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- DIE JUNGFRAU VON ORLEANS - 1/25 -


Friedrich Schiller

Die Jungfrau von Orleans

Eine romantische Tragödie

PERSONEN

Karl der Siebente, König von Frankreich Königin Isabeau, seine Mutter Agnes Sorel, seine Geliebte Philipp der Gute, Herzog von Burgund Graf Dunois, Bastard von Orleans La Hire Du Chatel, königliche Offiziere Erzbischof von Reims Chatillon, ein burgundischer Ritter Raoul, ein lothringischer Ritter Talbot, Feldherr der Engelländer Lionel Fastolf, englische Anführer Montgomery, ein Walliser Ratsherren von Orleans Ein englischer Herold Thibaut d'Arc, ein reicher Landmann Margot Louison Johanna, seine Töchter Etienne Claude, Marie Raimond, ihre Freier Bertrand, ein anderer Landmann Die Erscheinung eines schwarzen, Ritters Köhler und Köhlerweib Soldaten und Volk, königliche Kronbediente, Bischöfe, Mönche, Marschälle, Magistratspersonen, Hofleute und andere stumme Personen im Gefolge des Krönungszuges

ERSTER AUFZUG

Hoflager König Karls zu Chinon

Erster Auftritt Dunois und Du Chatel

DUNOIS. Nein, ich ertrag es länger nicht. Ich sage Mich los von diesem König, der unrühmlich Sich selbst verläßt. Mir blutet in der Brust Das tapfre Herz und glühnde Tränen möcht ich weinen, Daß Räuber in das königliche Frankreich Sich teilen mit dem Schwert, die edeln Städte, Die mit der Monarchie gealtert sind, Dem Feind die rostgen Schlüssel überliefern, Indes wir hier in tatenloser Ruh Die köstlich edle Rettungszeit verschwenden. --Ich höre Orleans bedroht, ich fliege Herbei aus der entlegnen Normandie, Den König denk ich kriegerisch gerüstet An seines Heeres Spitze schon zu finden, Und find ihn--hier! Umringt von Gaukelspielern Und Troubadours, spitzfindge Rätsel lösend Und der Sorel galante Feste gebend, Als waltete im Reich der tiefste Friede! --Der Connetable geht, er kann den Greul Nicht länger ansehn.--Ich verlaß ihn auch, Und übergeb ihn seinem bösen Schicksal.

DU CHATEL. Da kommt der König!

ERSTER AUFZUG

Zweiter Auftritt

König Karl zu den Vorigen

KARL. Der Connetable schickt sein Schwert zurück, Und sagt den Dienst mir auf.--In Gottes Namen! So sind wir eines mürrschen Mannes los, Der unverträglich uns nur meistern wollte.

DUNOIS. Ein Mann ist viel wert in so teurer Zeit, Ich möcht ihn nicht mit leichtem Sinn verlieren.

KARL. Das sagst du nur aus Lust des Widerspruchs, Solang er dawar, warst du nie sein Freund.

DUNOIS. Er war ein stolz verdrießlich schwerer Narr, Und wußte nie zu enden--diesmal aber Weiß ers. Er weiß zu rechter Zeit zu gehn, Wo keine Ehre mehr zu holen ist.

KARL. Du bist in deiner angenehmen Laune, Ich will dich nicht drin stören.--Du Chatel! Es sind Gesandte da vom alten König, René, belobte Meister im Gesang, Und weit berühmt.--Man muß sie wohl bewirten, Und jedem eine goldne Kette reichen. (Zum Bastard) Worüber lachst du?

DUNOIS. Daß du goldne Ketten Aus deinem Munde schüttelst.

DU CHATEL. Sire! Es ist Kein Geld in deinem Schatze mehr vorhanden.

KARL. So schaffe welches.--Edle Sänger dürfen Nicht ungeehrt von meinem Hofe ziehen. Sie machen uns den dürren Szepter blühn, Sie flechten den unsterblich grünen Zweig Des Lebens in die unfruchtbare Krone, Sie stellen herrschend sich den Herrschern gleich, Aus leichten Wünschen bauen sie sich Throne, Und nicht im Raume liegt ihr harmlos Reich, Sie beide wohnen auf der Menschheit Höhen!

DU CHATEL. Mein königlicher Herr! Ich hab dein Ohr Verschont, solang noch Rat und Hülfe war, Doch endlich löst die Notdurft mir die Zunge. – Du hast nichts mehr zu schenken, ach! du hast Nicht mehr, wovon du morgen könntest leben! Die hohe Flut des Reichtums ist zerflossen, Und tiefe Ebbe ist in deinem Schatz. Den Truppen ist der Sold noch nicht bezahlt, Sie drohen murrend abzuziehen.--Kaum weiß Ich Rat, dein eignes königliches Haus Notdürftig nur, nicht fürstlich, zu erhalten.

KARL. Verpfände meine königlichen Zölle, Und laß dir Geld darleihn von den Lombarden.

DU CHATEL. Sire, deine Kroneinkünfte, deine Zölle, Sind auf drei Jahre schon voraus verpfändet.

DUNOIS. Und unterdes geht Pfand und Land verloren.

KARL. Uns bleiben noch viel reiche schöne Länder.

DUNOIS. Solang es Gott gefällt und Talbots Schwert! Wenn Orleans genommen ist, magst du Mit deinem König René Schafe hüten.

KARL. Stets übst du deinen Witz an diesem König, Doch ist es dieser länderlose Fürst, Der eben heut mich königlich beschenkte.

DUNOIS. Nur nicht mit seiner Krone von Neapel, Um Gotteswillen nicht! Denn die ist feil, Hab ich gehört, seitdem er Schafe weidet.

KARL. Das ist ein Scherz, ein heitres Spiel, ein Fest, Das er sich selbst und seinem Herzen gibt, Sich eine schuldlos reine Welt zu gründen In dieser rauh barbarschen Wirklichkeit. Doch was er Großes, Königliches will-- Er will die alten Zeiten wiederbringen, Wo zarte Minne herrschte, wo die Liebe Der Ritter große Heldenherzen hob, Und edle Frauen zu Gerichte saßen, Mit zartem Sinne alles Feine schlichtend. In jenen Zeiten wohnt der heitre Greis, Und wie sie noch in alten Liedern leben, So will er sie, wie eine Himmelstadt, In goldnen Wolken, auf die Erde setzen-- Gegründet hat er einen Liebeshof, Wohin die edlen Ritter sollen wallen, Wo keusche Frauen herrlich sollen thronen, Wo reine Minne wiederkehren soll, Und mich hat er erwählt zum Fürst der Liebe.

DUNOIS. Ich bin so sehr nicht aus der Art geschlagen, Daß ich der Liebe Herrschaft sollte schmähn. Ich nenne mich nach ihr, ich bin ihr Sohn, Und all mein Erbe liegt in ihrem Reich. Mein Vater war der Prinz von Orleans, Ihm war kein weiblich Herz unüberwindlich, Doch auch kein feindlich Schloß war ihm zu fest. Willst du der Liebe Fürst dich würdig nennen, So sei der Tapfern Tapferster!--Wie ich Aus jenen alten Büchern mir gelesen, War Liebe stets mit hoher Rittertat Gepaart und Helden, hat man mich gelehrt, Nicht Schäfer saßen an der Tafelrunde. Wer nicht die Schönheit tapfer kann beschützen, Verdient nicht ihren goldnen Preis.--Hier ist Der Fechtplatz! Kämpf um deiner Väter Krone! Verteidige mit ritterlichem Schwert Dein Eigentum und edler Frauen Ehre-- Und hast du dir aus Strömen Feindesbluts Die angestammte Krone kühn erobert, Dann ist es Zeit und steht dir fürstlich an, Dich mit der Liebe Myrten zu bekrönen.

KARL (zu einem Edelknecht, der hereintritt). Was gibts?

EDELKNECHT. Ratsherrn von Orleans flehen um Gehör.

KARL. Führ sie herein.


DIE JUNGFRAU VON ORLEANS - 1/25

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