mir zur Prinzessin von Carignan.

ROBERT. (faßt ihn hastig an beide Hände.) Was sagen Sie? Sie spotten meiner.

LORD HOT. Ich spotte nicht; du sollst dich zugleich von ihr beurlauben.

ROBERT. Hat sie mich verlangt.

LORD HOT. Verlangt--sie hat wohl viel Zeit, an dich zu denken. Sie empfängt gegenwärtig die Glückwünschungen des ganzen Hofs, und du wirst doch auch nicht der letzte sein, vor deiner Abreise nach London ihr auch die deinige abzulegen.

ROBERT. Glückwünschungen--und wozu?

LORD HOT. Sie vermählt sich--

ROBERT. (schreit.) Vermählt sich! (fällt zurück und in Ohnmacht.)

LORD HOT. Wie nun, Robert?--was ist dir, Robert?--Ich Unglücklicher! --Hülfe! (sucht ihn zu ermuntern.)

LORD HAMILTON. Wie stehts? hats angeschlagen?

LORD HOT. Er ist tot.-HAMILTON. (nähert sich.) Nun er wird wieder aufleben, (ihn gleichfalls vergeblich zu ermuntern suchend.) Man muß ihm eine Ader schlagen. (streift ihm den Arm auf.) Geschwind, Bediente, ein Lanzett, oder einen Chirurgen, was ihr am ersten bekommen kÖnnt.

ROBERT. (erwacht, und sieht wild umher.) Wer ist da?

LORD HOT. (bekümmert.) Dein Vater--deine guten Freunde.

ROBERT. (stößt ihn von sich.) Weg mit den Vätern!--Laßt mich allein! --(sehr hitzig.) Laßt mich allein! sag ich!

HAMILTON. Wir müssen ihn allein lassen, daß er sich erholen kann; der Zwang, den er sich in unserer Gegenwart antut, ist ihm tödlich.--Es wird sich alles von selbst legen.

LORD HOT. Du bist immer mit dem alles von selber--Wenigstens alles Gewehr ihm weggenommen. (greift an den Tisch und um die Wände umher, und geht mit Lord Hamilton ab.)

ROBERT. Also vermählt! Das Schwert, das am letzten Haar über meinem Kopfe hing, fällt.--Aus!--alles aus. (springt auf, und tappt nach einem Gewehr.) Ich vergaß es--O deine elende väterliche Vorsicht! (rennt mit dem Kopf gegen die Wand, und sinkt auf den Boden.) Also ein anderer--ein anderer--und vermutlich ein junger, schöner, liebenswürdiger, vollkommener--einer, den sie lang geliebt hat, weil sie so ernstlich auf meine Heilung bedacht war.--Desto schlimmer, wenn er vollkommen ist, desto schlimmer!--er wird ihr ganzes Herz fesseln, und was wird für mich übrig bleiben? nicht einmal Mitleid, nicht ein einziger armer verirrter Gedanke für mich--Ganz aus ihrem Andenken verschwunden, vernichtet--Daß ich mich nicht selbst vernichten kann!--(springt auf, und will sich zum Fenster naus stürzen, Hamilton stürzt herein, und hält ihn zurück.)

HAMILTON. Wohin, Wahnwitziger?

ROBERT. (ganz kalt.) Ich wollte sehen, was es für Wetter gäbe--Ich bin dein Herzensfreund, Hamilton; ich wollt, ich hätte deinen Sohn, oder deine Tochter hier.

HAMILTON. Was wolltest du mit ihnen?

ROBERT. (sehr gelassen.) Ich wollte deine Tochter heiraten.--Laß mich los!

HAMILTON. Ihr sollt euch zu Bette legen. Ihr seid in einem gefährlich fiebrischen Zustand. Kommt, legt euch!

ROBERT. Zu Bette?--Ja, mit deiner Tochter!--Laß mich los!

HAMILTON. Zu Bette! oder ich werd euch binden lassen.

ROBERT. Mich binden? (kehrt sich hastig um, und faßt ihn an der Kehle.) Schottischer Teufel!

HAMILTON. (wind't sich von ihm los, und schiebt ihn aufs Bett.) He! Wer ist da! Bediente! Lord Hot!

ROBERT. Ihr seid der stärkere. Gewalt geht vor Recht. (legt sich freiwillig nieder, und fängt an zu rufen.) Georg! Johann! Eduard! He, wer ist da! Kommt, und fragt den Lord Hamilton, was er von euch haben will?

(Bediente komen herein.)

HAMILTON. Ihr sollt mir den jungen Herrn hier bewachen. Seht zu, daß ihr ihn zum Einschlafen bringt--ihr sollt mir Red und Antwort für ihn geben.


Der Engländer - 3/5

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