Schulers Books Online

books - games - software - wallpaper - everything

Bride.Ru

Books Menu

Home
Author Catalog
Title Catalog
Sectioned Catalog

 

- Einige Gedichte - 1/7 -


which requires a binary transfer, or sent as email attachment and may require more specialized programs to display the accents. This is the 8-bit version.

Einige Gedichte

Friedrich von Schiller

Inhalt:

Abschied vom Leser Amalia An den Frühling An die Astronomen An einen Moralisten Bittschrift Das Geheimnis Das Glück der Weisheit Das Lied von der Glocke Das Mädchen aus der Fremde Das Mädchen von Orleans Das Spiel des Lebens Das verschleierte Bild zu Sais Der Abend Die Antiken zu Paris Die schönste Erscheinung Die Weltweisen Epigramme Friedrich Schiller Forum des Weibes Odysseus Sehnsucht Spinoza Thekla Triumph der Liebe Weibliches Urteil Winternacht Zum Geburtstag der Frau Griesbach

Abschied vom Leser

Die Muse schweigt. Mit jungfräulichen Wangen, Erröten im verschämten Angesicht, Tritt sie vor dich, ihr Urteil zu empfangen; Sie achtet es, doch fürchtet sie es nicht. Des guten Beifall wünscht sie zu erlangen, Den Wahrheit rührt, den Flimmer nicht besticht; Nur wem ein Herz, empfänglich für das Schöne, Im Busen schlägt, ist wert, dass er sie kröne.

Nicht länger wollen diese Lieder leben, Als bis ihr Klang ein fühlend Herz erfreut, Mit schönern Phantasien es umgeben, Zu höheren Gefühlen es geweiht; Zur fernen Nachwelt wollen sie nicht schweben, Sie tönten, sie verhallen in der Zeit. Des Augenblickes Lust hat sie geboren, Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen.

Der Lenz erwacht, auf den erwärmten Triften Schießt frohes Leben jugendlich hervor, Die Staude würzt die Luft mit Nektardüften, Den Himmel füllt ein muntrer Sängerchor. Und jung und alt ergeht sich in den Lüften Und freuet sich und schwelgt mit Aug und Ohr. Der Lenz entflieht! Die Blume schießt in Samen, Und keine bleibt von allen, welche kamen.

Amalia

Schön wie Engel voll Walhallas Wonne, Schön vor allen Jünglingen war er, Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne, Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer. Seine Küsse--paradiesisch Fühlen! Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie Harfentöne in einander spielen Zu der himmelvollen Harmonie-- Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen, Lippen, Wangen brannten, zitterten, Seele rann in Seele--Erd' und Himmel schwammen Wie zerronnen um die Liebenden! Er ist hin--vergebens, ach! vergebens Stöhnet ihm der bange Seufzer nach! Er ist hin, und alle Lust des Lebens Wimmert hin in ein verlornes Ach!

An den Frühling

Willkommen schöner Jüngling! Du Wonne der Natur! Mit deinem Blumenkörbchen Willkommen auf der Flur!

Ei! Ei! Da bist du wieder! Und bist so lieb und schön! Und freun wir uns so herzlich, Entgegen dir zu gehen. Denkst auch noch an mein Mädchen? Ei, lieber, denke doch! Dort liebte mich das Mädchen, Und 's Mädchen liebt mich noch!

Fürs Mädchen manches Blümchen Erbat ich mir von dir-- Ich komm und bitte wieder, Und du?--du gibst es mir?

Willkommen schöner Jüngling! Du Wonne der Natur! Mit deinem Blumenkörbchen Willkommen auf der Flur!

An die Astronomen

Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen! Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt? Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume; Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht.

An einen Moralisten

Was zürnst du unsrer frohen Jugendweise Und lehrst, daß Lieben Tändeln sei? Du starrest in des Winters Eise Und schmälest auf den goldnen Mai.

Einst, als du noch das Nymphenvolk bekriegtest, Ein Held des Karnevals den deutschen Wirbel flogst, Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst--

Ha Seladon! wenn damals aus den Achsen Gewichen wär der Erde schwerer Ball, Im Liebesknäul mit Julien verwachsen Du hättest überhört den Fall!

O denk zurück nach deinen Rosentagen Und lerne: die Philosophie Schlägt um, wie unsre Pulse anders schlagen; Zu Göttern schaffst du Menschen nie.

Wohl, wenn ins Eis des klügelnden Verstandes Das warme Blut ein bißchen muntrer springt! Laß den Bewohnern eines bessern Landes, Was nie dem Sterblichen gelingt.

Zwingt doch der irdische Gefährte Den gottgebornen Geist in Kerkermauren ein, Er wehrt mir, daß ich Engel werde, Ich will ihm folgen, Mensch zu sein.

Bittschrift

Dumm ist mein Kopf und schwer wie Blei, Die Tobaksdose ledig, Mein Magen leer--der Himmel sei Dem Trauerspiele gnädig.

Ich kratze mit dem Federkiel Auf den gewalkten Lumpen; Wer kann Empfindung und Gefühl Aus hohlem Herzen pumpen?

Feu'r soll ich gießen aufs Papier Mit angefrornem Finger?-- O Phöbus, hassest du Geschmier, So wärm auch deine Sänger.

Die Wäsche klatscht vor meiner Tür, Es scharrt die Küchenzofe. Und mich--mich ruft das Flügeltier Nach König Philipps Hofe.

Ich steige mutig auf das Roß; In wenigen Sekunden Seh ich Madrid--Am Königsschloß Hab ich es angebunden.


Einige Gedichte - 1/7

    Next Page

  1    2    3    4    5    6    7 

Schulers Books Home



 Games Menu

Home
Balls
Battleship
Buzzy
Dice Poker
Memory
Mine
Peg
Poker
Tetris
Tic Tac Toe

Google
 
Web schulers.com
 

Schulers Books Online

books - games - software - wallpaper - everything