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- Wie es euch gefallt - 1/24 -


Wie es euch gefaellt

William Shakespeare

Uebersetzt von August Wilhelm von Schlegel

Personen:

Der Herzog, (in der Verbannung) Friedrich, (Bruder des Herzogs und Usurpator seines Gebiets) Amiens (und) Jacques, (Edelleute, die den Herzog in der Verbannung begleiten) Le Beau, (ein Hofmann in Friedrichs Diensten) Charles, (Friedrichs Ringer) Oliver, Jakob (und) Orlando, (Soehne des Freiherrn Roland de Bois) Adam (und) Dennis, (Bediente Olivers) Probstein, (der Narr) (Ehrn) Olivarius Textdreher, (ein Pfarrer) Corinnus (und) Silvius, (Schaefer) Wilhelm, (ein Bauernbursche, in Kaethchen verliebt) (Eine Person, die den Hymen vorstellt) Rosalinde, (Tochter des vertriebnen Herzogs) Celia, (Friedrichs Tochter) Phoebe, (eine Schaeferin) Kaethchen, (ein Bauernmaedchen) (Edelleute der beiden Herzoge, Pagen, Jaeger und andres Gefolge) Die Szene ist anfaenglich bei Olivers Hause; nachher teils am Hofe des Usurpators, teils im (Ardenner Wald)

Erster Aufzug

Erste Szene

Olivers Garten

(Orlando und Adam treten auf)

Orlando. Soviel ich mich erinnre, Adam, war es folgendergestalt: Er vermachte mir im Testament nur ein armes Tausend Kronen und, wie du sagst, schaerfte meinem Bruder bei seinem Segen ein, mich gut zu erziehn, und da hebt mein Kummer an. Meinen Bruder Jakob unterhaelt er auf der Schule, und das Geruecht sagt goldne Dinge von ihm. Was mich betrifft, mich zieht er baeurisch zu Hause auf, oder eigentlicher zu sagen, behaelt mich unerzogen hier zu Hause. Denn nennt Ihr das Erziehung fuer einen Edelmann von meiner Geburt, was vor der Stallung eines Ochsen nichts voraus hat? Seine Pferde werden besser besorgt; denn ausser dem guten Futter lernen sie auch ihre Schule, und zu dem Ende werden Bereiter teuer bezahlt; aber ich, sein Bruder, gewinne nichts bei ihm als Wachstum, wofuer seine Tiere auf dem Mist ihm ebenso verpflichtet sind wie ich. Ausser diesem Nichts, das er mir im Ueberfluss zugesteht, scheint sein Betragen das Etwas, welches die Natur mir gab, von mir zu nehmen; er laesst mich mit seinen Knechten essen, versperrt mir den bruederlichen Platz und, soviel an ihm liegt, untergraebt er meinen angebornen Adel durch meine Erziehung. Das ist's, Adam, was mich betruebt, und der Geist meines Vaters, der, denke ich, auf mir ruht, faengt an, sich gegen diese Knechtschaft aufzulehnen. Ich will sie nicht laenger ertragen, wiewohl ich noch kein kluges Mittel weiss, ihr zu entgehen.

Adam. Dort kommt mein Herr, Euer Bruder.

(Oliver tritt auf.)

Orlando. Geh beiseit, Adam, und du sollst hoeren, wie er mich anfaehrt.

Oliver. Nun, Junker, was macht Ihr hier?

Orlando. Nichts. Man hat mich nicht gelehrt, irgend etwas zu machen.

Oliver. Was richtet Ihr denn zugrunde?

Orlando. Ei, Herr, ich helfe Euch zugrunde richten, was Gott gemacht hat, Euren armen unwerten Bruder, mit Nichtstun.

Oliver. Beschaeftigt Euch besser und seid einmal nichtsnutzig.

Orlando. Soll ich Eure Schweine hueten und Treber mit ihnen essen? Welches verlornen Sohns Erbteil habe ich durchgebracht, dass ich in solch Elend geraten musste?

Oliver. Wisst Ihr, wo Ihr seid, Herr?

Orlando. O Herr, sehr gut! hier in Eurem Baumgarten.

Oliver. Wisst Ihr, vor wem Ihr steht?

Orlando. Ja, besser als der mich kennt, vor dem ich stehe. Ich kenne Euch als meinen aeltesten Bruder, und nach den sanften Banden des Bluts solltet Ihr mich ebenso kennen. Die gute Sitte der Nationen gesteht Euch Vorrechte vor mir zu, weil Ihr der Erstgeborne seid; aber derselbe Gebrauch beraubt mich meines Blutes nicht, waeren auch zwanzig Brueder zwischen uns. Ich habe soviel vom Vater in mir als Ihr, obwohl Ihr der Verehrung, die ihm gebuehrt, naeher seid, weil Ihr frueher kamt.

Oliver. Was, Knabe?

Orlando. Gemach, gemach, aeltester Bruder! Dazu seid Ihr zu jung.

Oliver. Willst du Hand an mich legen, Schurke?

Orlando. Ich bin kein Schurke! ich bin der juengste Sohn des Freiherrn Roland de Boys. Er war mein Vater, und der ist dreifach ein Schurke, der da sagt, solch ein Vater konnte Schurken zeugen. Waerst du nicht mein Bruder, so liesse meine Hand deine Kehle nicht los, bis diese andre dir die Zunge fuer dies Wort ausgerissen haette. Du hast dich selber gelaestert.

Adam. Liebe Herren, seid ruhig! um des Andenkens eures Vaters willen, seid eintraechtig!

Oliver. Lass mich los, sag ich.

Orlando. Nicht eher, bis mir's gefaellt. Ihr sollt mich anhoeren. Mein Vater legte Euch in seinem Testament auf, mir eine gute Erziehung zu geben. Ihr habt mich wie einen Bauern grossgezogen, habt alle Eigenschaften, die einem Edelmann zukommen, vor mir verborgen und verschlossen gehalten. Der Geist meines Vaters wird maechtig in mir, und ich will es nicht laenger erdulden; darum gesteht mir solche Uebungen zu, wie sie dem Edelmann geziemen, oder gebt mir das geringe Teil, das mir mein Vater im Testament hinterliess, so will ich mein Glueck damit versuchen.

Oliver. Und was willst du anfangen? Betteln, wenn das durchgebracht ist? Gut, geht nur hinein, ich will mich nicht lange mit Euch quaelen, Ihr sollt zum Teil Euren Willen haben. Ich bitt Euch, lasst mich nur.

Orlando. Ich will Euch nicht weiter belaestigen, als mir fuer mein Bestes notwendig ist.

Oliver. Packt Euch mit ihm, alter Hund!

Adam. Ist "alter Hund" mein Lohn? Doch es ist wahr, die Zaehne sind mir in Eurem Dienst ausgefallen.--Gott segne meinen alten Herrn, er haette solch ein Wort nicht gesprochen.

(Orlando und Adam ab.)

Oliver. Steht es so? Faengst du an, mir ueber den Kopf zu wachsen? Ich will dir den Kitzel vertreiben und die tausend Kronen doch nicht geben. He, Dennis!

(Dennis kommt.)

Dennis. Rufen Euer Gnaden?

Oliver. Wollte nicht Charles, des Herzogs Ringer, mit mir sprechen ?

Dennis. Wenn es Euch beliebt: er ist hier an der Tuer und bittet sehr um Zutritt zu Euch.

Oliver. Ruft ihn herein.

(Dennis ab.)

Das wird eine gute Auskunft sein, und morgen ist der Wettkampf schon.

(Charles kommt.)


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