Schulers Books Onlinebooks - games - software - wallpaper - everything |
||
|
|
||
Books Menu
Home
|
- Turandot, Prinzessin von China - 20/20 -Es alle Welt. Nicht meiner Wissenschaft, Dem Zufall, Eurer eignen Übereilung Verdank' ich das Geheimniß Eures Namens. Ihr selbst, Ihr ließet gegen meine Sklavin Adelma beide Namen Euch entschlüpfen. Durch sie bin ich dazu gelangt--Ihr also habt Gesiegt, nicht ich, und Euer ist der Preis. --Doch nicht bloß, um Gerechtigkeit zu üben Und dem Gesetz genug zu thun--Nein, Prinz! Um meinem eignen Herzen zu gehorchen, Schenk' ich mich Euch--Ach, es war Euer, gleich Im ersten Augenblick, da ich Euch sah! Adelma. O nie gefühlte Marter! Kalaf (der diese ganze Zeit über wie ein Träumender gestanden, scheint jetzt erst zu sich selbst zu kommen und schließt die Prinzessin mit Entzückung in seine Arme). Ihr die Meine? O, tödte mich nicht, Übermaß der Wonne! Altoum. Die Götter segnen dich, geliebte Tochter, Daß du mein Alter endlich willst erfreun. Verziehen sei dir jedes vor'ge Leid, Der Augenblick heilt jede Herzenswunde. Pantalon. Hochzeit! Hochzeit! Macht Platz, ihr Herrn Doctoren! Tartaglia. Platz! Platz! Der Bund sei alsogleich beschworen! Adelma. Ja, lebe, Grausamer, und lebe glücklich Mit ihr, die meine Seele haßt! (Zu Turandot.) Ja, wisse, Daß ich dich nie geliebt, daß ich dich hasse Und nur aus Haß gehandelt, wie ich that. Die Namen sagt' ich dir, um den Geliebten Aus deinem Arm zu reißen und mit ihm, Der meine Liebe war, eh du ihn sahst, In glücklichere Länder mich zu flüchten. Noch diese Nacht, da ich zu deinem Dienst Geschäftig schien, versucht' ich alle Listen-- Selbst die Verleumdung spart' ich nicht--zur Flucht Mit mir ihn zu bereden; doch umsonst! In seinem Schmerz entschlüpften ihm die Namen, Und ich verrieth sie dir; du solltest siegen, Verbannt von deinem Angesicht sollt' er In meinen Arm sich werfen--Eitle Hoffnung! Zu innig liebt' er dich und wählte lieber, Durch dich zu sterben, als für mich zu leben! Verloren hab' ich alle meine Mühen; Nur eins steht noch in meiner Macht. Ich stamme Wie du von königlichem Blut und muß erröthen, Daß ich so langte Sklavenfesseln trug. In dir muß ich die blut'ge Feindin hassen. Du hast mir Vater, Mutter, Brüder, Schwestern, Mir Alles, was mir theuer war, geraubt, Und nun auch den Geliebten raubst du mir. So nimm auch noch die Letzte meines Stammes, Mich selbst zum Raube hin--Ich will nicht leben! (Sie hebt den Dolch, welchen Turandot dem Kalaf entrissen, von der Erde auf.) Verzweiflung zückte diesen Dolch; er hat Das Herz gefunden, das er spalten soll. (Sie will sich erstechen). Kalaf (fällt ihr in den Arm). Faßt Euch, Adelma! Adelma. Laß mich, Undankbarer! In ihrem Arm dich sehen? Nimmermehr! Kalaf. Ihr sollt nicht sterben. Eurem glücklichen Verrathe dank' ich's, daß dies schöne Herz, Dem Zwange feind, mich edelmüthig frei Beglücken konnte--Gütiger Monarch, Wenn meine heißen Bitten was vermögen, So habe sie die Freiheit zum Geschenk, Und unsere Glückes erstes Unterpfand Sei eine Glückliche! Turandot. Auch ich, mein Vater, Vereinige mein Bitten mit dem seinen. Zu hassenswerth, ich fühl' es, muß ich ihr Erscheinen; mir verzeihen kann sie nie Und könnte nie an mein Verzeihen glauben. Sie werde frei, und ist ein größer Glück Für sie noch übrig, so gewährt es ihr. Wir haben viele Thränen fließen machen Und müssen eilen, Freude zu verbreiten. Pantalon. Ums Himmelwillen, Sire, schreibt ihr den Laufpaß, So schnell Ihr könnt, und gebt ihr, wenn sie's fordert, Ein ganzes Königreich noch auf den Weg. Mir ist ganz weh und bang, daß unsre Freude In Rauch aufgeht solang ein wüthend Weib Sich unter einem Dach mit Euch befindet. Altoum (zu Turandot). An solchem Freudentag, den du mir schenkst, Soll meine Milde keine Grenzen kennen. Nicht bloß die Freiheit schenk' ich ihr. Sie nehme Die väterlichen Staaten auch zurück Und theile sie mit einem würd'gen Gatten, Der klug sei und den Mächtigen nicht reize. Adelma. Sire--Königin--ich bin beschämt, verwirrt, So große Huld und Milde drückt mich nieder. Die Zeit vielleicht, die alle Wunden heilt, Wird meinen Kummer lindern--Jetzt vergönnt mir Zu schweigen und von eurem Angesicht Zu gehn--Denn nur der Thränen bin ich fähig, Die unaufhaltsam diesem Aug entströmen. (Sie geht ab mit verhülltem Gesicht, noch einen glühenden Blick auf Kalaf werfend, ehe sie scheidet.)
Letzter Auftritt. Die Vorigen, ohne Adelma. Gegen das Ende Timur, Barak, Skirina und Zelima.
Kalaf. Mein Vater, o, wo find' ich dich, wo bist du, Daß ich die Fülle meines Glücks in deinen Busen Ausgieße? Turandot (verlegen und beschämt). Kalaf, Euer edler Vater ist Bei mir, ist hier--In diesem Augenblicke Fühlt er sein Glück--Verlangt nicht mehr zu wissen, Nicht ein Geständniß, das mich schamroth macht, Vor allen diesen Zeugen zu vernehmen. Altoum. Timur bei dir? Wo ist er?--Freue dich, Mein Sohn. Dies Kaiserreich hast du gewonnen; Auch dein verlornes Reich ist wieder dein. Ermordet ist der grausame Tyrann, Der dich beraubte! Deines Volkes Stimme Ruft dich zurück auf deiner Väter Thron, Den dir ein treuer Diener aufbewahrt. Durch alle Länder hat dich seine Botschaft Gesucht, und selbst zu mir ist sie gedrungen. --Dies Blatt enthält das Ende deines Unglücks. (Überreicht ihm einen Brief.) Kalaf (wirft einen Blick hinein und steht eine Zeit lang in sprachloser Rührung). Götter des Himmels! Mein Entzücken ist Droben bei euch, die Lippe ist versiegelt. (In diesem Augenblick öffnet sich der Saal. Timur und Barak treten herein, von Zelima und ihrer Mutter begleitet. Wie Kalaf seinen Vater erblickt, eilt er ihm mit ausgebreiteten Armen entgegen. Barak sinkt zu Kalafs Füßen, indem sich Zelima und ihre Mutter vor der Turandot niederwerfen, welche sie gütig aufhebt. Altoum, Pantalon und Tartaglia stehen gerührt. Unter diesen Bewegungen fällt der Vorhang.)
Previous Page 1 10 15 16 17 18 19 20 |
Games Menu
Home
|
Schulers Books Onlinebooks - games - software - wallpaper - everything |