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- Was ihr wollt - 1/12 -


Produced by Delphine Lettau

Was ihr wollt.

William Shakespeare

Ein Lustspiel.

Übersetzt von Christoph Martin Wieland

Personen.

Orsino, Herzog von Illyrien. Sebastiano, ein junger Edelmann, Bruder der Viola. Antonio, ein Schiff-Capitain. Valentin und Curio, Hofleute des Orsino. Sir Tobias Rülps, Olivia's Oheim. Sir Andreas Fieberwange, sein Zechbruder. Ein Schiffhauptmann, Viola's Freund. Fabian, Diener der Olivia. Malvolio, ihr Hausmeister. Hans Wurst. Olivia, eine Dame von grosser Schönheit, Stand und Reichthum, in die Orsino verliebt ist. Viola, in den Herzog verliebt. Maria, Olivia's Kammer-Jungfer.

Ein Priester, Matrosen, Offizianten und andre stumme Personen.

Die Scene, eine Stadt an der Küste von Illyrien.

Erster Aufzug.

Erste Scene. (Der Pallast.) (Der Herzog, Curio, und etliche Herren vom Hofe treten auf.)

Herzog. Wenn Musik die Nahrung der Liebe ist, so spielt fort; stopft mich voll damit, ob vielleicht meine Liebe von Überfüllung krank werden, und so sterben mag--Dieses (Passage) noch einmal;--es hat einen so sterbenden Fall: O, es schlüpfte über mein Ohr hin, wie ein sanfter Südwind, der Gerüche gebend und stehlend über ein Violen-Bette hinsäuselt.--Genug! nichts mehr! Es ist nicht mehr so anmuthig, als es vorhin war. O Geist der Liebe, wie sprudelnd und launisch bist du! weit und unersättlich wie die See, aber auch darinn ihr ähnlich, daß nichts da hineinkömmt, von so hohem Werth es auch immer sey, das nicht in einer Minute von seinem Werth herab und zu Boden sinke --

Curio. Wollt ihr jagen gehen, Gnädigster Herr?

Herzog. Was?

Curio. Den Hirsch.

Herzog. --Wie? das wäre das edelste was ich habe: O, wie ich Olivia zum erstenmal sah, däuchte mich, sie reinigte die Luft von einem giftigen Nebel; von diesem Augenblik an ward' ich in einen Hirsch verwandelt, und meine Begierden, gleich wilden, hungrigen Hunden, verfolgen mich seither--

(Valentin tritt auf.)

Nun, was für eine Zeitung bringt ihr mir von ihr?

Valentin. Gnädigster Herr, ich wurde nicht vorgelassen; alles was ich statt einer Antwort erhalten konnte, war, daß ihr Kammer-Mädchen mir sagte, die Luft selbst sollte in den nächsten sieben Jahren ihr Gesicht nicht bloß zu sehen kriegen; sondern gleich einer Kloster- Frau will sie in einem Schleyer herum gehen, und alle Tage ein mal ihr Zimmer rund herum mit Thränen begiessen: Alles diß aus Liebe zu einem verstorbenen Bruder, dessen Andenken sie immer frisch und lebendig in ihrem Herzen erhalten will.

Herzog. O, Sie, die ein so fühlendes Herz hat, daß sie einen Bruder so sehr zu lieben fähig ist; wie wird sie lieben, wenn Amors goldner Pfeil die ganze Heerde aller andern Zuneigungen, ausser einer einzigen, in ihrer Brust getödtet hat? Wenn Leber, Gehirn und Herz, drey unumschränkte Thronen, alle von Einem (o entzükende Vorstellung) von Einem und demselben König besezt und ausgefüllt sind! Folget mir in den Garten--Verliebte Gedanken ligen nirgends schöner, als unter einem grünen Thron-Himmel, auf Polstern von Blumen.

(Sie gehen ab.)

Zweyte Scene. (Die Strasse.) (Viola, ein Schiffs-Capitain, und etliche Matrosen.)

Viola. In was für einem Lande sind wir, meine Freunde.

Capitain. In Illyrien, Gnädiges Fräulein.

Viola. Und was soll ich in Illyrien machen, da mein Bruder im Elysium ist?-- Doch vielleicht ist er nicht umgekommen; was meynt ihr, meine Freunde?

Capitain. Es ist ein blosses Glük, daß ihr selbst gerettet worden seyd.

Viola. O mein armer Bruder!--aber, hätt' er dieses Glük nicht auch haben können?

Capitain. Es ist wahr; und wenn die Hoffnung eines glüklichen (Vielleicht) Eu. Gnaden beruhigen kan, so versichre ich euch, wie unser Schiff strandete, und ihr und diese wenigen, die mit euch gerettet wurden, an unserm Boot hiengen, da sah ich euern Bruder, selbst in dieser äussersten Gefahr, Muth und Vorsicht nicht verliehrend, sich selbst an einen starken Mast binden, der auf der See umhertrieb; und auf diese Art schwamm er, wie Arion auf dem Rüken des Delphins, durch die Wellen fort, bis ich ihn endlich aus den Augen verlohr.

Viola. Hier ist Gold für diese gute Nachricht. Meine eigne Rettung läßt mich auch die seinige hoffen, und dein Bericht bestärkt mich hierinn. Bist du in dieser Gegend bekannt?

Capitain. Ja, Madam, sehr wohl; der Ort wo ich gebohren und erzogen wurde, ist nicht drey Stunden Wegs von hier entfernt.

Viola. Wer regiert hier?

Capitain. Ein edler Herzog, den Eigenschaften und dem Namen nach.

Viola. Wie nennt er sich?

Capitain. Orsino.

Viola. Orsino? Ich erinnre mich, daß ich von meinem Vater ihn nennen hörte; er war damals noch unvermählt.

Capitain. Er ist's auch noch, oder war's doch vor kurzem; denn es ist nicht über einen Monat, daß ich von her abreisete, und damals murmelte man nur einander in die Ohren, (ihr wißt, wie gerne die Kleinern von dem, was die Grossen thun, schwazen,) daß er sich um die Liebe der schönen Olivia bewerbe.

Viola. Wer ist diese Olivia?

Capitain. Eine junge Dame von grossen Eigenschaften, die Tochter eines Grafen, der vor ungefehr einem Jahr starb, und sie unter dem Schuz seines Sohns, ihres Bruders, hinterließ; aber auch diesen hat sie erst kürzlich durch den Tod verlohren; und man sagt, sie sey so betrübt darüber, daß sie die Gesellschaft, ja so gar den blossen Anblik der Menschen verschworen habe.

Viola. Wenn ich nur ein Mittel wißte, in die Dienste dieser Dame zu kommen, ohne eher in der Welt für das was ich bin bekannt zu werden, als ich es selbst meinen Absichten verträglich finden werde.

Capitain. Das wird schwer halten; denn sie läßt schlechterdings niemand vor sich, sogar den Herzog nicht.

Viola. Du hast das Ansehen eines rechtschaffnen Manns, Capitain; und obgleich die Natur manchmal den häßlichsten Unrath mit einer schönen Mauer einfaßt, so will ich doch von dir glauben, daß dein Gemüth mit diesem feinen äusserlichen Schein übereinstimme: Ich bitte dich also, (und ich will deine Mühe reichlich belohnen,) verheele was ich bin, und verhilf mir zu einer Verkleidung, die


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