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- Der Hofmeister - 10/23 -


Fritz. Ich möchte rasend werden.--

Bollwerk. So sey doch nun kein Narr, da Berg so großmüthig ist und für Dich sitzen bleiben will; sein Vater wird ihn schon auslösen: aber wenn Du einmal sitzest, so ist keine Hofnung mehr für Dich; Du must im Gefängniß verfaulen.

Pätus. Gebt mir einen Degen her ...

Fritz. Fort!--

Bollwerk. Fort!--

Pätus. Ihr thut mir eine Barmherzigkeit, wenn ihr mir einen Degen--

Seiffenblase. Da haben Sie meinen...

Bollwerk. (greift ihn in den Arm) Herr--Schurke! Lassen Sie--Stecken Sie nicht ein! Sie sollen nicht umsonst gezogen haben. Erst will ich meinen Freund in Sicherheit und dann erwarten Sie mich hier--Draußen, wohl zu verstehen; also vor der Hand zur Thür hinaus! (wirft ihn zur Thür hinaus)

Hofmeister. Mein Herr Bollwerk--

Bollwerk. Kein Wort, Sie--gehen Sie Ihrem Jungen nach und lehren Sie ihn, kein schlechter Kerl seyn--Sie können mich haben wo und wie Sie wollen. (der Hofmeister geht ab)

Pätus. Bollwerk! ich will Dein Sekundant seyn.

Bollwerk. Narr auch! Du thust als--Willst Du mir den Handschuh vielleicht halten, wenn ich vorher eins übern Daumen pisse?--Was brauchts da Sekundanten. Komm nur fort und sekundire Dich zur Stadt hinaus, Hasenfuß.

Pätus. Aber ihrer sind zwey.

Bollwerk. Ich wünschte, daß ihrer zehn wären und keine Seiffenblasen drunter--So komm doch, und mach Dich nicht selbst unglücklich, närrischer Kerl.

Pätus. Berg!--(Bollwerk reißt ihn mit sich fort)

Dritter Akt.

Erste Scene.

In Heidelbrunn.

Der Major. (im Nachtwämmschen) Der geheime Rath.

Major. Bruder, ich bin der alte nicht mehr. Mein Herz sieht zehnmal toller aus als mein Gesicht--Es ist sehr gut, daß Du mich besuchst; wer weiß, ob wir uns so lang mehr sehen.

Geh. Rath. Du bist immer ausschweifend, in allen Stücken--Dir ein Nichts so zu Herzen gehen zu lassen!--Wenn Deiner Tochter die Schönheit abgeht, so bleibt sie doch immer noch das gute Mädchen, das sie war; so kann sie hundert andre liebenswürdige Eigenschaften besitzen.

Major. Ihre Schönheit--Hol mich der Teufel, es ist nicht das allein, was ihr abgeht; ich weiß nicht, ich werde noch den Verstand verlieren, wenn ich das Mädchen lang unter Augen behalte. Ihre Gesundheit ist hin, ihre Munterkeit, ihre Lieblichkeit, weiß der Teufel, wie man das Dings all nennen soll; aber obschon ichs nicht nennen kann, so kann ichs doch sehen, so kann ichs doch fühlen und begreifen, und Du weist, daß ich aus dem Mädchen meinen Abgott gemacht habe. Und daß ich sie so sehn muß unter meinen Händen hinsterben, verwesen.--(weint) Bruder geheimer Rath, Du hast keine Tochter; Du weißt nicht, wie einem Vater zu Muth seyn muß, der eine Tochter hat. Ich hab dreyzehn Bataillen beygewohnt und achtzehn Blessuren bekommen, und hab den Tod vor Augen gesehen und bin--O laß mich zufrieden; pack Dich zu meinem Haus hinaus; laß die ganze Welt sich fortpacken. Ich will es anstecken und die Schaufel in die Hand nehmen und Bauer werden.

Geh. Rath. Und Frau und Kinder--

Major. Du beliebst zu scherzen: ich weiß von keiner Frau und Kindern, ich bin Major Berg gottseligen Andenkens und will den Pflug in die Hand nehmen und will Vater Berg werden, und wer mir zu nahe kommt, dem geb ich mit meiner Hack' über die Ohren.

Geh. Rath. So schwermerisch-schwermüthig hab ich ihn doch nie gesehen.

(Die Majorin stützt herein.)

Majorin. Zu Hülfe Mann--Wir sind verloren--Unsere Familie! unsere Familie!

Geh. Rath. Gott behüt Frau Schwester! Was stehen Sie an: Wollen Sie Ihren Mann rasend machen?

Majorin. Er soll rasend werden--Unsere Familie--Infamie!-- O ich kann nicht mehr--(fällt auf einen Stuhl)

Major. (geht auf sie zu) Willst Du mit der Sprach' heraus?--Oder ich dreh Dir den Hals um.

Majorin. Deine Dochter--Der Hofmeister.--Lauf! (fällt in Ohnmacht)

Major. Hat er sie zur Hure gemacht? (schüttelt sie) Was fällst Du da hin; jetzt ists nicht Zeit zum hinfallen. Heraus mit, oder das Wetter soll Dich zerschlagen. Zur Hure gemacht? Ists das?--Nun so werd' denn die ganze Welt zur Hure und Du Berg nimm die Mistgabel in die Hand-- (will gehen)

Geh. Rath. (hält ihn zurück) Bruder, wenn Du Dein Leben lieb hast, so bleib hier-- Ich will alles untersuchen--Deine Wut macht Dich unmündig. (geht ab und schließt die Thür zu)

Major. (arbeitet vergebens sie aufzumachen) Ich werd Dich beunmündig--(zu seiner Frau) Komm, komm, Hure, Du auch! sieh zu. (reißt die Thür auf) Ich will ein Exempel statuiren--Gott hat mich bis hieher erhalten, damit ich an Weib und Kindern Exempel statuiren kann--Verbrannt, verbrannt, verbrannt! (schleppt seine Frau ohnmächtig vom Theater)

Zweyte Scene.

Eine Schule im Dorf Es ist finstrer Abend. Wenzeslaus. Läuffer.

Wenzeslaus. (sitzt an einem Tisch, die Brill auf der Nase und lineirt) Wer da? Was giebts?

Läuffer. Schutz! Schutz! werther Herr Schulmeister! Man steht mir nach dem Leben.

Wenzeslaus. Wer ist Er denn?

Läuffer. Ich bin Hofmeister im benachbarten Schloß. Der Major Berg ist mit all seinen Bedienten hinter mir und wollen mich erschießen.

Wenzeslaus. Behüte--Setz' Er Sich hier nieder zu mir--Hier hat Er meine Hand: Er soll sicher bey mir seyn--Und nun erzehl Er mir, derweil ich diese Vorschrift hier schreibe.

Läuffer. Lassen Sie mich erst zu mir selber kommen.

Wenzeslaus. Gut, verschnauf' Er Sich und hernach will ich Ihm ein Glas Wein geben lassen und wollen eins zusammen trinken. Unterdessen, sag er mich doch--Hofmeister--(legt das


Der Hofmeister - 10/23

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